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Amtsanzeiger der Stadt Heidelberg 4. Februar 2026 / Ausgabe 4 / 34. Jahrgang ERINNERUNGSKULTUR NS-Unrecht in Heidelberg Gedenkkonzept wird erarbeitet Die Erinnerung an das Unrecht der Nationalsozialisten wachhalten und ihrer Opfer würdig gedenken: Mit diesem Ziel erarbeitet ein Arbeitskreis derzeit ein Konzept für eine angemessene, stadtweite Gedenkkultur. Um die Arbeitsergebnisse der Gruppe fortlaufend zugänglich zu machen und bereits während des Entstehungsprozesses Informationen für Gedenkformate zu liefern, wurde eine Webseite eingerichtet, die ab sofort unter www.erinnerungs kultur.heidelberg.de zu finden ist. S. 8 › ENGAGEMENT Auftakt für Ehrenamtskarte Veranstaltung am 6. Februar Engagierte Bürgerinnen und Bürger können sich am Freitag, 6. Februar, von 14 bis 17 Uhr imRathaus über die neue Ehrenamtskarte informieren. Oberbürgermeister Würzner und Staatssekretärin Dr. Ute Leidig stellen das Angebot vor und überreichen die ersten Karten an Mitglieder der Rettungsorganisationen. Ehrenamtliche mit ausgefülltemAntrag und einer Bestätigung ihres Engagements können sich vor Ort eine Ehrenamtskarte ausstellen lassen. Mehr Informationen zu demAngebot für Engagierte unter www.heidelberg.de/ehrenamtskarte. POLITIK Finanznot der Kommunen Städtetag fordert Reformen Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus ganz Deutschland drängt Oberbürgermeister Eckart Würzner Bund und Länder zu Reformen, die die Finanznot der Kommunen lindern. Der Deutsche Städtetag, in dessen PräsidiumWürzner Mitglied ist, fordert unter anderem eine Soforthilfe von rund 30Milliarden Euro für die kommunale Ebene sowie eine echte Entlastung der Städte von den ständig steigenden Sozialkosten. Eine weitere Forderung ist die konsequente Anwendung des Grundsatzes „Wer bestellt, bezahlt auch“. Bühne frei für das Konzerthaus Stadthalle Heidelberg: Mit einer großen Opening-Veranstaltung ist die Stadthalle am Sonntag, 1. Februar, nach mehrjähriger umfassender Sanierung wiedereröffnet worden. Rund 2.400 Bürgerinnen und Bürger erkundeten den Tag über die „gute Stube“ Heidelbergs, die sich nach der Sanierung in vielen Bereichen wieder stärker ihrem historischen Originalzustand angenähert und zugleich die für ein modernes Konzert- und Veranstaltungshaus notwendige Technik, Infrastruktur und Barrierefreiheit erhalten hat. Herzstück der Stadthalle ist der eindrucksvolle Wolfgang- Marguerre-Saal, der künftig dank beweglicher Böden neben einem ebenen Parkett auch ansteigende Sitzreihen für Konzerte ermöglicht – mit verbesserter Sicht und Akustik für das Publikum. Ein besonderer Tag Die Besucherinnen und Besucher erlebten den ganzen Eröffnungstag über interessante Bühnenprogramme mit hochklassiger Musik, informativen Talkformaten und Filmvorstellungen – und erhielten damit einen Eindruck, was die Stadthalle nach ihrer umfassenden Sanierung auszeichnet. „Die Wiedereröffnung der Stadthalle ist ein ganz besonderer Tag für unsere Stadt: Heidelbergs Herz schlägt wieder!“, sagte Oberbürgermeister Eckart Würzner. Fit für die Zukunft „Unser Juwel Stadthalle hat durch die Sanierung seinen Feinschliff bekommen. Die Stadthalle präsentiert sich als einmodernes Konzerthaus, das seinen historischen Charme bewahrt hat. Sie verbindet Tradition und Moderne – und steht damit sinnbildlich dafür, was Heidelberg seit jeher auszeichnet. Zu verdanken haben wir dies alles unserem Heidelberger Ehrenbürger Wolfgang Marguerre. Gemeinsammit seiner Familie und seinem UnternehmenOctapharma hat er es erst möglich gemacht, die Stadthalle umfassend zu sanieren und fit für die Zukunft zu machen – ein großes Geschenk für Heidelberg und die gesamte Stadtgesellschaft“, so Würzner. Gemeinsam mit seiner Familie und seinem Unternehmen Octapharma deckt Wolfgang Marguerre in vollem Umfang die Kosten für die Sanierung der Stadthalle in Höhe von 57 Millionen Euro. chb „Heidelbergs Herz schlägt wieder“ Konzerthaus Stadthalle nach umfassender Sanierung wiedereröffnet Eindrücke von der Eröffnung S. 2–5 › Das Philharmonische Orchester Heidelberg unter Leitung seines Generalmusikdirektors Mino Marani begeisterte mit seinem musikalischen Auftakt zur Wiedereröffnung des Konzerthauses Stadthalle Heidelberg. (Foto Rothe) www.stadtblatt. heidelberg.de www.heidelberg.de/ bekanntmachungen

