STIMMEN AUS DEM GEMEINDERAT 2 21. Oktober 2026 SPD Daniel Hauck Lebensqualität statt mehr Autoverkehr! Heidelberg muss sparen. Gebühren für Kitas, Schulbetreuung und Schwimmbäder steigen, beim ÖPNV wird gespart. Familien zahlen mehr. Doch Autofahrende werden entlastet: Die Parkraumbewirtschaftung der Bahnstadt hat ihre Ziele erreicht, Falschparken reduziert und die Sicherheit verbessert. Über 500.000 Euro wurden eingenommen. Trotzdem sollen die Gebühren sinken, auf bis zu 250.000 Euro jährlich wird verzichtet. Hier wird mit zweierlei Maß gemessen! Ironisch ist die Begründung, günstigere Parkgebühren hielten den Stadtteil „lebendig“. Lebendigkeit bedeutet für mich sichere Wege, Aufenthaltsqualität und öffentlichen Raum für Menschen, kein „Recht“ auf günstiges Parken. Die Bahnstadt wurde verkehrsarm geplant. Nun eröffnet mit dem SkyHub trotz bester ÖPNV-Anbindung das größte Parkhaus in HD mit 800 Stellplätzen. Gleichzeitig soll Straßenparken günstiger werden, bevor die Parkhaustarife feststehen. Das widerspricht dem Ziel, Autos von der Straße in Parkhäuser zu verlagern. Das SkyHub-Gutachten zeigt: Über den Langen Anger und die Kosselstraße ist mit Schleichverkehr zu rechnen. Zugleich soll der Radschnellweg RS 16 an der Pfaffengrunder Terrasse anschließen. Damit brauchen Pendelnde und Kinder sichere Radwege. Statt erst nach einem Jahr zu prüfen, müssen wir jetzt vorsorgen, mit Durchfahrtssperren und Fahrradstraßen, die das Gutachten vorschlägt. Lebensqualität heißt vorausschauend planen: sichere Wege und Platz für Menschen statt mehr Autoverkehr! 06221 58-47150 geschaeftsstelle@spd-fraktion. heidelberg.de CDU Yasmin Sedighi Renani Wissenschaft, die in die Stadt wirkt Mit einer feierlichen Jahresfeier in der Alten Aula hat die Universität Heidelberg im 640. Jahr ihres Bestehens das neue Akademische Jahr eröffnet. Grund zur Freude gibt es reichlich: Sie bleibt ab 2027 für weitere sieben Jahre Exzellenzuniversität, so viele junge Menschen wie nie beginnen hier ihr Studium, und audimax, Study Hub und die neue Mensa in Bergheim stärken die Qualität des Standorts weiter. Im Mittelpunkt der Feier stand der Transfer: Das Wissenschaftsgespräch „Wissenschaft für das wirkliche Leben“ zeigte, wie vielfältig Forschung den Menschen nützt – von der Medizin über die Sammlungen bis zur Cybersicherheitsforschung am Institut für Politische Wissenschaft, die direkt in die Politikberatung einfließt. Im Joint Doctorate-MBA-Programm mit der Mannheim Business School wird aus Forschung ein Unternehmen. Rektorin Prof. Dr. Frauke Melchior erinnerte auch an die besondere Verantwortung der Universitäten heute. Sie stehen für Wissenschaftsfreiheit und Demokratie ein, behaupten sich in geopolitischen Umbrüchen und gestalten den Wandel durch KI mit. „Eine Universität lebt von der Vielfalt ihrer Disziplinen und ihrer Menschen“, so Melchior. Wissenschaft steht am Beginn jeder Wertschöpfungskette und liefert Antworten auf die großen Fragen unserer Zeit, von Gesundheit über Sicherheit bis zum gesellschaftlichen Zusammenhalt. Dafür braucht sie eine Stadt, die sie trägt. Als CDUFraktion wollen wir der Universität und dem Studierendenwerk ein verlässlicher Partner bleiben – vom Ausbau studentischen Wohnens bis zur Gründungsförderung. Heidelberg ohne seine Universität wäre nicht Heidelberg. Wir sind dankbar für 640 Jahre „Semper apertus“ und freuen uns auf ein Semester voller Neugier! 