Stadt und Leute

Ausgabe Nr. 41 · 13. Oktober 1999



Der Countdown läuft: Bis zur Gemeinderats- und Ausländerratswahl am 24. Oktober haben Jürgen Käding (rechts) und Jürgen Studer von der Wahldienststelle noch alle Hände voll zu tun: mehr als 500 Wahlhelfer/innen müssen geschult werden. (Foto: Rothe)

"Mehr als tausend Wahl-Helfer im Einsatz"

STADTBLATT-Gespräch mit Jürgen Studer und Jürgen Käding von der Wahldienststelle


Der Countdown läuft. Am 24. Oktober werden in Heidelberg der Gemeinderat und der Ausländerrat neu gewählt. Was bei den Wahlen zu beachten ist und wann mit ersten Ergebnissen gerechnet werden kann, wollte das STADTBLATT von den "Wahl-Managern" Jürgen Studer und Jürgen Käding genauer wissen.

STADTBLATT: Noch zwölf Tage bis zur Wahl: Die Stimmzettel sind gedruckt und werden jetzt den Wahlberechtigten zugestellt. Können Sie sich schon entspannt zurücklehnen?

Käding: Sicherlich nicht! Bis zur Wahl müssen in mehreren Veranstaltungen über 500 Wahlhelferinnen und Wahlhelfer geschult werden und die Ausstellung von Briefwahlunterlagen läuft auf Hochtouren. Die letzten organisatorischen Vorbereitungen für die Auszählung der Stimmzettel in der Neckarhalle am Montag und Dienstag nach der Wahl stehen ebenfalls an.

STADTBLATT: Am 24. Oktober stehen in Heidelberg gleich zwei Wahlen auf der Tagesordnung: die des Gemeinderats und die des Ausländerrats. Wer darf denn nun wen wählen?

Studer: Bei der Gemeinderatswahl werden die 40 Stadträte von den deutschen und ausländischen Unionsbürgern gewählt, die das Bürgerrecht in Heidelberg besitzen, die 17 ausländischen Mitglieder des Ausländerrates von allen wahlberechtigten Ausländern, die in Heidelberg wohnen. Ausländische Unionsbürger/innen können also an beiden Wahlen teilnehmen, müssen aber unterschiedliche Wahllokale aufsuchen.

STADTBLATT: Und wie wird gewählt?

Studer: Die Wähler/innen haben bei der Gemeinderatswahl 40 Stimmen, die sie auf die 417 Bewerber/innen der zwölf Wahlvorschläge verteilen können. Sie können bis zu drei Stimmen auf einen Bewerber anhäufen und/oder einzelne Bewerber auf andere Wahlvorschläge übertragen. Genau erklärt wird das Kumulieren und Panaschieren auf dem Merkblatt, das auf dem Stimmzettelblock angeheftet ist. Bei der Ausländerratswahl können bis zu 17 Stimmen nach dem gleichen Wahlverfahren vergeben werden. Zur Wahl stellen sich hier drei Listen mit insgesamt 30 Bewerber/innen. Die Stimmabgabe im Wahllokal ist am 24. Oktober bei beiden Wahlen von 8 bis 18 Uhr möglich.

STADTBLATT: Was müssen denn die Wahlberechtigten tun, die am 24. Oktober verreist sind oder aus anderen Gründen nicht ins Wahllokal gehen können?

Käding: Die können per Briefwahl wählen. Voraussetzung ist ein persönlicher oder schriftlicher Antrag, dazu kann der Vordruck auf der Rückseite der Wahlbenachrichtigungskarte benutzt werden. Briefwahlunterlagen gibt es in jedem Bürgeramt und in der Wahldienststelle. Dort kann auch gleich gewählt werden. Nicht verwechselt werden darf die Briefwahl mit der Vorabzustellung der Stimmzettel, die zurzeit in weißen Kuverts ohne weitere Unterlagen erfolgt.

STADTBLATT: Wie viele Wahlhelfer/innen sind für die beiden Wahlen im Einsatz?

Käding: In den Wahlvorständen sind es annähernd 1000 Wahlhelfer/innen, hinzu kommen städtische Erfassungskräfte, Hausmeister, das Präsentationsteam, die Presseabteilung und die Wahldienststelle mit weiteren 100 Personen. Bei der Auszählung am Montag und Dienstag in der Neckarhalle sind aus den Wahlvorständen rund 550 städtische Helfer/innen dabei.

STADTBLATT: Wann gibtís erste Wahlergebnisse?