2 ERÖFFNUNG DER STADTHALLE 4. Februar 2026 Großes Interesse beim Eröffnungstag Mathias Schiemer Geschäftsführer Heidelberg Marketing und Heidelberger Kultur- und Kongressgesellschaft (Foto: Schwerdt) Peter Bresinski Geschäftsführer der Gesellschaft für Grund- und Hausbesitz Heidelberg (GGH) (Foto: Ross/GGH) Prof. Felix Waechter und Sibylle Waechter Waechter + Waechter Architekten BDA (Foto: Waechter + Waechter Architekten BDA) Hubböden ermöglichen große Flexibilität bei der Bühnengröße und ansteigende Sitzreihen für Konzerte. (Foto Rothe) Der Säulengang bildet nun dank Verglasung einen Aufenthaltsbereich mit Blick auf Fluss und Philosophenweg. (Foto Niebylski) Von Konzerten über Bälle, Fastnachts- und Tanzveranstaltungen – die Stadthalle kann wieder genutzt werden. (Foto Niebylski) Oberbürgermeister Eckart Würzner dankte Wolfgang Marguerre für seinen Einsatz für die Stadthalle. (Foto Niebylski) Heller, moderner, flexibler: Bei der Eröffnung konnten Besucherinnen und Besucher den sanierten Wolfgang-Marguerre-Saal erleben. (Foto Stadt Heidelberg) Heidelbergerinnen und Heidelberger auf Erkundungstour im sanierten Konzerthaus B esucherinnen und Besucher erlebten bei der Eröffnung des Konzerthauses Stadthalle ein vielfältiges Bühnenprogramm – der Einlass erfolgte aufgrund begrenzter Kapazität in vier Zeitslots. Musikalische Glanzpunkte setzten das Philharmonische Orchester Heidelberg, der Heidelberger Frühling, die Heidelberger Sinfoniker und das KlangForum. In vier Bühnentalks erhielt das Publikum umfassende Einblicke in die Sanierung und Nutzung. Moderiert und konzipiert wurde das Bühnenprogramm von Holger Schultze, Intendant des Theaters und Orchesters Heidelberg. Im Anschluss erkundeten die Besucherinnen und Besucher die Stadthalle. Zum Abschluss des Eröffnungstages wartete am Abend ein weiteres Highlight: das Eröffnungskonzert des Philharmonischen Orchesters Heidelberg unter Leitung seines Generalmusikdirektors Mino Marani. „Mit großer Sorgfalt haben wir Geschichte bewahrt, moderne Technik integriert und den Blick zum Neckar geöffnet. So entstand ein Ort, der Vergangenheit und Zukunft verbindet und Menschen neu zusammenführt.“ „Unser Dank gilt insbesondere dem Gesamtprojektleiter Sebastian Streckel sowie dem gesamten GGH-Team, das die komplexen Anforderungen des Projekts mit hoher fachlicher Kompetenz und Flexibilität bewerkstelligt hat.“ „Das historische Erbe zu bewahren, aus dem vorhandenen Erbe zu schöpfen und aus dem Gestern das Morgen neu zu denken, war Ziel unserer Arbeit. In diesem Verständnis wurden alle bauzeitlichen Elemente in sorgfältigster Handarbeit gesichert und restauriert.“ Fotogalerie und weitere Infos Alles Wichtige zum Konzerthaus Stadthalle Heidelberg sowie Fotos und Videos von der Eröffnung gibt es hier: www.stadthalle.heidelberg.de

3 ERÖFFNUNG DER STADTHALLE 4. Februar 2026 Holger Schultze Intendant Theater und Orchester Heidelberg (Foto: Reichardt) Thorsten Schmidt Intendant und Geschäftsführer des Musikfestivals Heidelberger Frühling (Foto: Taake) Uschy Szott Leiterin Jugendtanztag beim Haus der Jugend der Stadt Heidelberg (Foto: Heidrich) Das alles bietet das sanierte Konzerthaus Stadthalle Moderne Technik, flexiblere Raum- nutzung und historischer Charme D ie 1903 eröffnete Stadthalle kann künftig mehrere Funktionen erfüllen: als Konzerthaus nach international erstklassigen Standards, als Ort für ein breites gesellschaftliches Veranstaltungsangebot – vom Jugendtanztag über gesellschaftliche Bälle, Feste und Empfänge bis hin zu Fastnachtsveranstaltungen – und als Anbieter von Abendveranstaltungen in Zusammenarbeit mit dem Heidelberg Congress Center (HCC). Die Projektleitung für die Sanierung hatte die Gesellschaft für Grund- und Hausbesitz mbH (GGH) inne, in enger Abstimmung mit der Betreiberin Heidelberger Kultur- und Kongressgesellschaft und demArchitektenbüro Waechter + Waechter. Wolfgang-Marguerre-Saal: Der größte Saal bietet für Publikum und Künstlerinnen und Künstler enorme Verbesserungen: Hubböden ermöglichen Flexibilität bei der Bühnengröße und ansteigende Sitzreihen für Konzerte. Besucherinnen und Besucher profitieren von einer uneingeschränkten Sicht auf die Bühne. Zusammen mit weiteren Maßnahmen verbessert dies auch die Akustik. Zugleich kann der Saal weiter mit ebenem Parkett, etwa für Tanzveranstaltungen, genutzt werden. Im Bühnenbereich nähert sich die Stadthalle dem Originalzustand an: Nachträgliche Einbauten von 1979/80, wie eine Zwischenwand hinter der Bühne und rote Vorhänge, wurden entfernt. Das historische Geländer vor der Orgel wurde wieder freigelegt. Hochwertige Stühle bieten hohen Sitzkomfort. Säulengang zum Neckar: Der Portikus ist eines der neuen Highlights. Die bei der Sanierung 1979/80 eingebauten Türverkleidungen wurden entfernt, sodass der Zugang wieder möglich ist. Durch eine Verglasung des Portikus in Abstimmung mit dem Denkmalschutz wurde der bislang ungenutzte Bereich zu einem attraktiven Aufenthaltsraum mit Blick auf Neckar