13. Mai 2026 2 STIMMEN AUS DEM GEMEINDERAT SPD Sören Michelsburg Mut zu Veränderungen im ÖPNV zahlt sich aus Die Diskussionen um Einsparmaßnahmen imHeidelberger ÖPNV wurden in den vergangenen Monaten emotional geführt. Besonders die Veränderungen bei der Linie 32 sorgten zunächst für Skepsis und Kritik. Viele befürchteten längere Wege, schlechtere Anschlüsse oder sinkende Attraktivität. Inzwischen zeigt sich: Der Weg kann funktionieren. Durch die Anpassungen bei der Linie 32 und die neue Strecke der 21 sind die Fahrgastzahlen laut rnv insgesamt gestiegen. Das macht deutlich: Nicht jede Veränderung bedeutet automatisch Verschlechterung. Entscheidend ist, ob Linien klarer, schneller und verlässlicher werden. Diese Chance bieten auch die geplanten Veränderungen für Boxberg und Emmertsgrund. Wenn die Linie 29 künftig schneller in die Innenstadt gelangt, wird der ÖPNV besonders für Pendlerinnen und Pendler attraktiver. Kurze Fahrzeiten entscheiden mit darüber, ob Menschen Bus und Bahn nutzen oder auf das Auto zurückgreifen. Voraussetzung ist die vorgeschlagene Anpassung der Linie 27. Wenn diese künftig den gesamten Boxbergring abfährt, profitieren besonders ältere Menschen, Familien und Personen mit eingeschränkter Mobilität. Weniger Umstiege bedeutenmehr Komfort. Gerade in den Bergstadtteilen zeigt sich, wie wichtig alltagstauglicher Nahverkehr ist. Viele Menschen sind dort auf Busverbindungen angewiesen – für Arbeit, Einkaufen oder Arzttermine. Deshalbmüssen Veränderungen daran gemessen werden, ob sie den ÖPNV attraktiver machen. 06221 58-47150 geschaeftsstelle@spd-fraktion. heidelberg.de CDU Hans Breitenstein Zwischen großen Themen und kleinen Lösungen Der Wochenmarkt im Pfaffengrund ist ein beliebter Treffpunkt – frisches Obst, regionale Produkte und gute Gespräche gehören einfach dazu. Doch hinter der freundlichen Atmosphäre gibt es manchmal auch ganz praktische Herausforderungen. Ein aktuelles Beispiel: die Toilettensituation vor Ort. Die vorhandene Dixi-Toilette war zuletzt verstopft und in keinem guten Zustand. Gleichzeitig besteht aber keine andere Möglichkeit, öffentliche Toiletten zu erreichen. Für die Marktbetreiber, die oft bis zu acht Stunden am Stück vor Ort sind, ist das mehr als nur ein kleines Ärgernis – es ist eine Frage der Arbeitsbedingungen und der Wertschätzung. Ein Telefonat mit dem Bürgerservice – sie werden sich darum kümmern. Manchmal ist es für uns ganz einfach, durch eine schnelle Rückmeldung Betroffenen Erleichterung – imwahrsten Sinne des Wortes – zu verschaffen ;-) Ein Anruf, ein Hinweis, und eine Sache kommt ins Rollen. Gerade die scheinbar kleinen Dinge brauchen oft schnelle Aufmerksamkeit, weil sie den Alltag direkt betreffen. Denn Kommunalpolitik spielt sich nicht nur in Sitzungen und großen Beschlüssen ab. Sie zeigt sich oft genau dort, wo es hakt – im Kleinen, im Alltäglichen. Ob funktionierende Infrastruktur oder pragmatische Lösungen vor Ort: Am Ende gilt das alte Sprichwort „Kleinvieh macht auch Mist“ – genau die vielen kleinen Punkte entscheiden nämlich darüber, ob unsere Stadt gut funktioniert. Der Pfaffengrund-Markt ist dafür ein gutes Beispiel. Er erinnert daran, wie wichtig es ist, zuzuhören und hinzuschauen – denn eine lebenswerte Stadt entsteht nicht nur durch große Projekte, sondern durch viele funktionierende Details im Alltag. 