5 AKTUELLES 4. März 2026 „Sichtbar machen, wie viel in der Stadt passiert“ Gleichstellungsbeauftragte im Interview zum Weltfrauentag B ei den ersten Feministischen Wochen rund umdenWeltfrauentag am 8. März steht das Thema Frauengesundheit im Mittelpunkt. Heidelbergs Gleichstellungsbeauftragte erklärt, warum. Wo sehen Sie Heidelberg gut aufgestellt, wo gibt es Handlungsbedarf? Sandra Arendarczyk Ich bin jetzt seit einem Jahr Gleichstellungsbeauftragte in Heidelberg, und was mich wirklich beeindruckt hat, ist das große Engagement in dieser Stadt. Es gibt starke Beratungsstellen, eine aktive Zivilgesellschaft, viel fachliche Expertise an Universität und Klinikum und viele Menschen, die sich einsetzen. Das ist eine sehr gute Grundlage. Was ich in diesem Jahr aber auch gesehen habe: Vieles passiert nebeneinander. Ich bin überzeugt, dass wir weiterkommen, wenn wir gemeinsam an einem Strang ziehen. Dafür soll der Runde Tisch Geschlechtergerechtigkeit ein Raum sein, den es seit September 2025 gibt. Zum ersten Mal gibt es rund um den Weltfrauentag feministische Wochen in Heidelberg. Warum? Arendarczyk Rund umden 8. März gab es in Heidelberg schon immer Veranstaltungen. Neu ist, dass wir sie bewusst unter einem gemeinsamen Namenund in einemklaren Zeitraum zusammenführen. Die FeministischenWochenzeigen, dassGeschlechtergerechtigkeit viele Bereiche betrifft – von Gesundheit über Arbeit bis zu gesellschaftlicher Teilhabe. Und sie sollen kein einmaliges Projekt bleiben. Wir wollen dieses Format verstetigen und jedes Jahr mit einem neuen Schwerpunkt weiterentwickeln. So entsteht Kontinuität. Und warum das Thema Frauengesundheit als Schwerpunkt? Arendarczyk In meinem ersten Jahr ist mir das Thema Frauengesundheit immer wieder begegnet. Dabei wurde auch immer wieder klar, wie viele strukturelle Fragen darin stecken. Es geht um psychische Belastung, um Care-Verantwortung, um chronische Erkrankungen oder auch um die gesundheitlichen Folgen von Gewalt. Vieles wird noch als individuelles Problem wahrgenommen, obwohl gesellschaftliche Strukturen dahinterstehen. Daher war es wichtig, dieses Thema einmal bewusst in den Mittelpunkt zu stellen. Warum ist das ein Thema für eine Kommune und nicht nur für die Medizin? Arendarczyk Gesundheit entsteht nicht nur im medizinischen System. Sie hängt eng mit Lebensrealität zusammen – mit Arbeit, Familie, finanzieller Situation, sozialer Einbindung. Als Kommune sind wir nah an den Menschen. Wir gestalten Rahmenbedingungen, vernetzen Akteurinnen und Akteure und schaffen Räume für Austausch. Genau das sehe ich als meine Aufgabe: strukturelle Zusammenhänge sichtbar zu machen und Gespräche anzustoßen. eu www.heidelberg.de/ frauentag Gemeinsam für mehr Menschenwürde IZ Heidelberg lädt zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus ein D ie Internationalen Wochen gegen Rassismus vom 11. bis 29. März stehen dieses Jahr unter dem Motto „100 Prozent Menschenwürde“. Mehr als 60 Initiativen laden gemeinsam mit dem Interkulturellen Zentrum Heidelberg (IZ) zu verschiedenen Formaten ein. Das Programm reicht von Workshops zu Zivilcourage im Alltag über Ausstellungen und Filmabende bis hin zu Lesungen und Gesprächsrunden. Interkulturelle Feste schaffen Raum für Begegnung und persönlichen Austausch. Ziel ist es, unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen und Menschen ins Gespräch zu bringen. Die Aktionswochenmachen zugleich deutlich, wie breit das Engagement in der Stadt ist. Ehrenamtliche Gruppen, Bildungseinrichtungen und Kulturschaffende setzen gemeinsam ein Zeichen für Respekt und Solidarität. Die Veranstaltungen stehen allen Heidelbergerinnen und Heidelbergern offen. Im Mittelpunkt steht die gemeinsame Überzeugung, dass Menschenwürde und Zusammenhalt die Basis einer starken Stadtgesellschaft sind. „Zusammenhalt entsteht dort, wo Menschen aufeinander zugehen, einander mit Offenheit und Respekt begegnen, zuhören und bereit sind, unterschiedliche Perspektiven auszuhalten. So gelingt es uns, nicht zufällig, sondern durch gezielte und wertschätzende Begegnungen als Gesellschaft zusammenzuwachsen“, sagt Bonka von Bredow, Leiterin des IZ. „Im vergangenen Jahr hat unsere Stadtgesellschaft ein besonders starkes Zeichen gesetzt. Mit über 60 Veranstaltungen war Heidelberg bundesweit die Nummer eins unter den Städten mit weniger als 200.000 Einwohnerinnen und Einwohnern“, freut sich Oberbürgermeister Eckart Würzner. Frühlingsfest Bereits am Samstag, 7. März, laden verschiedene Akteure gemeinsam zum Frühlingsfest vor und im Interkulturellen Zentrum, Bergheimer Straße 147, ein. Von 16 bis 20 Uhr gibt es Spieleangebote, Mitmachaktionen, Musik und zu Sonnenuntergang ein gemeinsames Fastenbrechen. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Auszug aus dem Programm › Ausstellung: Vielfalt und Toleranz in der Kinder- und Jugendliteratur, 11. bis 28. März, Stadtbücherei, Poststraße 15 › Gespräch: „Sicher sind wir nicht geblieben“ – Jüdischsein in Deutschland“, Donnerstag, 12. März, 18 Uhr, Interkulturelles Zentrum, Bergheimer Straße 147 › Workshop: Handlungs- und Argumentationstraining, am Donnerstag, 19. März, 17.30 bis 21 Uhr, digital › Filmvorführung: „DieMöllner Briefe“, am Freitag, 27. März, um 16 Uhr im Augustinum Heidelberg, Jaspersstraße 2 › Stadtrundgang: „Heidelberg imNationalsozialismus – Verfolgung und Widerstand“, am Freitag, 27. März, um 18 Uhr. Treffpunkt: Ecke Hauptstraße/Theaterstraße › Event: Essen, Musik und Tanz, am Samstag, 28. März, von 11.30 bis 16 Uhr im Iduna-Center, Boxbergring 12–16 red Vollständiges Programm unter www.iz-heidelberg.de Den Auftakt zu den Wochen gegen Rassismus macht ein Frühlingsfest mit Fastenbrechen am 7. März. (Bild IZ)
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