und Heiligenberg umgestaltet. Der Wolfgang-Marguerre-Saal profitiert zudem von der zusätzlichen Helligkeit. Neuer Verbindungsgang: Durch eine Glaswand im hinteren Bereich des Wolfgang-Marguerre-Saals besteht nun eine Durchgangsmöglichkeit vom Octapharma-Foyer in den Meriansaal, ohne Querung des Saals. Meriansaal und andere Räume können dadurch unabhängiger genutzt werden. Empore: Die Empore steht in der Eröffnungswoche noch nicht zur Verfügung. Aufgrund von verspäteten Materiallieferungen konnten unter anderem Geländer und Sturzsicherungen nicht rechtzeitig eingebaut werden. Die Fertigstellung erfolgt in den kommenden Wochen. Die Bestuhlung nähert sich wieder dem Originalzustand an: Seitlich sitzt das Publikum auf vier Reihen statt bislang drei. Die zusätzlichen Stühle wurden aus dem mittleren Bereich entnommen. An der Stirnseite stehen weiter fünf Reihen zur Verfügung. Die Stühle wurden in Abstimmung mit dem Denkmalschutz ausgewählt. Octapharma-Foyer: Die Bar wurde als Rundbar in die Mitte verlegt. Dadurch konnte die dritte, historische Tür in den Wolfgang-MarguerreSaal wieder geöffnet werden. Zudem waren kleinere, sicherheitsrelevante Anpassungen erforderlich, unter anderem an den Geländern. Barrierefreiheit: Dank eines neuen Aufzugs im Foyer können Gäste im Rollstuhl künftig auch nach unten zur Garderobe und nach oben in den Wolfgang-Marguerre-Saal und zur Empore fahren. Zudem wurde ein neuer Aufzug am Osteingang (Montpellierplatz) gebaut. Insgesamt sieben moderne Aufzüge stehen zur Verfügung. Davon profitieren auch Künstlerinnen und Künstler, die von der Garderobe mit ihren Instrumenten zum Wolfgang-Marguerre-Saal fahren können, sowie das CateringPersonal. Für Rollstuhlfahrer und Begleitpersonen stehen im Saal ausreichend Plätze zur Verfügung. Zudem wurden zwei barrierefreie Toiletten gebaut. Neue Räume: Für Künstlerinnen und Künstler gab es früher nur eine Umkleide. Nun wurden im Untergeschoss vier Soloumkleiden geschaffen. Im Erdgeschoss ist eine neue Küche, im Untergeschoss sind neue Arbeitsräume, Kühlräume, Lagerflächen und Sozialräume entstanden. Technik: Stromleitungen, Beleuchtung, Haustechnik und Brandschutz wurden in der gesamten Stadthalle grundlegend erneuert. Die leistungsstarke Lüftungsanlage wurde in der neuen Technikzentrale unterhalb des Montpellierplatzes installiert – dadurch wurde im Keller der Stadthalle Platz frei für Künstlergarderoben und Catering. Fenster: Historische Fenster wurden restauriert und um eine davor- und eine dahinterliegende Fensterscheibe ergänzt. So sind die historischen Fenster weiterhin sichtbar – verbunden mit deutlichen energetischen Verbesserungen. Nicht denkmalgeschützte Fenster wurden erneuert. chb Die Stadthalle nähert sich durch die Sanierungen in vielen Bereichen wieder dem Originalzustand an, etwa durch die Öffnungen im Wolfgang-Marguerre-Saal zum Neckar und zur Altstadt sowie die Treppe zum Montpellierplatz. (Foto Rothe) „Ich freue mich, dass wir mit unserem Bühnenprogramm und unserem Philharmonischen Orchester die Stadthalle eröffnen konnten. Mein großer Dank geht an Wolfgang Marguerre für sein einzigartiges Engagement für die Kunst in Heidelberg.“ „Mit diesem Haus verfügt Heidelberg über einen der schönsten und besten Konzertsäle der Republik. Im Heidelberger Frühling Musikfestival werden große internationale Künstlerinnen, Künstler und Klangkörper dann zeigen, was das neue Haus alles kann.“ „Wir alle freuen uns so sehr auf dieses schöne Haus. Die besondere Atmosphäre der Stadthalle gibt den Kindern und Jugendlichen eine ganz eigene Anerkennung für das, was sie auf dieser Bühne zeigen.“

4 Zeitlicher Ablauf der Sanierung 4. Februar 2026 ERÖFFNUNG DER STADTHALLE Montpellierplatz neu gestaltet Mehr Grün und Freitreppe nach historischem Vorbild M it Sanierung des Konzerthauses Stadthalle ist auch der Montpellierplatz an der Ostseite neu gestaltet worden. Entstanden ist eine attraktive Grünanlage mit einer großen Rasenfläche, neu angelegten Stauden- und Gehölzpflanzungen, einem weiteren Baum sowie zusätzlichen Bänken. Durch Wegfall des nichtdenkmalgeschützten, 1979/80 errichteten Rondells konnte der ursprüngliche Zustand der Ostfassade der Stadthalle wiederhergestellt werden. Vom Meriansaal der Stadthalle führt nun eine doppelläufige Freitreppe nach historischem Vorbild auf eine repräsentative kleine Platzflächemit Sandsteinpflaster auf dem Montpellierplatz und die Grünanlage dahinter. Durch den Abbau des Rondells ist zudem eine neue Blickbeziehung von der Bienenstraße in Richtung Neckar entstanden. Die großkronigen Bäume an allen drei Seiten des Montpellierplatzes blieben erhalten und erhielten durch Entsiegelungen