Stadt und Leute

Ausgabe Nr. 52 · 27. Dezember 2001



"Waxenstein" von Alexander Kanoldt, 1931/32. Ein Ausschnitt des Ölgemäldes, das in der Ausstellung "Der Berg" zu sehen sein wird.

2002: Jahr der Berge

Die Vorbereitungen für eine große Sonderausstellung haben begonnen

Nicht nur in Heidelberg wird im kommenden Jahr das Thema "Berg" eine große Rolle spielen. Ausgehend von einer Initiative der Schweiz hat die UNO 2002 zum "Internationalen Jahr der Berge" (International Year of Mountains, www.mountains2002.org) erklärt, um damit an die Bedeutung der Berge als Lebensraum und Trinkwasserreservoir zu erinnern. Mit dieser Aktion soll unter anderem der Armut von Bergbewohner/innen entgegengewirkt und auf das dramatische Schwinden der Gletscher hingewiesen werden.

Das Thema Berg wird auch Gegenstand einer Sonderausstellung im Heidelberger Kunstverein im Herbst nächsten Jahres sein. Begleitend dazu organisiert das Kulturamt in Zusammenarbeit mit zahlreichen Kultureinrichtungen der Stadt ein umfangreiches Rahmenprogramm. Mit diesem Projekt setzt der Kunstverein die Reihe der Themenausstellungen der vergangenen Jahre fort. "Ausstellungen an den Schnittstellen zwischen Kunst und anderen Bereichen finden breites Interesse", so Hans Gercke, Direktor des Kunstvereins. "Der Baum" im Jahre 1985 und "Blau - Farbe der Ferne" (1990) konnten Rekorde von bis zu 30.000 Besucher/innen verzeichnen.

Die Ausstellung "Der Berg" wird vielfältige Aspekte dieses komplexen Themas aufzeigen und mit allen sinnlichen Mitteln erfahrbar machen. Sie beginnt mit einem kurzen Rückblick auf Berg-Darstellungen früherer Epochen, insbesondere der Romantik, gewährt aber auch einen Blick über die europäischen Grenzen hinweg zu asiatischen Darstellungsformen des Berg-Motivs.

Die Kunst der Klassischen Moderne repräsentieren Werke von Kandinsky, Klee, Kirchner, Segantini, Hodler und anderen. Der Schwerpunkt liegt jedoch bei der zeitgenössischen Kunst. Stefan Huber, Werner Knaupp, Nino Malfatti, Mariele Neudecker, Manfred Rennertz, Dorothee von Windheim, Bernd Zimmer, Anish Kapoor, Arnold Odermatt und viele andere werden mit Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Skulptur, Fotografie, Video und Installation vertreten sein.

Als Ausstellungsorte stehen Halle, Galerie und Studio des Kunstvereins, Garten und Wechselausstellungsraum des Museums sowie der Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses zur Verfügung. Der Weg zwischen Kunstverein und Schloss wird mit zahlreichen Stationen das Thema ergänzen und vertiefen. Ein Sonderzuschuss des Gemeinderates von 300.000 Mark macht dieses ehrgeizige Vorhaben möglich.

Das Kulturamt bereitet schon heute gemeinsam mit unterschiedlichen Heidelberger Kultureinrichtungen ein umfangreiches Rahmenprogramm vor. Filme, Vorträge, Exkursionen und anderen Veranstaltungen werden die Ausstellung begleiten. Ein Konzept, das sich in den Vorjahren beim "Revolutionsgedenken von 1848", dem "Goethejahr" und dem "Bild der Stadt" bewährt hat. "Im Bereich Theater und Musik gibt es jede Menge Anknüpfungspunkte", so Gercke.

Auch das Reiseprogramm 2002 des Kunstvereins ist ganz auf das Berg-Thema abgestimmt. Drei große Bergreisen unter der Leitung von Dr. Dietmar Schuth sowie Bergspaziergänge und Tagesfahrten mit Hans Gercke werden die Thematik vertiefen.

