Stimmen aus dem Gemeinderat

Ausgabe Nr. 43 · 25. Oktober 2000

Otto Wickenhäuser

CDU

Zur Verkehrsberuhigung der Mannheimer Straße und ihrer Nebenstraße

Erfreulicher für die Wieblinger Bürger und vor allem für die Mitglieder und Freunde des TSV Wieblingen ist die Tatsache, dass der Neuausbau des Sportbereichs in Wieblingen bereits große Fortschritte gemacht hat. Das Rasenspielfeld mit der Umlaufbahn und den Einrichtungen für den Sprung- und Wurfsport sowie den Gerätecontainern ist fertig, wenn auch die Rasengestaltung Anlass zu Mängelrügen bei der verantwortlichen Firma gegeben hat.

Weniger erfreulich aber ist die Tatsache, dass der Beginn des zweiten Bauabschnitts zur Neugestaltung der Mannheimer Straße so lange hinausgezögert wurde. Zwar hatte der Gemeinderat schon am 7. Oktober 1999 wichtige Maßnahmen zur weiteren Verkehrsberuhigung der Mannheimer Straße beschlossen: Im Prioritätenkatalog war an die erste Stelle die Auflösung der unsinnigen Fußgängerzone in der Wallstraße und Teilen der Wundtstraße und ihre Umwidmung, einschließlich der Fröbelstraße, in einen verkehrsberuhigten Bereich, so die Sanierung des Bereichs Mannheimer Straße/Kreuzstraße/Grenzhöfer Weg getreten. Der Vollzug des Gemeinderatsbeschlusses lag anschließend bei der Oberbürgermeisterin, Frau Beate Weber, und wird laut Mitteilung im Stadtblatt vom 18.10.2000 (Bauarbeiten in Wieblingen und Bekanntmachung des Tiefbauamtes) leider erst ab dem 23.10.2000 verwirklicht. Die Oberbürgermeisterin hätte aber die Heidelberger Polizeibehörde über die Entscheidung des Gemeinderates informieren und darauf hinweisen können, dass die Schilder der Fußgängerzone nur noch begrenzt Wirksamkeit hätten. Wie der Bezirksbeirat Dr. E. Fritscher (CDU) in einem am 22.09.2000 an die RNZ gesandten und dort am 10.10.2000 veröffentlichten Leserbrief mittelte, war es nur durch die Unterlassung zu verstehen, dass die Wieblinger Polizei zwei Mal hintereinander, und zwar am 15.09. und am 22.09. an einfahrende Geschäftskunden in die Fußgängerzone Strafmandate verteilte, die natürlich den Unmut der Bevölkerung hervorriefen. Die Polizei Wieblingen teilte auf Anfrage mit, dass sie von der Entscheidung des Gemeinderates nichts wusste und den Befehl erhalten habe, zu Schulbeginn den Bereich der Fröbelschule zu kontrollieren. Auch der Hinweis im Stadtblatt vom 20. (!) 09.2000 auf den genannten Gemeinderatsbeschluss und die Vergabe der Durchführung durch den Bauausschuss an die Firma Wolff & Müller hatte nichts bewirkt.

Auch die vom Gemeinderat am 07.10.1999 beschlossene Umwandlung der 20 km-Zone zwischen Volksbank und Kreuzkirche in eine 30 km-Zone hätte, unabhängig von einem so genannten Prioritätenkatalog, durch einfache Kennzeichnungen schon längst durchgeführt werden können.
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Dr. Anke Schuster