mehr Platz zumWachsen. Die Gehwege werden in das Innere der Grünanlage verlegt. Der Blauglockenbaum im Inneren der Anlage blieb – dank einer angepassten Planung der darunter liegenden Technikzentrale der Stadthalle – ebenso bestehen. Mehr Sitzgelegenheiten Großzügige, lange Bänke an allen drei Seiten öffnen Besucherinnen und Besuchern des Montpellierplatzes verschiedene Blickbeziehungen. Das Sitzangebot wurde vergrößert. Die Stadtwerke Heidelberg installierten eine neue Wegebeleuchtung. In der Freiraumgestaltung wurden Zu- und Ausgang der Lüftungsanlage für die Technikzentrale bestmöglich integriert, etwa durch Bepflanzung, die ab dem Frühjahr deutlicher sichtbar wird. Das Freiraumkonzept zur Gestaltung des Montpellierplatzes hatte das Büro Bierbaum Aichele Landschaftsarchitekten aus Mainz entworfen. Die Arbeiten erfolgten unter Federführung des Landschafts- und Forstamtes und hatten im Juni 2025 begonnen. chb Blick auf den neu gestalteten Montpellierplatz an der Stadthalle. Er bietet nun mehr Sitzgelegenheiten als früher. (Foto Rothe) Zahlen und Fakten 50.000 m3 Luft in einer Stunde – mit dieser Menge kann die gesamte Stadthalle be- und entlüftet werden dank der neuen, modernen Lüftungsanlage in der Technikzentrale unterhalb des Montpellierplatzes. 123 Jahre alt wird die Stadthalle in diesem Jahr. Sie wurde erbaut nach den Plänen der Heidelberger Architekten Jakob Henkenhaf und Friedrich Ebert in den Jahren von 1901 bis 1903. 10-12 min dauert es, die Hubböden vom ebenen Parkett in eine Konzertsituation mit ansteigenden Sitzreihen zu fahren – oder umgekehrt. 586 m2 groß ist die neue Tec unterhalb des Mont 7 Aufzüge bringen insbesondere Menschen mit körperlichen Einschränkungen auf die gewünschte Ebene – von der Garderobe bis zur Empore. 30 cm über dem Boden befindet sich bei ansteigendem Parkett die Stuhllehne der letzten Reihe über dem Niveau des ebenen Parketts. Die erste Reihe fährt dagegen 1,70 Meter nach unten. 3.766 Pfeifen zählt die historische VoitOrgel von 1903 imWolfgang- Marguerre-Saal. Als ältestes noch existierendes komplett elektrisch angesteuertes Instrument ist die Heidelberger Voit-Orgel einzigartig. August 2019 Schließung und Beginn der Untersuchung des sanierungsbedürftigen Gebäudes September 2019 Haupt- und Finanzausschuss beschließt das Sanierungskonzept. Vorbereitende Arbeiten beginnen. Mai 2020 Bauantrag wird eingereicht. Dezember 2021 Regierungspräsidium Karlsruhe erteilt Baugenehmigung. März 2022 Rohbauarbeiten für Technikzentrale beginnen. Ende 2023 Abschluss der Rohbauarbeiten und Beginn der Arbeiten an den Hubböden Januar 2024 Haupt- und Finanzausschuss beschließt Erhöhung der Maßnahmengenehmigung auf insgesamt 57 Millionen Euro. Wolfgang Marguerre weitet seine Unterstützung gemeinsam mit seiner Familie und seinem Unternehmen Octapharma aus. Juni 2025 Neugestaltung des Montpellierplatzes startet.

5 123 Jahre Stadthalle Nachdem immer mehr Wünsche aus der Bürgerschaft nach einer Festhalle aufgekommen waren, wurde 1886 – an gleicher Stelle wie die spätere Stadthalle – ein Vorgängerbau zum 500. Jubiläum der Universität Heidelberg errichtet: eine provisorische Festhalle aus Holz, deutlich größer als die heutige Stadthalle. Die Rufe nach einer Stadthalle wurden in der Folge lauter. Ab 1901 baut schließlich die Stadt Heidelberg die Stadthalle in ihrer heute bekannten Form als Versammlungs- und Festgebäude für die Bürgerschaft. Der Bau der Stadthalle kostete die für diese Zeit große Summe von 1.025.000 Goldmark. Am 5. August 1903 wird die Stadthalle offiziell eröffnet. Im Ersten und Zweiten Weltkrieg diente die Stadthalle als Kriegslazarett. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude von der US Armee als Special Service Center genutzt – mit Jazzabenden, Filmvorführungen und Tanzabenden. Erst 1951 bekam Heidelberg seine „gute Stube“ zurück. 1979/80 wurde die Stadthalle renoviert. ERÖFFNUNG DER STADTHALLE 4. Februar 2026 „Geschenk für Generationen“ Sanierung nur dank Familie Marguerre und Unternehmen Octapharma möglich M it dem Eröffnungskonzert des Philharmonischen Orchesters Heidelberg unter der Leitung von Musikgeneraldirektor Mino Marani hat die große Wiedereröffnung des Konzerthauses Stadthalle Heidelberg ihren glanzvollen Abschluss erfahren. Zu Beginn des Konzerts dankte Oberbürgermeister Eckart Würzner in seiner Ansprache Wolfgang und Barbara Marguerre für ihr einzigartiges Engagement gemeinsam mit dem Unternehmen Octapharma. „In der Stadthalle schlägt das Herz unserer Stadt. Es ist das Haus der Heidelbergerinnen und Heidelberger, unsere Perle am Neckar. Die sanierte Stadthalle ist Ausdruck der Verbundenheit von Wolfgang