06221 58-47160 info@cdu-fraktion-hd.de Bündnis 90/Die Grünen Christoph Rothfuß, Leander von Detten 25 Jahre Villa Nachttanz – ein Stück Heidelberg AmSamstag feierte die Villa Nachttanz ihr 25-jähriges Bestehen, die Laudatio der Stadt hielt Bürgermeisterin Stefanie Jansen. Wer dabei war, konnte deutlich spüren, was diesen besonderen Ort der Heidelberger Subkultur ausmacht: Menschen aus nah und fern, die sich hier wiederfinden. Die Villa Nachttanz liegt eher unscheinbar im Pfaffengrund, eingeklemmt zwischen Gewerbeflächen und der Heidelberger Brauerei. Kein Schaufenster, keine Werbung – und trotzdem ist die Villa seit einem Vierteljahrhundert ein Stück Heimat für viele aktuelle oder ehemalige Heidelberger*innen. Der Verein trägt das Haus seit 2001, und zwar ausschließlich ehrenamtlich. Rund 15 feste Mitglieder und ein Helferpool von 40 bis 50 Menschen gestalten Programm, Theke, Technik und Garten – ohne Zuschüsse von Land oder Stadt. Letztere hat beim Erwerb des heutigen Standorts Im Klingenbühl geholfen und der Gemeinderat ermöglichte 2008 durch die Mietvertragsverlängerung den Fortbestand der Villa. Alles Weitere hat der Verein selbst gestemmt, mit eigenen Händen. Was dabei entstanden ist, lässt sich kaum in eine Kategorie fassen. Konzerte mit lateinamerikanischen Beats, akustische Musik, DJs von Trance über Techno bis Groove. Bands wie Irie Révoltés standen hier früh auf der Bühne. Der legendäre 1. Mai lief dieses Jahr so gut wie noch nie, die Festivilla als mehrtägiges Sommerfestival im Freien ist schon längst eine Heidelberger Institution. Seit zwei Jahren ist die Villa auch Teil von Enjoy Jazz. Dabei vergisst die Villa nie ihre Stammkundschaft und bietet immer wieder eine Bühne – ob drinnen oder draußen – für lokale Bands bei ihrem allerersten Auftritt und Formate, die anderswo keinen Platz finden. Sie ist ein Ort, an dem jeder und jede willkommen ist – unabhängig vonHerkunft, Lebensstil oder Alter. An demman sich über Generationen hinweg begegnet und schätzt, um zusammen zu feiern, zu tanzen, zu lachen oder Chai zu trinken. Dabei hat die Villa etwas geschafft, was nur wenigen gelingt – sie ist offen für alle geblieben: Das kleine Bier kostet heute 1,50 Euro, vor 25 Jahren waren es 3 Mark. In Zeiten drastisch steigender Preise ist das alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Diese Offenheit, dieser Charme, dieses pulsierende Leben sind kein Zufall. Sie sind das Ergebnis von 25 Jahren ehrenamtlichemEngagement – und einModell, das zeigt, was Kultur und Ehrenamt auch ohne großes Geld leisten können, wenn man ihnen Freiheit, Raum und Vertrauen schenkt. Wir gratulieren herzlich zum 25. Jubiläum und freuen uns darauf, dort gemeinsam noch viele weitere Nächte zum Tag zu machen. 06221 58-47170 geschaeftsstelle@gruene- fraktion.heidelberg.de Die Villa Nachttanz ist ein Ort, an dem jeder und jede willkommen ist – unabhängig von Herkunft, Lebensstil oder Alter. (Foto Grünen-Fraktion Heidelberg) Termine Gemeinderat und Ausschüsse – Rathaus, Marktplatz 10 Haupt- und Finanzausschuss: Mittwoch, 20. Mai, 17.30 Uhr In den Pfingsferien tagen die Gremien nicht. Jugendhilfeausschuss: Dienstag, 9. Juni, 16 Uhr Ausschuss für Soziales und Chancengleichheit: Dienstag, 9. Juni, 18 Uhr Gemeinderat: Donnerstag, 11. Juni, 16.30 Uhr www.gemeinderat. heidelberg.de Termine Bezirksbeiräte und weitere Gremien Bezirksbeirat Rohrbach: Mittwoch, 13. Mai, 18 Uhr, Hochschule Fresenius, Sickingenstraße 63–65 Jugendgemeinderat: Donnerstag, 21. Mai, 17 Uhr, Rathaus, Marktplatz 10 In den Pfingsferien tagen die Gremien nicht. Bezirksbeirat Wieblingen: Dienstag, 9. Juni, 18 Uhr, Evangelisches Gemeindehaus, Mannheimer Straße 252 Weitere Termine und Tages- ordnungen: www.gemeinde rat.heidelberg.de
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