Stadt und Leute

Ausgabe Nr. 31 · 31. Juli 2002

 

Acht Bewerber im Wahlkreis

Kreiswahlausschuss ließ alle eingereichten Vorschläge für die Bundestagswahl zu


Der Kreiswahlausschuss für den Wahlkreis 275 Heidelberg hat am Freitag, 26. Juli, in öffentlicher Sitzung unter Vorsitz von Oberbürgermeisterin Beate Weber als Kreiswahlleiterin acht Wahlvorschläge für die Bundestagswahl am 22. September zugelassen.

Alle acht Wahlvorschläge waren frist- und formgerecht bei der Kreiswahlleiterin eingegangen. Sie werden auf dem Wahlzettel in folgender Reihenfolge aufgeführt: 1. CDU (Bewerber Dr. Karl Lamers), 2. SPD (Lothar Binding), 3. Grüne (Fritz Kuhn), 4. FDP (Dirk Niebel), 6. PDS (Carsten Labudda), 9. ödp (Dr. Johannes Engesser), 10. Graue (Ursula Emig) und 17. HEND (Hendrik Heinl).

Die Nummerierung ist nicht durchgehend. Maßgeblich für die Ziffernfolge ist die Reihenfolge der im Land zugelassenen Landeslisten. Aber nicht alle Landeslisten sind mit Wahlvorschlägen im Wahlkreis 275 vertreten.

Drei der Bewerber um das Wahlkreis-Mandat starten aus der Position eines Bundestagsabgeordneten heraus: Lothar Binding (SPD), der das Direktmandat 1998 gewonnen hat, Karl Lamers (CDU) und Dirk Niebel (FDP), die beide über die Landeslisten ihrer Parteien ins Parlament einzogen. Mit Dr. Angelika Köster-Loßack haben derzeit auch die Grünen eine Abgeordnete aus Heidelberg im Bundestag. An ihrer Stelle kandidiert jetzt Fritz Kuhn.

Der Bundestagswahlkreis 275 ist im Zuge der Wahlkreisreform neu gebildet worden. Ihm gehören neben der Stadt Heidelberg folgende Städte und Gemeinden an: Dossenheim, Eppelheim, Edingen-Neckarhausen, Heddesheim, Hemsbach, Hirschberg, Ilvesheim, Ladenburg, Laudenbach, Schriesheim und Weinheim.

In mehreren Stimmbezirken des Wahlkreises werden am Wahltag wieder repräsentative Sondererhebungen durchgeführt.

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Die Stadtbücherei hat beim bundesweiten Bibliotheksindex nach dem ersten Platz im vergangenen Jahr 2002 den zweiten Platz belegt. (Foto: Rothe)

Stadtbücherei weit vorn

Bibliotheksindex stellt sie auf zweiten Platz der Großstadtbibliotheken in Deutschland


Im bundesweiten Leistungsvergleich zwischen öffentlichen Bibliotheken steht die Stadtbücherei Heidelberg auf dem zweiten Platz unter den Großstadtbibliotheken.

Das bestätigen die neuesten Zahlen des Bibliotheksindex (BIX), der im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung und des Deutschen Bibliotheksverbandes (DBV) vom Institut für angewandte Sozialwissenschaften (infas) ausgewertet wurde. Der BIX misst die Leistungen von rund 200 öffentlichen Bibliotheken in den Kategorien "Auftragserfüllung", "Kundenorientierung", "Wirtschaftlichkeit" und "Mitarbeiterorientierung".

Die Stadtbücherei Heidelberg behauptete sich erneut in der Spitzengruppe, verlor jedoch den ersten Platz des vergangenen Jahres an Reutlingen. "Die Stadtbücherei Heidelberg ist schon im dritten Jahr in der Kundenorientierung auf dem ersten Platz, bei der Auftragserfüllung jedoch auf Platz zwei, deswegen hat es zum ersten Platz in diesem Jahr nicht gereicht", sagt die Leiterin der Heidelberger Stadtbücherei Regine Wolf-Hauschild.

"Dennoch", so fährt die Bücherei-Direktorin fort, "freuen sich die Heidelberger Kolleginnen und Kollegen über den verdienten Platz der Reutlinger Bibliothek. Die dortige Leiterin Christa Gmelch ist eine gebürtige Heidelbergerin und hat sich in der Stadtbücherei Heidelberg als 'Bücherkind' die ersten bibliothekarischen Sporen verdient."