SPD

Die Freiwilligenbörse auch weiterhin in Heidelberg

Ende des Jahres läuft das Modellprojekt "Freiwilligenbörse", das aus kommunalen und Landesgeldern sowie vom Paritätischen Wohlfahrtsverband finanziert wird, aus. Die Freiwilligenbörse hat in den drei Jahren ihres Bestehens Einiges zur Förderung und Unterstützung bürgerschaftlichen Engagements in unserer Stadt geleistet. In Zusammenarbeit mit über 100 Organisationen wurden über 200 Tätigkeitsberichte erstellt, die in 60 roten Ordnern an verschiedenen Stellen in der ganzen Stadt ausliegen und in denen sich Freiwillige einen Überblick über die unterschiedlichsten Angebote machen und das Richtige für sich heraussuchen können. In über 500 Beratungsgesprächen konnte die Freiwilligenbörse Menschen Informationen vermitteln und weiterhelfen. Dass das Potenzial für ehrenamtliches Engagement in der Gesellschaft hoch ist, belegen zahlreiche Untersuchungen. So ergaben diese beispielsweise, dass 34 % der Bevölkerung bereits ehrenamtlich tätig sind. 12 % der bereits Aktiven können sich sogar eine Ausdehnung dieser Tätigkeit vorstellen. Von den 66 % Nichtaktiven, sind immerhin 11 % interessiert. Was aber hält diese davon ab, sich ehrenamtlich zu betätigen? Der am häufigsten genannte Grund ist die fehlende Zeit. Am zweit häufigsten wurde geantwortet "Wurde noch nie gefragt" (29 %), am dritt häufigsten "Habe noch nie daran gedacht"(27 %).

Gerade die letzten beiden Antworten machen deutlich, wie wichtig Beratung, Öffentlichkeitsarbeit und Direktansprache in diesem Bereich sind. An diesem Punkt setzt die Arbeit der Freiwilligenbörse an. Sie bietet Menschen unabhängig vom späteren konkreten Engagement in Vereinen, Organisationen oder Institutionen eine Orientierungshilfe. Trotz der guten Arbeit ist es bisher nicht garantiert, dass die Freiwilligenbörse ihr Angebot im nächsten Jahr noch aufrechterhalten kann, da es bisher keine Zusage von Seiten des Landes gibt, dieses Modellprojekt auch künftig mit der gleichen Höhe an finanziellen Mitteln zu unterstützen. Dies ist in Anbetracht der Zeit, immerhin läuft das Projekt bereits in zwei Monaten aus, besonders ärgerlich und zeigt wieder einmal die Problematik auf, in der sich viele Projekte und Organisationen befinden, nämlich dass sich das Land mit seinen Entscheidungen oftmals viel zu viel Zeit lässt und die Bereitstellung der finanziellen Mittel zu spät erfolgt. Übersehen wird dabei, in welche schwierige Lage Projekte und Organisationen gebracht werden, die trotz fehlender Zuschüsse ihre Fixkosten, wie Miete oder Personalkosten bestreiten müssen. Der Sozialausschuss hat dieser Tage in Bezug auf die Freiwilligenbörse ein deutliches Zeichen gesetzt, indem er einen Antrag der SPD-Fraktion "die Fortsetzung des Projekts und damit die Mitfinanzierung der Stadt bei Sicherstellung der Beteiligung des Landes" befürwortet hat. Bleibt zu hoffen, dass die Mühlen in Stuttgart nicht allzu langsam mahlen und auch von dort bald ein deutliches Signal gesendet wird.
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Irmtraud Spinnler

GAL

Überfällig: Verbesserungen im Abend- und Nachtverkehr der HSB

Die mangelnde Attraktivität des ÖPNV in den Abend- und Nachtzeiten wird von Studierenden und dem Jugendrat moniert. Es zeigt sich auch am rückläufigen Verkauf des Studi-Tickets. Durch einen nachfragegerechten Nachtverkehr und einem dichterem Angebot im Abendverkehr kann die Akzeptanz wesentlich gesteigert werden. In einer Studie ließ deshalb die GAL Heidelberg im letzten Jahr das Angebot der HSB auf Optimierungsmöglichkeiten abklopfen. Das erfreuliche Ergebnis vorneweg: Mit nur geringen Mehrkosten kann die HSB ihren Fahrgästen abends und nachts einen wesentlich attraktiveren Fahrplan anbieten!