Studer: Am Wahlsonntag wird ein so genanntes Stimmzettelergebnis ermittelt, bei dem festgestellt wird, wie viele unveränderte Stimmzettel und wie viele veränderte Stimmzettel ein Wahlvorschlag bekommen hat. Am Montag Abend ist mit den ersten Ergebnissen einzelner Wahlbezirke zu rechnen, wenn alles optimal läuft vielleicht sogar schon mit dem vorläufigen Gesamtergebnis. In jedem Fall wird aber im Laufe des Dienstag die Auszählung abgeschlossen sein. Ständig aktuell präsentiert werden Zwischenergebnisse in der Wieblinger Neckarhalle und vor allem im Rathaus. Dort berichtet auch der SWR live über das Wahlgeschehen in ganz Baden-Württemberg. Im Internet kann man die Ergebnisse aus Heidelberg ebenfalls nachlesen. (eu)

Noch Fragen zur Wahl?
Weitere Informationen gibtís bei der Wahldienststelle, Bergheimer Straße 69, 69115 Heidelberg, Telefon (0 62 21) 58 42 22, und im Internet unter http://www.heidelberg.de/wahl.

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"Forum Wirtschaftskraft Frauen"

Erste Veranstaltung am 14. Oktober im Heidelberger Rathaus


Wie lässt sich die Position von Frauen auf dem Arbeitsmarkt stärken? Dieser und anderen Fragen will sich das "Forum Wirtschaftkraft Frauen" bei seiner ersten Veranstaltung am 14. Oktober um 18 Uhr im Heidelberger Rathaus stellen. Im Mittelpunkt des ersten Treffens soll dabei das Thema "Kinderbetreuung in Betrieben" stehen. Herzlich eingeladen sind Vertreter/innen aus allen Heidelberger Firmen und Betrieben.

Das "Forum Wirtschaftskraft Frauen" wurde im Frühjahr 1999 vom Frauenamt der Stadt Heidelberg initiiert. Es bietet den Rahmen für den Ausbau eines Kooperationsnetzes mit Heidelberger Unternehmen zur Stärkung der Position von Frauen auf dem Arbeitsmarkt. Ziel ist es, einen Erfahrungsaustausch zu ermöglichen, in dem konkrete Schritte für neue Projekte erarbeitet werden können, die auf Heidelberger Bedingungen und Bedürfnisse zugeschnitten sind.

Grundlage dieser Initiative ist eine Befragung Heidelberger Unternehmen über betriebliche Maßnahmen zur Gleichstellung von Frauen, die 1998 im Auftrag des Frauenamtes durchgeführt wurde. Die Befragung hatte deutlich gemacht, dass ein Interesse an neuen Projekten und der Wunsch nach einer weiterführenden Zusammenarbeit besteht. Das Thema Kinderbetreuung steht dabei eindeutig an erster Stelle. Vor allem Klein- und Mittelbetriebe wünschen sich eine Kooperation zur Einrichtung von Krippen oder Kindergärten.

In der ersten Veranstaltung des "Forums Wirtschaftskraft Frauen" wird diesem Wunsch Rechnung getragen. Zwei Fachfrauen werden am 14. Oktober Konzepte, Projekte und Rahmenbedingungen betrieblicher und überbetrieblicher Kinderbetreuung im regionalen, nationalen und internationalen Vergleich vorstellen.

Vertreterinnen und Vertreter interessierter Firmen und Betriebe sind herzlich eingeladen. Weitere Informationen bei Dörthe Domzig, Leiterin des Amtes für Frauenfragen der Stadt Heidelberg, Rathaus, Marktplatz 10, 69117 Heidelberg, Telefon: (0 62 21) 58 15 50, Telefax (0 62 21) 58 49 16, E-Mail: Frauenamt@heidelberg.de. (eu)

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Individuelle Hilfe zur Arbeit

Erfolgreiche Beratungsarbeit in Heidelberg


Mit kompetenter Beratung und Betreuung von Sozialhilfeempfänger/innen können in Heidelberg seit Jahren gute Erfolge erzielt werden. Rund 100 Hilfesuchende werden jährlich in feste Beschäftigungsverhältnisse vermittelt.