Die Stärken der Stadtbücherei Heidelberg liegen in der so genannten Erneuerungsquote (Prozentsatz des Bestandes, der durch Löschung alter Medien aussortiert und durch Neuanschaffungen ergänzt wird), bei den Besuchen pro Einwohner und bei der durchschnittlichen Anzahl von Besucher/innen pro Öffnungsstunde. Hier hat die Heidelberger Bücherei ihren Spitzenplatz verteidigt. Sehr gut schneidet sie auch bei den nutzerfreundlichen Öffnungszeiten ab.

Weniger gut wird dagegen die "Fluktuationsrate" beurteilt. Weil in der Stadtbücherei viele Hilfskräfte aus dem Bereich der Sozialhilfeempfänger beschäftigt werden, ist der Wechsel relativ hoch und verweist die Einrichtung auf die hinteren Plätze. Deutlich hinter dem Sieger liegt Heidelberg bei der Publikumsfläche: Reutlingen hat elf Zweigstellen, Heidelberg vier.

Auch die Quote Mitarbeiter pro Einwohner ist in Reutlingen höher als in Heidelberg. Klar besser schneidet Reutlingen beim Angebot Buchbestand pro Einwohner ab.

In Heidelberg ist die Konkurrenz anderer Bibliotheken - zum Beispiel Universitätsbibliothek - groß, während die Reutlinger Stadtbibliothek auch von Studierenden aus dem benachbarten Tübingen genutzt wird. Hinter Reutlingen und Heidelberg rangieren bei den Städten über 100.000 Einwohnern die Stadtbibliotheken Münster, Dresden und München. In der Region liegen die Großstädte Darmstadt auf Platz 8, Karlsruhe auf Platz 22 und Mannheim auf Platz 28.

Oberbürgermeisterin Beate Weber freute sich über das erneute gute Abschneiden der Stadtbücherei und hob besonders deren Attraktivität für junge Leser/innen hervor: "Über 50 Prozent der Heidelberger Kinder und Jugendlichen im Alter bis 18 Jahren haben einen Büchereiausweis und nutzen das Angebot rege. Dies müssen wir weiter fördern, um die Lesefähigkeit der jungen Menschen zu stärken. Nicht erst seit der PISA-Studie, ist das ein Anliegen der Heidelberger Stadtbücherei."

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Ätsch, ich habe jetzt ein neues Gehege mit Blick aufs Afrikagelände. (Foto: Rothe)

Gehege mit Blick auf die Beute

Sumatra-Tiger Timophi und Panja haben ein neues weitläufiges Landschaftsgehege


Timophi traut sich noch nicht so recht in sein neues Zuhause im Tiergarten. Er hält sich lieber noch im alten Tigergehege auf. Dabei locken 700 Quadratmeter offenes Gelände mit Gras, Rindenmulch, Bambussträuchern, einem kleinen Bachlauf und einer Felsengruppe, von der man einen ausgezeichneten Blick auf Beute in der nahen Afrikasteppe hat.

Ganz anders Panja, der weibliche Sumatra-Tiger. Entspannt döst sie an der Panzerscheibe von dem einen der beiden mit Schilf bedeckten Pavillons, die etwas in das neue Tigergehege hineinragen. So kommt es, dass die Besucher gerade mal drei Zentimeter von den Großkatzen entfernt diese beobachten können. Will Panja ihre Ruhe vor den Menschen haben, hat sie auch Rückzugsmöglichkeiten. In ein paar Jahren, wenn der gepflanzte Bambus hoch genug gewachsen ist, wird ein Großteil des Geheges von außen nicht einzusehen sein. Nur in den Pavillons und an wenigen anderen Stellen können Menschen die Tiere beobachten.

"Timophi braucht noch eine Weile, bis er sich an das neue Gehege gewöhnt hat. Bisher war er nur an wenig Auslauf gewöhnt", erklärt Tiergarten-Mitarbeiterin Sandra Reichler die Zurückhaltung des Tigers. Sein altes Gehege bleibt erhalten und dient als Spielzimmer, so Zoodirektor Dr. Klaus Wünnemann. Da kommen dann Plastikbälle, Säcke mit Tierhaaren, Schaukeln und anderes zum Zeitvertreib der Großkatzen hinein.

Wahrscheinlich hat Timophi auch noch nicht den Fleischaufzug entdeckt, der in einen Baumstamm im neuen Gehege eingebaut wurde. Daran können Fleischstücke in fünf Meter Höhe aufgehängt werden und mit ein bisschen Geschick kriegen die Tiger was zu fressen.