Marguerre und seiner Familie zu Heidelberg. Mit ihrer Großzügigkeit haben sie allen Heidelbergerinnen und Heidelbergern ein Geschenk gemacht, das Generationen berühren wird“, betonte Würzner, der sich im Namen der Stadt, des Gemeinderates und aller Bürgerinnen und Bürger bedankte. Die Besucherinnen und Besucher sowie die Musikerinnen und Musiker erhoben sich von ihren Plätzen und dankten mit lang anhaltendem Beifall. Ein Ort der Gemeinschaft „Die Stadthalle war für mich immer mehr als ein Gebäude – sie ist ein Ort der Begegnung, der Musik und der Gemeinschaft. Dass sie nun in neuem Glanz wieder für alle Heidelbergerinnen und Heidelberger offensteht, erfüllt mich mit großer Freude und Dankbarkeit. Wenn dieses Haus Menschen zusammenbringt, Kultur lebendig macht und auch kommende Generationen inspiriert, dann hat sich dieses Engagement mehr als gelohnt“, sagte Wolfgang Marguerre. Gemeinsam mit seiner Familie und seinem Unternehmen Octapharma deckt er in vollemUmfang die Kosten für die Sanierung der Stadthalle in Höhe von 57 Millionen Euro. chb Heidelbergs Ehrenbürger Wolfgang Marguerre, seine Familie und sein Unternehmen Octapharma finanzierten die Sanierung der Stadthalle. (Foto Octapharma) Vorläuferin der Stadthalle: Festhalle von 1886 (Archivfoto Stadtarchiv) Postkarte aus dem Eröffnungsjahr 1903 (Archivfoto Stadtarchiv) Großer Saal als Kriegslazarett 1914 (Archivoto Stadtarchiv/Carl Knoblauch Verlag) 57 Mio. € und damit den vollen Umfang der Sanierung deckt der Heidelberger Ehrenbürger Wolfgang Marguerre mit seiner Familie und seinem Unternehmen Octapharma. 987 Sitzplätze stehen imWolfgang-Marguerre- Saal maximal zur Verfügung: 636 Plätze im Parkett, 351 Plätze auf der Empore. Je nach Größe der Bühne kann die Sitzplatzzahl variieren. chnikzentrale tpellierplatzes. 182,8 km Elektrokabel und Leitungen wurden circa in der Stadthalle neu verlegt – darunter etwa 30,4 Kilometer Datenleitungen und rund 22,3 Kilometer Brandmeldekabel. 2,1 km Rohrleitungen für Trinkwasser, Schmutz/Regenwasser und Wasser wurden in der Stadthalle in etwa verbaut. Hinzu kommen circa 3.200 Meter Heizungsrohre und etwa 5.800 Quadratmeter Luftkanalsystem. 5 Jahre dauerte die Sanierung der Stadthalle Heidelberg von Januar 2021 bis zur Wiedereröffnung am 1. Februar 2026.

6 4. Februar 2026 BEKANNTMACHUNGEN / AKTUELLES ORTSÜBLICHE BEKANNTMACHUNG Bebauungsplan Handschuhsheim – Quartier am Neckarkanal nördlich des Tiergartenschwimmbades Der Gemeinderat der Stadt Heidelberg hat in öffentlicher Sitzung am 11.12.2025 gemäß § 2 Absatz 1 Satz 1 Baugesetzbuch (BauGB) beschlossen, für einen Bereich nordwestlich des Campus Im Neuenheimer Feld (INF) an der Tiergartenstraße einen Bebauungsplan aufzustellen. Das Plangebiet grenzt im Norden an einen Weg, eine Hundeschule und Kleingärten, im Osten an die Tiergartenstraße und verschiedene Sporteinrichtungen, im Süden an die Freiflächen des Tiergartenschwimmbades und im Westen an den Neckarkanal mit einem Fußweg. Die Grenze des Geltungsbereichs des Bebauungsplans ist auch dem abgedruckten Lageplan zu entnehmen. Ziel des Bebauungsplans ist die Schaffung planungsrechtlicher Grundlagen für die Realisierung eines gemischt genutzten Quartiers. Der Aufstellungsbeschluss wird hiermit ortsüblich bekannt gemacht. Frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit gemäß § 3 Absatz 1 Baugesetzbuch (BauGB) Die Öffentlichkeit ist möglichst frühzeitig über die allgemeinen Ziele und Zwecke der Planung, sich wesentlich unterscheidende Lösungen, die für die Neugestaltung oder Entwicklung eines Gebiets in Betracht kommen, und die voraussichtlichen Auswirkungen der Planung öffentlich zu unterrichten; außerdem ist ihr die Gelegenheit zur Äußerung und Erörterung zu geben. Aus diesem Grund werden die Planunterlagen in der Zeit vom 09.02.2026 bis einschließlich 13.03.2026 auf der Homepage der Stadt Heidelberg unter https:// www.heidelberg.de/planverfahren (alternativ: www.heidelberg.de › Leben › Die Stadt › Stadtplanung › Aktuelle Planverfahren) sowie dem zentralen Internetportal des Landes Service-Portal BadenWürttemberg unter https://stdhd.de/s/ bebauungsplan verfahrenservicebw (alternativ: www.service-bw.de › Amt für Stadtentwicklung und Stadtplanung Heidelberg › Bebauungsplanverfahren › Öffentlichkeitsbeteiligung zu Bebauungsplanverfahren) veröffentlicht. Zusätzlich zur Veröffentlichung im Internet liegen die Unterlagen auch im Kompetenzzentrum Bauen-WohnenFörderung der Stadt Heidelberg, Prinz Carl, Kornmarkt 1, 69117 Heidelberg, zur Einsichtnahme aus. Das Kompetenzzentrum Bauen-WohnenFörderung hat für Besucherinnen und Besucher aktuell dienstags von 11.00 Uhr bis 12.30 Uhr und donnerstags von 15.