Stadt und Leute

Ausgabe Nr. 19 · 12. Mai 1999



(Foto:Rothe)

Heidelberg hat einen Jugendrat

Die Schülersprecher/innen aller Heidelberger Schulen wählten am Mittwoch, 5. Mai, 20 Jugendräte in paritätischer Besetzung, die in Zukunft die Interessen der Heidelberger Jugendlichen in der Kommunalpolitik vertreten werden: Miriam Baumgärtner (14 Jahre), Daniel Murat Cehic (15), Sara Dittrich (17), Fabian Groß (17), Burkhard Heling (19), Mohammadi Iman (19), Tino Keller (18), Julia Krewinkel (18), Nuray Meta (16), Ivan Milosevic (16), Timo Reis (19), Hannes Römhild (19), Katarin Savic (20), Ines Schmalz (19), Christoph Schmidt (18), Philipp Schmitt (18), Jan Schoenmakers (16), Jochen Seiler (19), Abadi Tomaj (17), Daniel Winter (14). Die frisch gebackenen Jugendräte treffen sich am 19. Mai zu einer ersten konstituierenden Sitzung und werden im Anschluß daran von der Oberbürgermeisterin Beate Weber empfangen. (brö)

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Um die Stadt verdient gemacht: Dr. Leonie Stollreiter (rechts) nahm von Oberbürgermeisterin Beate Weber die Bürgermedaille entgegen. (Foto: Pfeifer)
Bürgermedaille an Dr. Leonie Stollreiter verliehen

Ein Leben für die Lebenshilfe

Dr. Leonie Stollreiter wurde auf Beschluss des Gemeinderats die Bürgermedaille der Stadt Heidelberg verliehen. Oberbürgermeisterin Beate Weber überreichte ihr die Auszeichnung für besondere Verdienste um die Stadt am Donnerstag, 6. Mai, im Rathaus.

Ein kleiner, aber feiner Kreis hatte sich zur Übergabe der Bürgermedaille im Dienstzimmer der Oberbürgermeisterin eingefunden: Vertreterinnen und Vertreter des Gemeinderats und der Heidelberger Lebenshilfe.


Denn der Verein "Lebenshilfe für geistig Behinderte", Ortsvereinigung Heidelberg e.V. ist das Lebenswerk Dr. Stollreiters. Sie hat den Verein seit dessen Gründung im Jahre 1961 bis 1990 als Vorsitzende geführt und ihm eine herausragende Stellung verschafft. Bereits 1982 erhielt Dr. Leonie Stollreiter dafür das Bundesverdienstkreuz.

Unter der Federführung von Dr. Stollreiter sind eine Schule für geistig behinderte Kinder, die später dem Oberschulamt Karlsruhe unterstellt wurde, ein Sonderschulkindergarten, drei Werkstätten für Behinderte sowie Außenwohnungen entstanden, zählte die Oberbürgermeisterin auf. Die Geehrte hat stets die Idee verfochten, dass geistig behinderte Menschen durch gezielte Förderung und Beschäftigung Persönlichkeit und Leistungsfähigkeit entwickeln können.

Die Auszeichnung mache sie sehr stolz, sagte Dr. Stollreiter. Die Anerkennung und das Lob teile sie jedoch mit den Vorstandsmitgliedern der Lebenshilfe, mit denen sie über 30 Jahre zusammengearbeitet hat. (br.)

   
 

Bürgermedaille

  Nach der Stiftungssatzung dürfen höchstens sieben lebende Personen Träger der Medaille sein. Zurzeit sind dies: Anni König, geb. Tham (seit 1983), Prof. Dr. Hans-Georg Gadamer (seit 1993), Dr. Berndmark Heukemes (seit 1994), Dr. Arthur Tischer (seit 1995), Ludwig Merz (seit 1996), Dr. Werner Boll (seit 1997) und Dr. Leonie Stollreiter (seit 1999).

