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Präriehunde und Tigerbabys

Die einen erkunden ihr neues Gehege im Zoo, die anderen schlafen noch sehr viel

Sommerferien sind Tiergartenzeit. Ein Besuch lohnt sich zurzeit umso mehr, weil die Präriehunde ein neues Gehege bezogen haben und Tigerin Kim zwei Tigerbabys geboren hat.

Präriehund in seinem neuen Gehege
Die Präriehunde sind putzmunter in ihrem neuen Gehege (Foto: Rothe)

Ihren Namen haben die Präriehunde ihrem hundeartigen Gebell zu verdanken, das sie bei Gefahr äußern. Es sind jedoch Nagetiere, die mit den Hörnchen verwandt sind. Sie leben in der Prärie Nordamerikas in großen Gruppen. Da sie unterirdische Baue anlegen, musste das neue Gehege mit einem stabilen Grabschutz ausgestattet werden.

Die Finanzierung des neuen Präriehundgeheges übernahm der Verein der Tiergartenfreunde. Bei der offiziellen Eröffnung im Juli übergaben der erste und zweite Vorsitzende Dr. Dietrich Lorenz und Herr Gerhard Bartelmus einen zweiten Scheck an Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann. Insgesamt spendete der Verein 10.000 Euro für das Gehege. Die Souterrain-Wohnungen buddelten die Präriehunde selbst in den Erdboden.

Während die Präriehunde ziemlich rege sind, schlafen die kleinen Tiger die meiste Zeit. In der Nacht zum 16. Juli sind die beiden gestreiften Wonneproppen zur Welt gekommen. Mutter Kim bevorzugte wieder nicht die eigens für sie eingerichtete, ungestörte Wurfbox, sondern gebar ihre Jungen in einer etwas versteckten Mulde im Innengehege. Glück für die Zoobesucher, denn so ist es einfacher, einen Blick auf die kleinen Tiger zu werfen. Dadurch dass Mutter Kim vollkommen gelassen mit ihrem Nachwuchs umgeht, kann das Raubtierhaus zeitweise geöffnet bleiben.

Noch ist das Geschlecht der beiden Jungtiere nicht bekannt, denn erst im Alter von vier bis sechs Wochen werden sie erstmals von der Zootierärztin untersucht, vorher berühren auch die Pfleger die Jungtiere gar nicht, denn das könnte das enge Verhältnis zwischen Mutter und jungen Tigern stören. Die Aufzucht durch die eigene Mutter ist für den Tigernachwuchs das Beste. Auch im Europäischen Erhaltungszuchtprogramm für diese gefährdete Katzenart wird auf die Wichtigkeit der natürlichen Aufzucht durch die Mutter hingewiesen.
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