06221 58-47160 info@cdu-fraktion-hd.de Bündnis 90/Die Grünen Nora Schönberger Zwei Geburtstage, viele Erfolgsgeschichten Zwei Heidelberger Institutionen feiern Jubiläum: Der Asylarbeitskreis wird 35, das Café Talk zehn Jahre alt. Beide begleitenMenschenmit Fluchtgeschichte beimAnkommen. Gefeiert wurde am 20. Oktober im Theater unter dem Motto „Kein Mensch ist illegal“. Bewusst mitten in der Stadt, denn wer hier angekommen ist, gehört dazu. Der Asylarbeitskreis berät, begleitet zu Behörden und vermittelt Deutschunterricht, seit 35 Jahren getragen von Ehrenamtlichen. Im Café Talk bietet er donnerstags eine Sprechstunde zu Briefen von Behörden, Jobcenter und BAMF an. Das Café Talk entstand, weil vor zehn Jahren mehrere Menschen dieselbe Idee hatten und einfach angefangen haben. Der Asylarbeitskreis war von Beginn an dabei, gemeinsam mit der Evangelischen Kirche, dem Diakonischen Werk und der Initiative „Weststadt sagt Ja!“. Zum Jubiläum haben Bülent Teztiker und ich das Café Talk in Bergheim besucht. Um16 Uhr herrscht Gewusel, wenige Minuten später sitzen überall ruhige Lerngruppen, jedes Mal neu nach Sprachniveau zusammengestellt. Kinder spielen frei, während die Eltern lernen. Dazu gibt es Getränke, selbst gebackenen Kuchen und Snacks, zubereitet aus Lebensmitteln der Tafel. Für viele ist das Café Talk die erste Anlaufstelle und ein sicherer Ort: Hier lernt man Deutsch, bekommt Hilfe mit Behördenpost und findet Anschluss. Was daraus wird, zeigt sich oft Jahre später. Sigrid Zweygart-Pérez, die auch als Seelsorgerin im Ankunftszentrum im PHV arbeitet, erzählt von ehemaligen Gästen des Café Talk, die zurückkommen, umDanke zu sagen. Es gebe viele Erfolgsgeschichten, sagt sie. Diese Menschen tragen unsere Gesellschaft mit: als Kolleg*innen, Nachbar*innen, Eltern und oft selbst als Ehrenamtliche. Am Laufen halten das Café Talk Ehrenamtliche in ihrer Freizeit, unterstützt z.B. von Praktikant*innen aus der Sozialpädagogik. Ehrenamt braucht aber einen festen Ort, Material und Koordination, sonst trägt es nicht. Die Stadt fördert das Café Talk als freiwillige Leistung. Wir Grüne setzen uns dafür ein, dass strukturell wichtige Angebote wie das Café Talk weiter verlässlich finanziert werden. Denn wir wollen eine offene Stadt, in der das Ankommen gelingt. Beiden Organisationen gratulieren wir und danken allen Engagierten. Wer mitmachenmöchte, gerade beim Café Talk in der Kinderbetreuung: Das Café Talk ist dienstags und donnerstags von 16 bis 18 Uhr geöffnet, Vangerowstraße 3–5. Kontakt: info@café-talk.com 06221 58-47170 geschaeftsstelle@gruene- fraktion.heidelberg.de Grüner Besuch beim Café Talk zum zehnjährigen Jubiläum: Für viele Menschen mit Fluchtgeschichte ist das Café Talk die erste Anlaufstelle und ein sicherer Ort. (Foto Grünen-Fraktion Heidelberg) In der Rubrik „Stimmen aus dem Gemeinderat“ kommen die Mitglieder des Gemeinderates zu Wort. Die Autorinnen und Autoren sind für den Inhalt ihrer Beiträge in vollem Umfang selbst verantwortlich, insbesondere auch in Bezug auf alle notwendigen Nutzungsrechte. GEMEINDERAT ONLINE www.gemeinderat.heidelberg.de
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