AKTUELLES 4 Katastrophenschutz wird immer wichtiger Aktuelle Herausforderungen für Heidelberger Feuerwehr B ei der Jahreshauptversammlung konnte die Feuerwehr kürzlich beeindruckende Einsatzzahlen vorweisen. Feuerwehrchef Heiko Holler erklärt, wie sich die Feuerwehr für die Zukunft aufstellen will. Feuerwehrchef Heiko Holler Herr Holler, wie verlief das zurückliegende Einsatzjahr bei der Feuerwehr Heidelberg? Heiko Holler Die Feuerwehr Heidelberg ist 2025 zu 2.515 Einsätzen ausgerückt. Das sind fast 200 mehr als im Vorjahr. Darunter waren 313 Brände, knapp 60 mehr als noch 2024. Insgesamt haben wir 277 Menschen bei Unfällen, Bränden und aus weiteren Gefahrensituationen gerettet – im Durchschnitt also alle 32 Stunden eine Person. Mit welchen weiteren Herausforderungen ist die Feuerwehr konfrontiert? Holler Der Stellenwert des Katastrophenschutzes wächst. Das liegt an der sich verändernden geopolitischen Lage mit einem Krieg in Europa und der zunehmenden Häufung und Intensität von Klimaereignissen und Naturkatastrophen, aber auch am technischen Fortschritt, vor allem im Bereich Künstliche Intelligenz. Bedrohungen durch Cyberkriminalität und Hackerangriffe nehmen zu und werden immer professioneller. Hier sind auch wir gefordert, Vorsorge zu treffen – und diese Aufgabe nehmen wir mit voller Kraft an. Wie konkret? Holler In unserem neuen Erweiterungsbau haben wir ein Katastrophenschutzlager eingerichtet. In den vergangenen Jahren haben wir begonnen, erste Gerätehäuser der Freiwilligen Feuerwehrmit Netzersatzanlagen auszustatten – sie dienen im Falle eines vorrübergehenden Stromausfalls oder eines Ausfalls der Telekommunikationsnetze als wichtige Anlaufstellen für die Bevölkerung, um Informationen zu erhalten und Notrufe absetzen zu können. Als Organisation des Katastrophenschutzes reicht es nicht mehr, nur die handwerklichen Fähigkeiten auszubauen. Wir steigern unsere digitale Souveränität im Krisenmanagement, um uns etwa im Bereich IT und Telekommunikation unabhängiger von einzelnen technischen Lösungen zu machen – nur um einige Beispiele zu nennen. Spielt die Digitalisierung auch im Einsatzgeschehen eine stärkere Rolle? Holler Zunehmend. Bei der Anfahrt zu einem Brand verschafft sich der Einsatzleiter bereits mit einem Tablet einen Eindruck vomEinsatzobjekt: So erhält er frühzeitig wertvolle Informationen über das Gebäude und das umliegende Gelände. Zudem haben wir die Möglichkeit, auf Drohnen mit Wärmebildtechnik zurückzugreifen. Erfolgreich ist auch die smartphonebasierte Ersthelferalarmierung mittels Katretter-App: Bei medizinischen Notfällen werden qualifizierte Ersthelferinnen und Ersthelfer im Umfeld alarmiert und können so in den wichtigen ersten Minuten bis zum Eintreffen des Notarztes helfen. chb www.feuerwehr.heidelberg.de Vorsorgen für Krisen Die Berufsfeuerwehr gibt hilfreiche Tipps Hochwasser, Großbrände, Unwetter oder Stromausfall – jeder kann bei solchen Ereignissen von Gefahren betroffen sein. Mit Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz ist ein leistungsstarkes Hilfesystem vorhanden. Aber auch hier sind die Kapazitäten begrenzt und nicht jedem kann sofort geholfen werden. Daher ist es wichtig, dass sich jeder selbst – und ganz wichtig, auch anderen – helfen kann. Die Feuerwehr gibt hierzu Tipps und verweist unter anderem auf eine Broschüre zur Vorsorge für Krisen und Katastrophen vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. red Weitere Informationen unter www.feuerwehr.heidelberg.de/ selbstschutz 4. März 2026 Was brauche ich im Krisenfall? (Bild Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe) Jetzt für Tigernamen abstimmen Die jungen Sumatra-Tigerinnen im Zoo Heidelberg warten noch auf einen Namen. Mehr als 2.500 Namensvorschläge sind dafür eingegangen. Jetzt können Tigerfreundinnen und -freunde online für ihre Favoriten abstimmen. Die Abstimmung läuft noch bis einschließlich 8. März unter www. zoo-heidelberg.de. Der Tiger-Nachwuchs wird künftig eine wichtige Rolle im Europäischen Erhaltungszuchtprogramm für Sumatra-Tiger spielen. Diese kleinste Tigerunterart gilt als hoch bedroht. (Foto Knigge/Zoo Heidelberg) 2.515 Einsätze, davon 313 Brandeinsätze Einsatzzahlen 2025 277 Menschen aus lebensbedrohlicher Lage gerettet Neuer Rekord: 801 Mitglieder 8.000 Ausbildungs- stunden absolviert + 20 % Mitglieder bei Kinder- und Jugend- feuerwehr
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