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In kommunalen Partnerschaften engagieren

Heidelberger Erklärung zum Klimaschutz

Heidelberg war vom 9. bis 11. Dezember Veranstaltungsort einer internationalen Klimaschutzkonferenz, zu der die Stadt Heidelberg und der Internationale Rat für lokale Umweltinitiativen (ICLEI) eingeladen hatten. Zum Abschluss der Konferenz unterzeichneten Vertreter/innen aller anwesenden Kommunen eine gemeinsame Erklärung. In ihr verpflichteten sich die Kommunen, unter anderem die Leitlinien für interkommunale Zusammenarbeit, die in der Konferenz weiterentwickelt wurden, zu unterstützen. Nachfolgend die Erklärung im Wortlaut:

"Präambel
Mehr als 100 Entscheidungsträger/innen und andere Vertreter/innen aus Städten und Gemeinden aus 21 Ländern aus 5 Kontinenten haben sich vom 9. bis 11. Dezember 2001 auf Einladung der Stadt Heidelberg zur Konferenz "Kommunaler Klimaschutz: Zusammenarbeit zwischen Kommunen in Industrie- und Entwicklungsländern" getroffen. Die Veranstaltung wurde unterstützt durch den Internationalen Rat für lokale Umweltinitiativen ICLEI, das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit sowie durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, vertreten durch die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ). Während der Konferenz haben die Teilnehmer/innen die Notwendigkeit und den Nutzen kommunaler Partnerschaften für den Klimaschutz diskutiert.

Erklärung
Die Stadt Heidelberg hat eine Internationale Klimaschutzkonferenz veranstaltet, um ein Kooperationsprogramm zur Förderung kommunalen Klimaschutzes ins Leben zu rufen. Das Ziel solcher Kooperationen ist es, den Austausch von Wissen, technischer Hilfe, finanziellen und anderen Ressourcen zwischen Kommunen zu ermöglichen, um Maßnahmen des lokalen Klimaschutzes zu fördern. Diese Kooperationen können zwischen Städten und Gemeinden in demselben Land oder derselben Region oder über Kontinente hinweg stattfinden. Die Unterzeichner/innen dieser Erklärung befürworten insbesondere den Austausch zwischen Städten und Gemeinden in Industrieländern und Entwicklungsländern, um Ungerechtigkeiten zu verringern, den Technologietransfer zu unterstützen und beispielhafte Projekte finanziell zu unterstützen.

ICLEI hat für ein solches kommunales Kooperationsprogramm einen Rahmen abgesteckt und Leitlinien vorgestellt und aufgrund der Diskussionen auf dieser Konferenz weiterentwickelt. Wir, die kommunalen Entscheidungsträger/innen und Vertreter/innen der Städte und Gemeinden aus der ganzen Welt, die auf dieser Konferenz zusammengekommen sind, glauben, dass solche Partnerschaften ein strategisch wichtiger Ansatz für Kommunen sind, um Klimaschutz vor dem Hintergrund ihrer nachhaltigen Entwicklung wirkungsvoller zu betreiben. Diese Partnerschaften sollen daher unterstützt werden.

Daher beschließen wir Entscheidungsträger/innen und wir anderen Vertreter/innen aus Städten und Gemeinden, die hier in Heidelberg zusammengekommen sind, 1. die Leitlinien für interkommunale Zusammenarbeit für den Klimaschutz, die während der Konferenz vorgestellt und weiter entwickelt wurden, zu unterstützen; 2. ICLEI zu empfehlen, die Initiative der Stadt Heidelberg konkret umzusetzen und im Rahmen der Kampagne "Städte für den Klimaschutz" (CCP) ein offizielles interkommunales Kooperationsprogramm ins Leben zu rufen; 3. alle Mitgliedsstädte der Kampagne "Städte für den Klimaschutz" aufzufordern, sich - als Teil der Erfüllung ihrer Selbstverpflichtung innerhalb der CCP-Kampagne - in solchen kommunalen Partnerschaften zu engagieren."

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Stand: 21. Dezember 2001