Stadtentwicklung

Eine IBA für Heidelberg

Bernd Stadel über mögliche Inhalte einer Internationalen Bauausstellung

Man hört ihn jetzt öfter, den Gedanken „Eine Internationale Bauausstellung – kurz IBA – für Heidelberg“. Was sich dahinter verbirgt, beleuchtete Erster Bürgermeister Bernd Stadel bei der Preisverleihung beim Hugo-Häring-Auszeichnungsfahren:

Erster Bürgermeister Bernd Stadel
Erster Bürgermeister Bernd Stadel (Foto: Buck)

„Internationale Bauausstellungen sind in Deutschland seit 110 Jahren ein etabliertes Format und Instrument der Stadtplanung und des Städtebaus, um mit neuen Ideen und Projekten im sozialen, kulturellen und ökologischen Bereich Impulse zu setzen.

Wissenschaftsstadt – als Ganzes

Was Heidelberg anstrebt, ist eine IBA, die programmatisch mit der Strategie „Wissen – schafft – Stadt“ umschrieben werden kann. Das 625-jährige Jubiläum der Universität trifft auf eine Phase starker baulicher Dynamik, nicht nur im Neuenheimer Feld, sondern ebenso in der Altstadt, in Bergheim und in der Bahnstadt. Hinzu kommen mittelfristig Potenziale auf Flächen, die noch von der US-Army belegt sind.

Die Heidelberger Perspektive einer „Wissenschaftsstadt – als Ganzes“ ist Neuland, auch im internationalen Maßstab. Selten ist das Profil einer Stadt so deutlich auf zwei herausragende Merkmale europäischer Kulturleistungen und Erfolgsmodelle zugeschnitten: Die urbane europäische Stadt der kurzen Wege auf der einen Seite, und die Universität mit der Einheit von Forschung und Lehre auf der anderen Seite. Diese beiden „Marken“ verschaffen der kleinen Großstadt Heidelberg mehr Internationalität als mancher Millionenstadt.

„Kontinuität“ als Aufgabe

Die zunehmende weltweite Forschungsvernetzung führt zu einer differenzierten Wahrnehmung Heidelbergs, jenseits von Schloss und Alter Brücke. Heidelberg benötigt heute aber kein neues Profil, im Gegensatz etwa zu altindustriellen Städten und Regionen. Unsere Aufgabe heißt auch „Kontinuität“: das Erbe von Baukultur und Wissenschaftskultur ist besondere Verantwortung und Chance zugleich. Die Verknüpfung von Wissenschafts- und Stadtkultur wäre die Vision und das Leitthema einer Perspektive Heidelberg.

Alle Bauausstellungen begannen mit einem Memorandum, das die Themenstellung aufzeigt, als Willensbekundung zu verstehen ist und einen Blick in die Zukunft wagt. Noch dieses Jahr wollen wir dem Gemeinderat und der Universität vorschlagen, eine gemeinsame Erklärung zur Verfolgung dieser Strategie zu verabschieden.“

Eine IBA böte die Möglichkeit, in Kooperation mit wissenschaftlichen Einrichtungen Projekte in verschiedenen Bereichen zu realisieren, beispielsweise in den Bereichen Bildung, Städtebau, Kultur, Soziales oder Integration (www.heidelberg.de/wissen-schafft-stadt).