Die 200.000 Euro Baukosten für das neue Gehege, das fünf mal so groß ist wie das alte, wurden komplett über Spenden finanziert. Hauptsponsoren sind die Firmen Lamy, SAP, Heidelberger Druckmaschinen und Günter Reimann-Dübbers. Auch viele Zoobesucher haben für die neue Tigerunterkunft gespendet.

Die in Heidelberg gehaltenen Tiger gehören zu den besonders bedrohten Sumatra-Tigern. In Freiheit leben nur noch 500 Exemplare der kleinsten Tigerart, in den Zoos der Welt sind es 230 Tiere.

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OB Weber und Roland Pfisterer (im Hintergrund die Stadträte Karl Emer (l.) und Hermann Gundel) vor dem Puffertank für Speisereste, die von dort in den Gärbehälter zudosiert werden. (Foto: Rothe)

Biogasanlage auf Spanferkelhof

Einweihung der ersten landwirtschaftlich betriebenen Vergärungsanlage in Heidelberg


In einem landwirtschaftlichen Viehbetrieb entsteht jede Menge Mist. Da macht der Spanferkelhof der Familie Pfisterer im Pfaffengrund keine Ausnahme. Immerhin werden dort rund 600 Schweine gehalten.

Deren Gülle sowie Speisereste landen nun zur weiteren Verwertung in einer Biogasanlage. Dort wird das durch die Vergärung entstehende Methangas in einem Blockheizkraftwerk verbrannt und zu Strom und Heizenergie umgewandelt.

Das hat mehrere Vorteile. Zum einen ersetzt das Biogas fossile Energieträger wie Kohle und Gas, seine Herstellung ist damit CO2-neutral. Durch die Anlage werden der Atmosphäre rund 710 Tonnen CO2 im Jahr erspart. Das äußerst klimaschädliche Methangas wird energetisch genutzt. Der bei der Vergärung entstehende Dünger ist umweltfreundlich und riecht nur noch schwach.

Gleichzeitig mit dem Bau der Biogasanlage und dem Blockheizkraftwerk haben Adelheid und Roland Pfisterer eine neue Speiserestekochanlage errichtet, die dem neuesten Stand der Technik und den seuchenhygienischen Vorschriften entspricht. Dadurch wurde eine weitere Geruchsquelle beseitigt.

Das Blockheizkraftwerk hat eine elektrische Leistung von 143 Kilowatt und eine thermische Leistung von 213 Kilowatt. Eine Million Euro investierten die Betreiber in den Bau der Anlagen. Bei der Einweihung vergangenen Freitag dankte Oberbürgermeisterin Beate Weber der Familie Pfisterer für den "unternehmerischen Mut" und sprach den Wunsch aus, dass sich weitere Nachahmer in Sachen Klimaschutz finden würden.

Die Stadt Heidelberg unterstützte den Bau der Anlage mit knapp 40.000 Euro aus dem "Förderprogramm Rationelle Energieverwendung". Mit Geldern aus diesem Programm bezuschusst die Stadt seit 1993 Wärmedämmmaßnahmen an bestehenden Gebäuden, die Errichtung von Niedrigenergie- und Passivhäusern oder auch die Installation von Solarkollektoren zur Warmwasserbereitung, um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Bald wird es in Heidelberg zwei weitere Biogasanlagen geben, die tierische Hinterlassenschaften zu klimafreundlicher Energie umwandeln. Im Tiergarten und im Stift Neuburg werden zurzeit zwei weitere Blockheizkraftwerke gebaut, die mit Biogas Energie erzeugen. (neu)

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Präsentation des Buchprojekts "Heidelberg": (v. l.) Attaché Jean d'Yvoire, Herausgeberin Françoise Kloepfer-Chomard, Bürgermeister Dr. Jürgen Beß und Kulturamtsleiter Hans-Martin Mumm. (Foto: Rothe)

Hommage an Heidelberg

Victor Hugos Heidelberg-Kapitel aus "Der Rhein" in zweisprachiger Neuausgabe


Dreimal war Victor Hugo (1802-1885) in Heidelberg. Er war so begeistert von der Stadt, dass er ihr im Buch über seine Rheinreise ein eigenes Kapitel widmete. "Man muss nicht durch Heidelberg fahren, man muss sich hier aufhalten, man müsste hier leben", so seine Hommage an die Stadt.

