Kultur und Freizeit

„Das Montpellier-Haus geht nach draußen“

Interview mit der Leiterin des Montpellier-Hauses über ein Vierteljahrhundert Pflege der Städtepartnerschaft

Karla Jauregui leitet seit 1991 mit kurzer Unterbrechung das Montpellier-Haus in der Kettengasse 19, das dieses Jahr 25-jähriges Bestehen feiert. Das Stadtblatt sprach mit ihr im doppelten Jubiläumsjahr, denn 2011 feiern Heidelberg und Montpellier auch das 50-jährige Bestehen ihrer Städtepartnerschaft.

Karla Jauregui (Mitte) mit ihren zwei Mitarbeiterinnen vor dem Montpellierhaus in der Kettengasse 19
Karla Jauregui (Mitte) mit ihren zwei Mitarbeiterinnen vor dem Montpellierhaus in der Kettengasse 19 (Foto: Kresin)

Wie haben sich die Aufgaben des Montpellier-Hauses in den letzten 25 Jahren entwickelt?

Karla Jauregui: Beim Programm des Montpellier-Hauses sehe ich über all die Jahre eine zunehmende Vernetzung mit Institutionen, wie etwa dem Bureau de coopération universitaire, dem Deutsch-französischen Kulturkreis, dem Medienforum oder den Heidelberger Literaturtagen. Wir bieten zwar viele Veranstaltungen im Hause selbst an, aber das Montpellier-Haus geht immer mehr nach „draußen“, in den Karlstorbahnhof, auf den Uniplatz, und in diesem Herbst in den Marstall. Ich bin übrigens immer wieder überrascht, wie gut Montpellier und Heidelberg als Partnerstädte zusammenpassen.

Was interessiert die Menschen in Heidelberg besonders an Montpellier und Frankreich?

Jauregui: Die meisten, die sich bei mir über Montpellier erkundigen, sind Studenten, die für ein Jahr nach Montpellier wollen. Es kommen aber auch viele, um sich Infos über dortige Sprachkurse einzuholen, Besucher, die einfach Urlaub im Süden machen möchten, und Jugendliche, die einen Job oder ein Praktikum suchen. Andere wollen im Hinterland von Montpellier einen unberührteren Süden entdecken und zugleich Zeit in einer Stadt verbringen, die sehr lebendig ist, kulturell und wissenschaftlich viel zu bieten hat und die eine interessante städtebauliche Mischung aus Klassik und Moderne aufweist.

Welche Projekte planen Sie für die Zukunft?

Jauregui: Im Haus arbeitet jetzt eine neue junge Mitarbeiterin, Nina May. Sie will die Jugend ins Haus bringen, unter anderem über eine enge Zusammenarbeit mit der Französischen Woche. Ich möchte auch in naher Zukunft mehr Filmregisseure für die Filmtage des Mittelmeers einladen. Und ich würde gern die südfranzösische Stadt in der ganzen Region bekanntmachen. Am liebsten würde ich einfach alles, was mich an Montpellier begeistert, nach Heidelberg exportieren – man ahnt nicht, was es dort für viele begeisternde Projekte gibt!

Montpellier-Haus

Das Montpellier-Haus wurde 1986 als „Botschaft“ der Partnerstadt Montpellier eröffnet. Als Ort der Begegnung lädt das Haus zu französischer Konversation, französischen Stammtischen, Vorträgen und Lesungen. Zum Jahresbeginn zeigt die Einrichtung regelmäßig Beiträge der „Filmtage des Mittelmeers“. Ausstellungen, Kolloquien und Konzerte runden das Angebot ab. Kontakt: 06221 162969, E-Mail: mailto: montpellier-haus@heidelberg.de.