Kultur

Weltstars zu Gast in Heidelberg

Auch in diesem Jahr bietet der Heidelberger Frühling ein hochkarätiges Konzertprogramm

Am Samstag, 29. März eröffnet das internationale Musikfestival „Heidelberger Frühling“. Unter dem Motto „Zwischentöne“ präsentieren die Veranstalter bis zum 25. April eine Vielzahl an Konzerten. Das STADTBLATT sprach mit dem Intendanten Thorsten Schmidt über die Programmschwerpunkte 2008.

Intendant und Mitbegründer Thorsten Schmidt möchte die Doppelbödigkeit von Partituren ausloten. (Foto: Hempfling)
Intendant und Mitbegründer Thorsten Schmidt möchte die Doppelbödigkeit von Partituren ausloten. (Foto: Hempfling)

STADTBLATT: Auch in diesem Jahr konnten Sie für den Heidelberger Frühling wieder bedeutende internationale Künstler gewinnen. Welche Veranstaltungen sind dabei besondere Highlights?

Schmidt: Herausragend sind natürlich die Konzerte von Weltstars wie Murray Perahia oder die Tage mit Thomas Hampson. Aber auch der Liederabend von Annette Dasch, die gewissermaßen mit dem Heidelberger Frühling ‚groß‘ geworden ist, und nun in einem Atemzug mit Anna Netrebko genannt wird, gehört dazu. Etwas ganz Besonderes aber beim Heidelberger Frühling 2008 sind für mich das Heidelberger Atelier und das Streichquartettfest. Hier geht es uns darum, das Publikum konkret mit einzubeziehen, was vor allem dadurch gelingt, dass das Publikum beim Tagesprogramm des Heidelberger Ateliers und natürlich beim Wein nach den Konzerten mit den Musikern und Komponisten diskutieren kann.

STADTBLATT: Die Nachwuchsförderung hat bei Ihnen einen hohen Stellenwert. Weshalb dieses starke Interesse an jungen Künstlern?

Schmidt: Kurz gesagt: Internationale Stars füllen uns zwar die Konzertsäle. Die Karriere eines am Anfang stehenden Künstlers aber wirklich nachhaltig zu fördern gibt uns noch auf Jahre etwas zurück. Wir sind kein Festival, das die Künstler präsentiert und dann fallen lässt. Uns geht es um eine nachhaltige Verbindung zu den Menschen, die bei uns auftreten. So entstehen nicht nur Freundschaften, sondern auch charaktervolle Programme, die die Beziehung der Künstler zu Heidelberg ausdrücken.

STADTBLATT: Die Ausweitung in andere Kunstbereiche ist fester Bestandteil Ihres Konzepts. Provokant gefragt: Ist Musik allein nicht genug?

Schmidt: Der Heidelberger Frühling war nie ein reines Musik- oder Konzertfestival. In den ersten Jahren war das Programm sogar vollkommen interdisziplinär angelegt. Das Thema des Heidelberger Frühling 1998 lautete zum Beispiel „Text und Takt“ und war ganz dem Thema Literatur und Musik gewidmet.

STADTBLATT: Das diesjährige Festival steht unter der Überschrift „Zwischentöne“ – welche Bedeutung hat dieses Motto und wie wird es im Festival konkret umgesetzt?

Schmidt: Dieses Motto prägt 2008 das gesamte Festival. Wir wollen zum Beispiel mit dem Heidelberger Atelier die Tiefen ‚zwischen‘ den Tönen ausloten und die ‚Doppelbödigkeit‘ entdecken, die eine Partitur besitzt. Sie verzeichnet zwar die Notenwerte und gibt Anweisungen für die Ausführung. Doch sie verschweigt, was das musikalische Kunstwerk ausmacht: Stimmung, Klangfarbe und Aura. (kdi)

Das Programm des Heidelberger Frühlings finden Sie unter www.heidelberger-fruehling.de.