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet. An den übrigen Tagen ist eine Einsichtnahme in die Planunterlagen nur nach vorheriger Terminvereinbarung unter der Telefonnummer 06221 - 58 25150 oder per E-Mail unter kompetenzzentrum.bauberatung@ heidelberg.de möglich. Darüber hinaus findet für die interessierte Öffentlichkeit am Mittwoch, 04.03.2026, um 18:30 Uhr eine digitale Erörterungsveranstaltung statt. Der Einwahllink für die Veranstaltung ist unter https://www.heidelberg.de/ planverfahren hinterlegt. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. Während des Beteiligungszeitraums ist eine Äußerung zur Planung möglich. Diese soll elektronisch übermittelt werden, kann bei Bedarf auch postalisch erfolgen oder bei der Einsichtnahme im Kompetenzzentrum sowie im Rahmen der Erörterungsveranstaltung mündlich zur Niederschrift vorgebracht werden. E-Mail: beteiligung-stadtplanung@ heidelberg.de Postanschrift: Stadtverwaltung Heidelberg, Amt für Stadtentwicklung und Stadtplanung, Kornmarkt 5, 69117 Heidelberg Heidelberg, 28.01.2026 Stadt Heidelberg, Amt für Stadtentwicklung und Stadtplanung GREMIENSITZUNGEN Rathaus, Marktplatz 10 › Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Mobilität: Mittwoch, 4. Februar – ABGESAGT › Ausschuss für Kultur und Bildung: Donnerstag, 5. Februar, 18 Uhr › Bezirksbeirat Wieblingen: Donnerstag, 5. Februar, 18 Uhr › Bezirksbeirat Rohrbach: Dienstag, 10. Februar, 18 Uhr › Haupt- und Finanzausschuss: Mittwoch, 11. Februar, 17.30 Uhr BEKANNTMACHUNGEN ONLINE › J ahresabschluss 2024 der Heidelberger Kultur- und Kongressgesellschaft HKK Alle Bekanntmachungen im Volltext unter www.heidelberg.de/ bekanntmachungen Parken auf dem Messplatz Maximale Parkdauer 10 Stunden Die Stadt plant zeitnah die Parksituation auf dem Parkplatz am Harbigweg in Kirchheim neu zu ordnen. Konkret betrifft das die mit sogenannten Parkständen markierte Fläche westlich des Kirchheimer Wegs. Künftig gilt auf dem Parkplatz folgende Regelung: › Parken ist ausschließlich für Personenkraftwagen (Pkw) erlaubt › Maximale Parkdauer: 10 Stunden mit Parkscheibe kostenlos Die Begrenzung dient dazu, eine dauerhafte Belegung zu verhindern und die Fläche fortlaufend verfügbar zu halten, auch bei hohem Bedarf rund um Veranstaltungen. Die Beschilderung wird voraussichtlich diesen Monat angebracht. „Geh(t) doch!“ Stadt wirbt für Schulweg ohne Elterntaxis Die Stadt wirbt in nächster Zeit mit mehreren Plakaten im Stadtgebiet dafür, dass Schülerinnen und Schüler ihren Schulweg nach Möglichkeit zu Fuß bestreiten. Die Aktion ist Teil der landesweiten Aktion „Geh(t) doch! – Schulweg ohne Elterntaxis“. Die Banner sind in der Nähe von Schulen und Jugendeinrichtungen zu sehen. Selbstständige, sichere und umweltfreundliche Mobilität der jüngsten Verkehrsteilnehmenden ist der Stadt seit Jahren ein wichtiges Anliegen. Mit dem vom Gemeinderat beschlossenen Sicherheitsaudit werden seit 2016 regelmäßig mögliche Gefahrenstellen im Stadtgebiet untersucht und entschärft. www.heidelberg.de/ kinderwege Impressum Herausgeberin: Stadt Heidelberg Amt für Öffentlichkeitsarbeit Marktplatz 10 69117 Heidelberg 06221 58-12000 s tadtblatt@heidelberg.de www.heidelberg.de Amtsleitung: Timm Herre (tir) Redaktion: Hannah Lena Puschnig (hlp), Sascha Balduf (sba), Christian Beister (chb), Christina Euler (eu), Claudia Kehrl (ck), Julian Klose (jkl), Nicolaus Niebylski (nni), Florian Römer (fr), Laura Schleicher (ls), Laura Stahmer (lst), Carina Troll (cat) Druck und Vertrieb: Rhein- Neckar-Zeitung GmbH Vertrieb-Hotline: 0800 06221-20 Bahnstadt-Entwickler geht in Ruhestand Oberbürgermeister Eckart Würzner (rechts) und Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck (links) haben Gerald Dietz (Mitte), Leiter der Geschäftsstelle Bahnstadt, in den Ruhestand verabschiedet. Seine 40-jährige Berufszeit bei der Stadt begann Dietz 1986, zunächst im Personal- und Organisationsamt, danach im Jugendamt. 1995 wechselte er ins Amt für Liegenschaften und betreute den Bau der Print-Media-Academy, des Glockengießerareals, die Umgestaltung des Alten Hallenbads und die Entwicklung der Bahnstadt. (Foto Stadt HD)

