Stadt & Leute

Mit Pressefotos diffamiert

Friedrich Ebert im Bild – Vortrag in der Ebert-Gedenkstätte soll neue Tradition begründen

Drei wichtige Stationen in der Biografie Friedrich Eberts fallen in den Monat Februar: Am 4. Februar 1871 wurde er in der Heidelberger Pfaffengasse geboren und am 11. Februar 1919 in Weimar zum Reichspräsidenten gewählt. Am 28. Februar 1925 starb er in Berlin. In Heidelberg wurde er beigesetzt.

Kranzniederlegung am Grabe Friedrich Eberts am 89. Jahrestag seiner Wahl zum Reichspräsidenten.
Kranzniederlegung am Grabe Friedrich Eberts am 89. Jahrestag seiner Wahl zum Reichspräsidenten. (Foto: Pfeifer)

Den 11. Februar, den Jahrestag der Wahl, möchte die Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte künftig zu ihrem zentralen Ebert-Gedenktag machen. Eine Kranzniederlegung am Ebert-Grab auf dem Bergfriedhof sowie eine abendliche Vortragsveranstaltung in der Gedenkstätte, Pfaffengasse 18, sollen dieses Ereignis jeweils in Erinnerung rufen.

Zur Kranzniederlegung anlässlich des 89. Jahrestages der Wahl am Montag vergangener Woche hatten sich unter anderem Vertreter/innen der Stadt Heidelberg und des Gemeinderates, der Sozialdemokratischen Partei, der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte auf dem Bergfriedhof eingefunden.

Bei der abendlichen Vortragsveranstaltung in der Ebert-Gedenkstätte war der Vortragsraum bis auf den letzten Platz besetzt, als Dr. Walter Mühlhausen, Ebert-Biograf und seit 1. Februar Geschäftsführer der Gedenkstätte, über das Thema „Im Visier der Fotografen – Reichspräsident Friedrich Ebert im Bild“ sprach.

Als Friedrich Ebert das Amt des Reichspräsidenten antrat, war die Fotografie gerade dabei, den Kinderschuhen zu entwachsen. Vielleicht sind deswegen nicht sehr viele Fotos von Friedrich Ebert erhalten. Die meisten Ablichtungen von ihm wurden ohnehin von nationalistischen und konservativen Kreisen jener Zeit dazu benutzt, den sozialdemokratischen Präsidenten zu verunglimpfen und zu diffamieren.

Ein Bild, das seine gesamte Präsidentschaft überschattete, zeigte ihn zusammen mit Gustav Nos-ke in Badehosen an der Ostsee. Von der „Berliner Illustrirten Zeitung“ als Titelfoto veröffentlicht, empfanden nicht nur konservative Betrachter (die aber mit freudiger Häme), dass dies ein „inakzeptabler Auftritt“ des Reichspräsidenten sei.

Auch später druckte die konservative Presse vorzugsweise solche Bilder, die Ebert in eher ungünstigen Positionen zeigten. Das war sehr einfach, weil der Reichspräsident weder einen Öffentlichkeitsberater hatte noch sich einen Hofberichterstatter oder einen Hoffotografen hielt und auch im publikumswirksamen Auftreten vor den Kameras nicht geübt war. Weiterführende Informationen finden sich auf www.ebert-gedenkstaette.de. (br.)