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Ausgabe Nr. 36 · 6. September 2000



"Millionen werden vergraben": Erster Bürgermeister Prof. Dr. Raban von der Malsburg (im Overall) inspiziert die Kanalbaustelle Handschuhsheim. (Foto: Rothe)








Hendsemer Unterwelt

Erster Bürgermeister besichtigte Kanalbaustelle - Die Arbeiten sind dem Zeitplan voraus


Im Herzen Handschuhsheims befindet sich derzeit die größte Baustelle der Stadt. Schäden am Kanal, mehr Abwässer und strengere Vorschriften zum Schutz der Umwelt machen es erforderlich, den Kanal in der Dossenheimer Landstraße und der Mühltalstraße modernen Erfordernissen anzupassen. 1,60 Meter Innendurchmesser wird der Kanal künftig haben, statt vorher 35 bis 40 Zentimetern.

Über den Stand der Arbeiten informierte sich jetzt Erster Bürgermeister Prof. Dr. Raban von der Malsburg bei einem Vor-Ort-Termin. Der Baudezernent ließ es sich nicht nehmen, selbst in die Unterwelt hinabzusteigen - begleitet von Ingenieuren des Tiefbauamtes, Bauleuten und Pressevertretern, vorschriftsmäßig ausgerüstet mit Schutzhelm, Stiefeln und Overall. "Hier vergraben wir ein paar Millionen", wie von der Malsburg etwas salopp formulierte.

Ausgeführtwerden die Arbeiten von den Baufirmen Bramm, Achatz und Heberger. Gegenwärtig wird im unterirdischen Vortrieb gearbeitet. Rund vier Meter kommt man pro Tag voran. 125 von 195 Metern Betonröhre in 6,80 Meter Tiefe sind mit diesem Verfahren bereits verlegt und können - gebückt - begangen werden. Ganz vorn in der Röhre arbeitet übrigens kein Roboter, sondern ein Baggerführer, der diesen Weg jeden Tag zurücklegt.

Der unterirdische Vortrieb ist nur bis zur Steubenstraße möglich, ab dort aufwärts muss in offener Baugrube gearbeitet werden. Neben dem Kanal wird auch die Mühlbachdole erneuert, die Stadtwerke verlegen Versorgungsleitungen und die Telekom lässt neue Kabel legen, bevor anschließend die Straße wieder zugemacht wird.

Baudezernent von der Malsburg wies darauf hin, dass alle diese eng miteinander verflochtenen Arbeiten gut koordiniert ablaufen. Der Kanal soll bis August 2001 fertig sein, danach kommt die Straße dran. Gegenwärtig ist man dem Zeitplan sogar etwas voraus.

Auch Peter Apfel, städtischer Ansprechpartner, ist zufrieden: "Nur wenige besuchen mich im Container, aber dafür werde ich schon morgens um sieben auf dem Weg zum Bäcker angesprochen. Die Baustelle läuft in ruhigen Bahnen, die Leute sind vernünftig und wir haben eine gute Baufirma!" (rie)

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Stand: 5. September 2000