7 STADTWERKE HEIDELBERG 4. Februar 2026 AKTUELLES Fernwärmeausbau geht voran Nächste Phase in Neuenheim und Handschuhsheim Süd Seit Herbst 2024 arbeiten die Stadtwerke Heidelberg intensiviert am Ausbau der Fernwärme, um immer mehr Haushalten den Anschluss an diese klimafreundliche Wärmeversorgung zu ermöglichen. Nach dem Start in den Stadtteilen Neuenheim und Handschuhsheim Süd geht es ab voraussichtlich März 2026 im Bereich östlich der Brückenstraße weiter. Dazu zählt die Bergstraße ab der Brückenkopfstraße; außerdem die Straßen zwischen der Bergstraße und der Brückenstraße ausgehend von der Ladenburgerstraße im Süden bis zur Blumenthalstraße im Norden. Hinzu kommen Teilbereiche des Hainsbachwegs sowie der Handschuhsheimer Landstraße. Der Ausbau ist für den Zeitraum bis zum Jahr 2028 geplant. Parallel dazu stehen weitere Lückenschlüsse im Bereich Neuenheim zwischen der Brückenstraße und der Berliner Straße auf dem Plan. Hier können Sie sich informieren – online oder persönlich: Details zum geplanten Ausbau sind auf einer Online-Karte der Stadtwerke Heidelberg unter www.swhd. de/fernwaerme-verfuegbarkeit zu sehen. Dort finden sich auch Informationen zu den weiteren Fernwärme-Baumaßnahmen der Stadtwerke Heidelberg, etwa im Bereich der Thoraxklinik in Rohrbach. Interessierte können sich auf dieser Website auch für einen Newsletter über den Fernwärmeausbau anmelden. Für alle, die sich lieber persönlich informieren, bieten die Stadtwerke Heidelberg am Dienstag, den 24. Februar, gegen frühen Abend eine Infoveranstaltung im Bürgerhaus Neuenheim an. Wer an dem Termin nicht teilnehmen kann, hat am nächsten Tag, Mittwoch, den 25. Februar, die Möglichkeit, an einem Webinar teilzunehmen. Details zu den beiden Veranstaltungen veröffentlichen die Stadtwerke Heidelberg rechtzeitig über ihre Homepage unter www.swhd.de/ veranstaltungen sowie über die Presse. Am 24. Februar können sich Interessierte bei einer Infoveranstaltung der Stadtwerke Heidelberg im Bürgerhaus Neuenheim zum Fernwärmeausbau informieren. Stadtwerke Heidelberg Unternehmenskommunikation Alte Eppelheimer Straße 26 69115 Heidelberg 06221 513-0 ukom@swhd.de Redaktion: Ellen Frings, Lisa Rieger Foto: Stadtwerke Heidelberg Alle Angaben ohne Gewähr Impressum Von den Nazis als „lebensunwert“ erklärt Gedenktag für NSOpfer rückt Menschen mit Behinderungen in den Mittelpunkt D ie Stadt hat am Dienstag, 27. Januar, im Rathaus der Opfer nationalsozialistischer Verbrechen gedacht. ImMittelpunkt standen dieses Jahr Menschen mit Behinderungen. Zwischen 1934 und 1945 wurden unter den Nazis bis zu 400.000 Menschen zwangssterilisiert, über 200.000 Menschen in Heil- und Pflegeanstalten ermordet. Auch schätzungsweise 250 bis 300 Heidelberger Bürgerinnen und Bürger wurden Opfer der „Euthanasie“ der Nationalsozialisten. „Das Erinnern und Gedenken an die Verbrechen des Nationalsozialismus ist eine besondere Verantwortung. Gerade in der aktuellen politischen Lage, in der Hass und Hetze zunehmen, ist es wichtig, dass wir mit offenen Augen durch unsere Stadt gehen“, sagte Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck in seiner Ansprache. „Am 27. Januar gedenken wir der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz. Es ist ein Tag, der uns zur Wachsamkeit aufruft: Was können wir heute tun, damit das Wissen um die Verbrechen des nationalsozialistischen Staates erhalten bleibt und die Opfer nicht in Vergessenheit geraten?“, sagte Kathrin Bauer, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Gedenkstätte Grafeneck. Die Gedenkstätte im Landkreis Reutlingen ist Erinnerungs- und Mahnstätte für die 10.654 Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Verbrechen in Südwestdeutschland. Auch für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des inklusiven Theaterprojekts „Ein Platz im Gedächtnis“ war Grafeneck im Sommer 2025 ein wichtiger Ort zur Vorbereitung ihres Theaterstücks, aus dem sie in der Gedenkveranstaltung Ausschnitte aufführten. Es ist in Kooperation mit der Kommunalen Behindertenbeauftragten Christina Reiß entstanden. chb Szenenbild aus „Ein Platz im Gedächtnis“ – in dem Stück arbeitete ein inklusives Theaterensemble Medizinverbrechen in Heidelberg zur NS-Zeit auf. (Foto Reichardt)

8 4. Februar 2026 AKTUELLES Opfern würdig gedenken NS-Gedenkkonzept: Neue Webseite informiert über Bausteine und Entstehung D ie Erinnerung an das Unrecht der Nationalsozialisten wachhalten und ihrer Opfer würdig gedenken: Mit diesem Ziel erarbeiten Institutionen und Initiativen, Akteurinnen und Akteure der Heidelberger Erinnerungskultur sowie Mitglieder des Gemeinderats derzeit ein Konzept für eine angemessene, stadtweite Gedenkkultur. Die Gruppe tagt unter Federführung des Heidelberger Stadtarchivs. Grundlage für das Konzept soll die umfassende Dokumentation der NS-Gewaltherrschaft und ihrer Verbrechen in Heidelberg sein. In zunächst elf Themenbereiche gegliedert sollen einzelne Aspekte der Heidelberger NS-Geschichte herausgearbeitet und der aktuelle Forschungsstand dokumentiert werden. „Gerade in einer Stadt wie Heidelberg, in der Weltoffenheit und Toleranz nicht nur gefordert, sondern auch aktiv gelebt