Der Personenkreis der Sozialhilfeempfänger/innen ist breit gegliedert. Alte Menschen, Alleinerziehende, Behinderte, Pflegebedürftige sowie psychisch Kranke machen in Heidelberg einen Anteil von rund 70 Prozent aus. "In der Regel sind wir mit einem komplexen Problemfall konfrontiert", berichtet Reinfried Reichle, Sozialpädagoge beim Amt für soziale Angelegenheiten. Sucht, Verschuldung, psychische Probleme sind nicht selten Ursache einer Notlage. Im ausführlichen Gespräch klärt der Mitarbeiter, auf welche Weise den Antragsteller/innen geholfen werden kann und vermittelt entsprechende Beratungsstellen.

Der Weg zurück in eine Erwerbstätigkeit steht immer im Vordergrund, wenn Hilfesuchende physisch und psychisch arbeitsfähig sind. Je nach Lebensgeschichte und beruflicher Erfahrung wird ein Qualifizierungslehrgang, eine Fortbildung oder eine Ausbildung vorgeschlagen. Im Zuge jahrelanger Beratungsarbeit haben die Sozialpädagogen ein regelrechtes Netzwerk an Kooperationspartnern aufgebaut. Durch Zusammenarbeit mit privaten Betrieben und Unternehmen, mit dem Berufsbildungswerk des DGB, der Stiftung Rehabilitation (SRH Gruppe), dem Arbeitsamt, den Heidelberger Diensten und dem Verband für Beschäftigung (Frauen pflegen Frauen e.V. und der Werkstatt e.V.) können individuelle Qualifizierungsangebote gemacht werden.

Langzeitarbeitslosen, deren Vermittlung auf dem Arbeitsmarkt als besonders schwierig gilt, wird zunächst eine Tätigkeit im Bereich der gemeinnützigen Arbeit bei städtischen Ämtern, sozialen Organisationen und Vereinen angeboten. Auch hier wird versucht die Eignung und Neigung zu berücksichtigen. Das können Tätigkeiten sein wie Büchereinstellen in der Stadtbücherei, Garten- oder Reinigungsarbeiten in städtischen Bädern, Verwaltungsarbeiten im Stadtarchiv oder auch Beteiligung an Ausgrabungen des Kurpfälzischen Museums. Gedacht sind diese Aufgaben als Hilfe zur Wiedereingliederung auf dem Weg zu einem Qualifizierungslehrgang und schließlich zu einem festen Beschäftigungsverhältnis. Jährlich erhalten rund 100 Hilfesuchende auf diese Weise feste Arbeitsverträge. "Jeder Sozialhilfeempfänger, der die Bereitschaft zur Arbeit mitbringt, kann zu einer Qualifizierung oder Beschäftigung vermittelt werden", betont Wolfgang Reinhard, Leiter des Amtes für soziale Angelegenheiten. (doh)
   
  Sozialberatung
  Umfassende Beratung erteilt die zentrale Informations- und Anlaufstelle im Amt für soziale Angelegenheiten, Fischmarkt 2, Telefon (0 62 21) 58 37 48.

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Herbstmess 1999

Am 15. Oktober startet das beliebte Volksfest


"Vergiss den Stress, komm auf die Messí": Unter diesem Motto beginnt am Freitag, 15. Oktober, das große traditionelle Heidelberger Volksfest auf dem Messplatz am Kirchheimer Weg. Die größte Karussellschaukel der Welt, eine klassische Achterbahn, eine Laser-Show im 3D-Verfahren und vieles mehr warten auf vergnügungssuchende Besucher/innen.

Wie in den letzten Jahren wird die Messí in zwei Runden abgehalten: vom 15. bis zum 18. und vom 21. bis zum 24. Oktober. Dienstag und Mittwoch sind Ruhetage. Familien können sich den Donnerstag vormerken. Am so genannten Familientag gibt es überall Sonderangebote und halbe Fahrpreise. Außerdem unterhält ab 16 Uhr im Festzelt die Karlsruher Puppenbühne die jungen Messí-Besucher. Doppelten Spaß zu halbem Preis bieten am Montag, 18. Oktober, die "Happy Hours". In der Zeit von 17 bis 19 Uhr lautet die Devise: "Zweimal fahren, einmal zahlen." Und am Freitag, 22. Oktober, ist "Ladies Day": Von 17 bis 19 Uhr fahren alle Damen mit Begleitung umsonst.

Die Messí öffnet werktags um 14 Uhr, an Sonn- und Feiertagen um 11 Uhr. Sie schließt um 22 Uhr, freitags und samstags um 23 Uhr. Das Festzelt ist jeweils eine Stunde länger geöffnet. Der Messplatz ist mit den Buslinien 11, 41 und 42 zu erreichen. (brö)

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Stand: 12. Oktober 1999