Erreicht wird dies durch gezielte Herausnahme weniger Linien aus dem Sammelanschluss Bismarckplatz und durch Fahrplanabstimmungen zwischen HSB und OEG. Schon allein dadurch kann für viele Stadtteile im Abendverkehr ein dichteres Angebot - in etwa alle 15 Minuten - realisiert werden, ohne dass es zu nennenswerten Einbußen bei den Umsteigemöglichkeiten am Bismarckplatz kommt. Von der Angebotsverdichtung profitieren fast alle Stadtteile.

Auch im Nachtverkehr, bekannt als Luna-Tours, können Verbesserungen erreicht werden. Bislang fahren in den Nächten von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag sieben Busse und eine Straßenbahn um 1.15 Uhr vom Bismarckplatz aus in alle wichtigen Richtungen. Eine Ausweitung des Nachtangebots mit späteren Abfahrten ist mit dem heutigen System nicht ohne weiteres möglich.

Mit einigen Änderungen in der Linienführung kann ein System mit festem Taktverkehr so konzipiert werden, dass die Fahrzeuge ungefähr gleich lang unterwegs sind. So kann dann mit den bislang eingesetzten acht Fahrzeugen ein Stundentakt im Nachtverkehr angeboten werden, der zusätzlich die Umlandgemeinden Edingen, Dossenheim und Neckargemünd einschließt. Neben der heutigen Abfahrt ab Bismarckplatz um 1.15 Uhr sollten die neue LunaTours um 2.15 Uhr und 3.15 Uhr angeboten werden, auch vor gesetzlichen Feiertagen.

Nach unserem Konzept würde bereits ein leichter Anstieg der Fahrgastzahlen die entstehenden Mehrkosten kompensieren, eine finanzielle Beteiligung der Umlandgemeinden ihn weiter senken. Wir gehen auf Grund der Erfahrungen in Tübingen davon aus, dass es allein schon durch den gesteigerten Verkauf des Studi-Tickets Mehreinnahmen geben wird.

Die GAL-Fraktion hat der HSB die Studie übergeben, wir sind gespannt auf ihre Antwort!
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Dr. Wolfgang Luckenbach

DIE HEIDELBERGER

Zeitungsleser wissen mehr...

Die morgendlichen Leser der RNZ vom 19.10.2000 wussten mehr als die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte, die am Tag zuvor vier Stunden im Haupt- und Finanzausschuss beisammen saßen und u. a. mit der Frau Oberbürgermeisterin und dem Geschäftsführer von HVV und HSB, Herrn Dr. Himmele über die Probleme der HSB und des ÖPNV diskutierten. Dort nämlich wurde mit keiner Silbe das anscheinend gar nicht so neue Problem der Baumaßnahmen in der Bergheimer Straße erwähnt, das den finanziellen Beitrag der HSB auf nunmehr vier Millionen, wahrscheinlich sogar mehr, in die Höhe schraubt. Als Gemeinderat hätte ich erwartet, dass man im Ausschuss zumindest darüber informiert wird, was am nächsten Tag in der Zeitung steht. Ich finde das einen unerhörten Vorgang, der mein Vertrauen in die Informationspolitik gegenüber dem Gemeinderat und seinen Ausschüssen nachhaltig stört. - Was wird bei den großen Baumaßnahmen unserer Stadt eigentlich für ein Pfusch gemacht? Die Theodor-Heuss-Brücke musste nach der Sanierung nachgebessert werden, die Kompostanlage in Wieblingen (für 50 Millionen DM) stinkt weiterhin gen Himmel und jetzt die Bergheimer Straße, nach einer Grundsanierung vor fünf Jahren. Und die Verantwortlichen? Keiner ist es gewesen, alles sind unglückliche Umstände, die zusammen kamen. Welch ein Glück, dass wir Bürger dafür Steuern zahlen.
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Hermann Gundel

FWV

Ist es nur "ärgerlich"?

Wenn die Rhein-Neckar-Zeitung die Reparaturarbeiten an den Straßenbahngleisen in der Bergheimer Straße in Bericht und Bildunterschrift, als "ärgerlich" bezeichnet, fragen sich bestimmt viele Bürger, wo Ärgerliches aufhört und Sachkompetenz und Verantwortung beginnt!