werden, ist es wichtig, sich mit seiner eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen und die mahnende Erinnerung an die NS-Schreckensherrschaft wachzuhalten. Nur so können wir verhindern, dass sich die Fehler der Vergangenheit wiederholen“, sagt Bürgermeisterin Martina Pfister. Eine Schlüsselstelle für eine physische und historisch authentische Erinnerung an NS-Unrecht ist das ehemalige Gefängnis „Fauler Pelz“. Dort waren zwischen 1933 und 1945 mehrere Tausend Männer und Frauen inhaftiert. Für fast alle NS-Verfolgungsopfergruppen finden sich unter den Inhaftierten Beispiele, und für etliche von ihnen bedeutete der dortige Aufenthalt den Beginn eines langen Verfolgungsweges, der in Konzentrationslagern endete. Hauptsächliche Träger des Projekts sind das Stadtarchiv, der Heidelberger Geschichtsverein, das Historische Seminar der Universität, die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA), die Initiative Stolpersteine Heidelberg sowie weitere Partner. sba Weitere Informationen unter www.erinnerungskultur. heidelberg.de Unter www.erinnerungskultur.heidelberg.de finden sich Quellen zur NS-Zeit in Heidelberg, wie dieses Foto von der Hauptstraße im Jahr 1935. (Archivfoto Stadtarchiv/Rupp) Verwaltung digitalisieren Stadt Heidelberg und Hochschule Ludwigsburg werden Partner Die Stadt Heidelberg und die Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen Ludwigsburg arbeiten künftig zusammen. In einer Absichtserklärung, die am 28. Januar unterzeichnet wurde, legen die beidenPartner das Ziel ihrer Zusammenarbeit fest: die digitale Modernisierung der Verwaltung voranzutreiben. Während einer Orientierungsphase entwickeln Studierende der Hochschule und Verwaltungsmitarbeitende gemeinsam ein konkretes Projekt, um Herausforderungen zu identifizieren und die digitale Transformation voranzutreiben. Die folgende Projektphase wird wissenschaftlich begleitet, um Erkenntnisse für künftige Kooperationen zu gewinnen. Das langfristige Ziel der Zusammenarbeit sind regelmäßige Forschungsprojekte, von denen die Studierenden ebenso profitieren wie die Mitarbeitenden der Verwaltung. sba OB Würzner und Rektorin Dr. Iris Eliisa Rauskala unterschrieben die Absichtserklärung (Foto Stadt HD) Parkkonzept in der Bahnstadt überarbeitet Verbesserungen nach erster Auswertung Die Stadt verbessert die Übersichtlichkeit und Nutzerfreundlichkeit der Parkraumbewirtschaftung in der Bahnstadt basierend auf Ergebnissen der ersten planmäßigen Überprüfung. Das ist neu: › Größere Zonenschilder für bessere Orientierung: Die Beschilderung der Parkzonen wird deutlich vergrößert. Dies erleichtert die Orientierung im Quartier und steigert damit die Übersichtlichkeit. › Digitale Brötchentaste für kurze Besorgungen: Künftig steht eine digitale Brötchentaste zur Verfügung. Sie ermöglicht eine einmalige, kurzzeitige kostenfreie Parkmöglichkeit und erleichtert damit das schnelle Abholen oder Ausliefern kleiner Besorgungen. Die digitale Brötchentaste kann in allen gängigen Park-Apps betätigt werden. Es kann bis zu 20 Minuten kostenlos geparkt werden. Die Brötchentaste kann auch weiterhin direkt an den Automaten genutzt werden. › Längere Kurzzeitparkdauer: Die maximale Parkdauer im Kurzzeitbereich wird auf bis zu vier Stunden verlängert. Damit schafft die Stadt mehr Planungssicherheit für Besucherinnen, Besucher und Gewerbetreibende. Ziel ist es, das vorhandene Parkangebot noch effizienter nutzbar zu machen und die unterschiedlichen Bedürfnisse im Quartier besser abzubilden. jkl Fachtagung zu Extremismus Handlungssicherheit für die Bildungsarbeit „Radikalisierung erkennen & begegnen! Handlungskompetenz für die Bildungsarbeit“ ist der Titel eines Fachtags am Donnerstag, 5. Februar, an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, Keplerstraße 87. Ziel der Veranstaltung ist es, Fachkräfte, die mit jungen Menschen arbeiten, zusammenzubringen und sie im Umgang mit Radikalisierungs- und Extremismustendenzen zu stärken. Pädagogische Fachkräfte stehen vor der Herausforderung, demokratiefeindliche Äußerungen, Provokationen oder verändertes Verhalten junger Menschen einzuordnen und angemessen darauf zu reagieren. Gerade wenn religiöse, politische oder identitätsbezogene Aspekte berührt sind, erfordert dies fachliche Sicherheit, Reflexionsfähigkeit und ein hohes Maß an Sensibilität. Die Teilnehmenden erhalten fachliche Impulse aus den Bereichen (Sozial-)Pädagogik, politische Bildung, Staatsschutz, Opferschutz und Kriminologie. Den Höhepunkt bildet die Keynote von Kriminologe Prof. em. Dr. Hans-Jürgen Kerner. www.muslimische-akademie- heidelberg.de

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