Verkehr

Neu im VRN: Ticket aufs Handy

Verkehrsverbund und RNV starten Pilotprojekt – „Fahrscheinautomat für die Hosentasche“

Das passende Kleingeld in der Tasche hat man vielleicht nicht immer dabei, wohl aber das Handy. Bundesweit sind inzwischen über 100 Millionen Mobilfunkanschlüsse registriert, so dass – statistisch gesehen – jeder Deutsche über mindestens ein Handy verfügt.

Hand, die ein Handy hält.
Den „Fahrscheinautomaten“ immer dabei. (Foto: VRN)

Längst werden die High-Tech-Geräte der neueren Generation nicht mehr nur zum Telefonieren genutzt, sondern auch als mobiles Büro und sogar als virtueller Supermarkt. So lag für die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) und den Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) der Gedanke nahe, das Handy für den Fahrscheinverkauf zu nutzen.

Am 1. November starten beide Unternehmen in den Großwaben Mannheim/Ludwigshafen und Heidelberg das gemeinsame Pilotprojekt „Handy-Ticketing“. „Wir wollen damit einen zusätzlichen Vertriebsweg anbieten, der es ermöglicht, Fahrscheine jederzeit schnell und bargeldlos zu lösen“, so RNV-Geschäftsführer Andreas Kerber.

Detaillierte Tarifkenntnisse sind nicht erforderlich, es reicht zu wissen, wie die Start- und die Zielhaltestelle heißen. Alles weitere erledigt das System von alleine. Statt nur am Automaten auf dem Bahnsteig oder in einer Verkaufsstelle lässt sich das Ticket praktisch überall lösen, also auch zu Hause auf dem Sofa.

Einzige Einschränkung: Der Kaufvorgang muss abgeschlossen sein, bevor man in eine Bahn oder einen Bus einsteigt. Da das Ticket mit dem Kauf als entwertet gilt, ist ein „Vorratskauf“ nicht möglich. Dafür muss man aber dank eines Ticketspeichers häufig genutzte Verbindungen nicht jedes Mal neu eingeben, sondern kann für diese bei Bedarf einfach mit wenigen Klicks wieder einen Fahrschein lösen. Der Ticketspeicher ermöglicht zugleich die Fahrscheinprüfung während der Fahrt, ohne dass ein Netzzugang erforderlich ist. Ganz wichtig ist es, beim Fahrscheinkauf auf die Ladestandsanzeige zu achten, denn wenn der Handy-Akku leer ist, kann man auch keinen gültigen Fahrschein mehr vorweisen.

Basisangebot in der Pilotphase

Während der auf sechs Monate ausgelegten Pilotphase steht den Handy-Nutzern zunächst ein Basisangebot zur Verfügung. Verkauft werden Einzelfahrscheine für Erwachsene der Preisstufe 2, auch mit BahnCard-Ermäßigung, sowie das Ticket24 und 24plus jeweils in der Preisstufe bis zu drei Waben. Im kommenden Jahr soll dann das Angebot auf das gesamte VRN-Gebiet ausgedehnt und das Sortiment um weitere Fahrscheine ergänzt werden.

Zugangsvoraussetzung für das Handy-Ticketing ist ein Java- und GPRS-fähiges Mobiltelefon. Ob das eigene Gerät geeignet ist, erfährt man gleich auf der Anmeldeseite des Kundenportals. Ist diese Hürde gemeistert, folgt die einmalige Registrierung mit Namen, Anschrift und Bankverbindung. Bei erfolgreicher Registrierung erhält man per Dienstmitteilung den Link zum Download des Handy-Ticketprogramms. Dies wird als Anwendung auf dem Mobiltelefon installiert und steht dann für jeden Ticketkauf zur Verfügung. Zu beachten sind dabei die zusätzlichen Kosten für Online-Verbindungen, die von den Konditionen des jeweiligen Mobilfunkbetreibers abhängen und sich nach der übertragenen Datenmenge richten.

Weitere Infos sind in Kürze unter www.rnv-online.de und www.vrn.de verfügbar. (vrn/rnv)