Hugos Heidelberg-Kapitel wird aus Anlass des 200. Geburtstages des großen französischen Schriftstellers als eigenständiges Buch unter dem Titel "Heidelberg" im Originaltext mit Übersetzung erscheinen. Den deutschen Text haben Studierende des Instituts für Übersetzen und Dolmetschen unter der Leitung von Professor Jörn Albrecht erarbeitet. Eine frühere Übersetzung des Buches "Der Rhein" im Societäts-Verlag ist seit längerem vergriffen.

Die Idee, das Heidelberg-Kapitel neu herauszugeben, hatte Gästeführerin Françoise Kloepfer-Chomard. Unterstützt wird das Projekt von Jean d'Yvoire, Attaché am neu gegründeten "Büro für die universitäre Kooperation mit Frankreich". Die Schirmherrschaft haben der französische Botschafter Claude Martin und Oberbürgermeisterin Beate Weber übernommen. "Diesen weitgehend unbekannten Text kann man jedem, der Heidelberg liebt, ans Herz legen. Er stellt eine Bereicherung für die Literatur über Heidelberg dar", schreibt die Oberbürgermeisterin in ihrem Grußwort.

Bürgermeister Dr. Jürgen Beß, Kulturamtsleiter Hans-Martin Mumm, Attaché d'Yvoire und Herausgeberin Kloepfer-Chomard stellten das Subskriptionsprojekt jetzt der Öffentlichkeit vor. Das Buch mit einem Vorwort von Michel Butor und zwölf zeitgenössischen Illustrationen erscheint in zwei Ausgaben, einer gebundenen und nummerierten Vorzugsausgabe für 30 Euro sowie einer Normalausgabe für 15 Euro.

Subskribieren kann man Hugos "Heidelberg" bei Herausgeberin Kloepfer-Chomard, Telefon 413431, Fax 436178, E-Mail: ffkloepfer@aol.com oder beim Bureau de la coopération universitaire, Seminarstraße 3, Telefon 160972, E-Mail: acu.heidelberg@kultur-frankreich.de. Am 2. Dezember wird die Neuerscheinung den Subskribenten im Rahmen eines Vortrags über "Victor Hugo und das Erhabene des Berges" präsentiert werden. (rie)
   
  "Heidelberg, inmitten von Bäumen am Eingang des Neckartals, zwischen zwei bewaldeten Höhenrücken gelegen, die stolzer als Hügel sind und weniger schroff als Berge, hat seine wunderbaren Ruinen, seine beiden Kirchen aus dem 15. Jahrhundert, sein bezauberndes Haus aus dem Jahre 1595, mit roter Fassade und vergoldeten Statuen, das sich Gasthof zum Georgsritter nennt, seine alten Türme am Wasser, seine Brücke und vor allem seinen klaren, ruhigen und doch wilden Fluss, in dem es von Forellen wimmelt, wo Legenden wuchern, wo sich Felsen sträuben, wo die Strömung, von Klippen gehemmt, ein unentwirrbares Netz von Strudeln und Gegenströmungen bildet, diesen bezaubernden ungebändigten Fluss, bei dem man sicher sein kann, dass nie ein Dampfschiff auf ihm herumstampfen wird..."

Victor Hugo

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Lesenacht im Hort in der Blumenstraße 24: Kinder zwischen 7 und 11 Jahren lasen sich bis Mitternacht gegenseitig aus ihren Lieblingsbüchern vor. (Foto: Kresin)

Die Nacht der Leseratten

Im Hort in der Weststadt lasen sich Kinder bis spät in die Nacht aus ihren Lieblingsbüchern vor


Marcel entschied sich für "Der kleine Eisbär" von Hans de Beer, Kira brachte Kornelia Funkes "Drachenreiter" mit, Michael Endes "Jim Knopf und die wilde 13" war der Favorit von Philipp, und Meryem wählte "Mimi und das Monster im Schrank" von Viveca Sundell aus.