Denkt man noch an die heftigen Diskussionen, ob Hoch- oder Rundbordsteine die neue Straßenbahntrasse säumen sollen und jetzt nach fünf Jahren ist die Bergheimer Straße wieder eine Großbaustelle. Totalreparatur ist angesagt! Kosten? - Mehr als acht Millionen! Alles nur "ärgerlich"? Acht Millionen Schaden und keiner ist verantwortlich?

Zwar trägt die Baufirma von damals einen Kostenanteil von sechs Millionen auf Grund eines Vergleiches - ein Vergleich beinhaltet fast immer auch eine Mitschuld. Bei einem "Defizit" von mehr als 50 Millionen jährlich fallen ein paar Millionen mehr nicht so sehr ins Gewicht. Diesen Eindruck kann man durchaus gewinnen, wenn man das Verhalten der Verantwortlichen von HVV und HSB beobachtet. Dies umso mehr, als bei der Finanzausschuss-Sitzung vom 18.10.2000 unter TOP: Zwischenbericht der HVV-Geschäftsführung, kein Wort über die Situation "Bergheimer Straße" verloren wurde.

Ist das ein Zeichen von mangelnder Sachkompetenz oder mangelndem Verantwortungsbewusstsein oder von beidem? Diese Frage stellt sich sicher nicht nur mir!
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Margret Hommelhoff

F.D.P.

Ziegelhausen: Hangbus auch zum "Kleinen Dorf"

In Heidelberg sind viele Menschen glücklicherweise glücklich, das haben wir kürzlich der Presse entnommen. Nur die Verkehrssituation in unserer Stadt stört sie. Dazu gehören auch die Bewohner des so schön gelegenen "Kleinen Dorfes" auf dem Gelände der ehemaligen Schokoladenfabrik an der Kleingemünder Straße in Ziegelhausen. Hat man ihnen doch, seitdem sie dort wohnen, die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln versprochen. Das Ruftaxi, das es dort inzwischen gibt, ist nur eine unzureichende Lösung. Könnte nicht der Ziegelhäuser Hangbus auch diesen etwas abseits gelegenen Teil der Kleingemünder Straße anfahren und die Fahrgäste des Bärentals und des Kleinen Dorfes mitnehmen? Die Busse, die in Ziegelhausen die Hänge bedienen, sind auch für das zusätzliche Fahrgastaufkommen von dort groß genug. Ein bürgerfreundlicher Zuschussbetrieb ist diese Route der HSB sowieso. Warum sollen dann nicht noch mehr Bewohner Ziegelhausens erfreut werden!?
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Anschriften der Fraktionen und Einzelmitglieder im Gemeinderat

CDU:

Rohrbacher Str. 57, 69115 Heidelberg,
Tel.: 16 39 72, Fax: 16 48 43
e-mail: CDU-GR-Fraktion-HD@t-online.de

SPD:

Fischmarkt 3, 69117 Heidelberg,
Tel.: 16 67 67, Fax: 16 40 23,
e-mail: SPD-Fraktion-Heidelberg@t-online.de

GAL:

Rohrbacher Str. 39, 69115 Heidelberg,
Tel.: 16 28 62, Fax: 16 76 87
e-mail: mail@gal-heidelberg.de

"Heidelberger":

Bergheimer Str. 95, 69115 Heidelberg,
Tel.: 61 94 21, Fax: 61 94 22
Internet: www.dieHeidelberger.de

FWV:

Fischergasse 14-16, 69117 Heidelberg,
Tel.: 16 30 70, Fax: 65 98 30
Internet: www.FWV-hd.de

FDP:

Zähringerstr. 44a, 69115 Heidelberg,
Tel. 24 56 4, Fax: 18 21 13

PDS:

Sitzbuchweg 14, 69118 Heidelberg,
Tel. 80 03 25

  Zur Inhaltsangabe STADTBLATT



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Stand: 24. Oktober 2000