Die vier gehören zu einem Kreis von 25 Hortkindern, die sich am 19. Juli um 19.30 Uhr in der Kindertagesstätte in der Blumenstraße 24 zur Lesenacht einfanden. Als Ausrüstung hatten die 7- bis 11-Jährigen Isomatte, Schlafsack, Taschenlampe und Kuscheltier dabei. 14 Kinder hatten auch ihr Lieblingsbuch mitgebracht, um den anderen daraus vorzulesen. Bis um Mitternacht lasen zuerst die kleinen, dann die größeren Kinder maximal zehn Minuten lang Passagen aus ihren Lieblingsgeschichten vor. Natürlich suchten sich die Kinder die Schlüsselstellen aus und nicht selten endete das Vorlesen an dem Punkt, wo die Spannung den Höhepunkt erreichte. Damit die Konzentration aller erhalten blieb, gab es zwischendurch immer wieder Pausen.

Um Mitternacht gab es zum Abschluss eine zünftige Pyjamaparty mit Kakao, Kuchen und Salaten. Erste Ermüdungserscheinungen traten auf, bald lagen die ersten Leseratten auf ihrer Matte um einzudösen. Am Samstag Morgen endete die Büchernacht mit einem großen Frühstück.

Vor dem großen Ereignis hatten die Kinder einen Zettel in der Kita abgegeben, worauf Titel, Autor und eine kleine Inhaltsangabe vermerkt waren. Der Zettel hing im Gang, so dass jeder Bescheid wusste, wer was vorliest. Außerdem hatten sich die Kinder als Vorbereitung in den Hortstunden überlegt, was das Gute an Büchern sei, hatten Papier selbst geschöpft, gemeinsam T-Shirts bedruckt und die Buchbinderei Hiemenz in der Weststadt besichtigt. Nun soll noch eine Rangliste der beliebtesten Bücher erstellt und diese dann auf einem Tisch zum Schmökern ausgelegt werden.

"Mit der Lesenacht und den Aktivitäten rund um das Buch wollten wir die Kinder zum Lesen motivieren", erläutert Rita Kipphan, Leiterin der Kindertagesstätte, die Ziele des Projekts. Die neu gestaltete Leseecke sowie eine Autorenlesung und ein Bücherflohmarkt nach den Sommerferien runden die gelungene Werbung fürs Lesen ab. Die Kinder waren so begeistert, dass eine Fortsetzung geplant ist. (neu)

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Sommerspektakel im Zirkuszelt: Hör-Sprachzentrum feierte 100-jähriges Bestehen. (Foto: privat)

Jubiläum im Zelt

Hör-Sprachzentrum feierte sein 100-jähriges Bestehen


Das Hör-Sprachzentrum Heidelberg-Neckargemünd (Staatliche Schule für Gehörlose, Schwerhörige und Sprachbehinderte) besteht seit 100 Jahren und feierte das Jubiläum jetzt zwei Tage lang in einem Zirkuszelt auf dem Schulgelände an der Quinckestraße.

Den Auftakt bildete ein gut besuchtes berufskundliches Seminar. Ehemalige Schülerinnen und Schüler berichteten - mit und ohne Gebärdensprach-Dolmetscher - über ihre beruflichen Werdegänge und über das Auf und Ab in der Auseinandersetzung in der hörenden Umwelt.

Ob Diplom-Architekt, Mitarbeiter im Europäischen Patentamt oder freiberuflich Tätige/r: In allen Schilderungen wurden der unbedingte Wille und die Anstrengungsbereitschaft, ein vorgenommenes Ziel zu erreichen, deutlich und regten die jugendlichen Zuhörer zum Nachdenken an. Vertreter des Arbeitsamtes, des Integrationsamtes und der Ausbildungsbetriebe ergänzten die Ausführungen zum berufskundlichen Teil.

Der Nachmittag der 100-Jahr-Feier war durch ein buntes Zirkusprogramm ausgefüllt: Tanzen wie vor 100 Jahren, Zauberer, Fakire, Jongleure, Dompteure, Trommler, arabische Illusionen, Stepptanz, ein nahezu Broadway-verdächtiger Mitarbeiterchor und eine Tanzreise durch das 20. Jahrhundert. Das Abendprogramm füllten Sketche der Gruppe OGPE, Aufführungen der Deaf-Dancing-Goup des Gehörlosensportvereins Karlsruhe aus sowie die Stones Revival Gang, die bis in die Nacht spielte.

Das Sommerspektakel im Zirkuszelt setzte sich am nächsten Tag fort mit Jazz bei Brezeln, Bier und Weißwürsten. Die Bands B-BOP aus Dossenheim und WITS aus Schriesheim ließen die "Heidelberger Zelttage" schließlich beschwingt ausklingen.

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  Zur Inhaltsangabe STADTBLATT



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Stand: 30. Juli 2002