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Mechthild Goetze-Hillebrand, Dr. Maria Hafenrichter und Ursula Leibrecht (v.l.) studieren die Pläne für den Bau der Umgehungsstraße B 535. (Foto: Rothe)
Die Zukunftswerkstätten stellen sich vor (I): Kirchheim

Kirchheim lebenswert gestalten

"Erhöhung der Lebensqualität im Stadtteil und ein Miteinander ohne politische Konfrontation", das sind die Ziele der Zukunftswerkstatt-Frauen in Kirchheim. In diesem Sinne beteiligen sie sich beharrlich und selbstbewußt an der Gestaltung ihres Stadtteils.

Lebensqualität heißt für die Frauen der Zukunftswerkstatt Kirchheim, auf den alltäglichen Wegen im engen Straßengeflecht "auch mal in Ruhe ein Gespräch führen" und nicht Spießrutenlauf zwischen parkenden und rasenden Autos. Dazu gehört auch die Naherholung. Sie träumen von Straßencafés, einladenden Plätzen oder sogar einem Brunnen.

"Inzwischen sind wir eine etablierte Gruppe in Kirchheim", lautet ihre Selbsteinschätzung und da schwingt auch Stolz mit. Als vor beinahe sieben Jahren das Amt für Frauenfragen der Stadt Heidelberg zum ersten Workshop "Frauen gestalten ihren Stadtteil" in das Heimatmuseum Kirchheim einlud, war nicht abzusehen, daß sich daraus eine feste Gruppe entwickeln würde. Heute arbeitet die Zukunftswerkstatt mit den anderen Stadtteilvereinen zusammen.

Erste Erfolge

Ohne hierarchische Strukturen, ohne Ämterverteilung, anfangs ohne festen Raum und in dem Maße wie ihre privaten und beruflichen Verpflichtungen es zuließen, entwickelte sich ein spannender Gruppenprozess. "Dafür gab es keine Vorbilder, nur uns selbst." Die ersten Erfolge taten gut und wirkten motivierend.

Als der Bücherbus nach Kirchheim kam, überlegten sie gemeinsam mit der Leitung der Stadtbücherei, welche Faktoren für die Standortwahl von Bedeutung sind. Es sollte ein zentral gelegener Ort sein, der auch für Kinder und Senioren sicher zu erreichen ist und nicht mitten im brausenden Straßenverkehr liegt. Was heute selbstverständlich ist, Volkshochschulkurse in Kirchheim, wurde von den Zukunftswerkstatt-Frauen angeregt. Sie führten Umfragen durch, um den Bedarf zu ermitteln und fanden in Zusammenarbeit mit der Leiterin der Volkshochschule, Dr. Luitgard Nipp-Stolzenburg, geeignete Räume und Dozenten.

Gute Kooperation

Eine große Hilfe, so resümieren die Frauen heute, sei die Einbindung der Zukunftswerkstatt in die städtischen Projekte wie Gesunde Stadt, "Runder Tisch" zur Straßenbahn für Kirchheim, dem "Bürgerzentrum" oder beim "Jugendhilfeplan" gewesen. Dies habe den Austausch und die Zusammenarbeit mit den anderen Kirchheimer Vereinen gefördert. Die gute Kooperation mit den Ämtern erweise sich auch bei der Vorbereitung ihres jährlich stattfindenden Stadtteilcafés im Schulgarten der Kurpfalzschule oder der Organisation des Straßenfestes zum Autofreien Sonntag als durchaus nützlich.

Umfrage zur Naherholung

Altes und neues Projekt der Zukunftswerkstatt-Frauen ist die Erhaltung und Schaffung von Naherholungsmöglichkeiten in Kirchheim. Die Verkehrsberuhigung der Schwetzinger Straße mit Einrichtung von Straßencafés und Restaurants und die Erhaltung eines Grüngürtels mit Spazierwegen rund um Kirchheim sind ihre Anliegen. "Wir haben keinen Wald, keinen Bach oder See zur Naherholung und fühlen uns ohnehin von Autobahnen und Schnellstraßen umgeben." Mit dem Bau der Umgehungsstraße B 535 werde zwar eine Voraussetzung für die Verkehrsberuhigung der Schwetzinger Straße geschaffen, aber auch das Spazierwegenetz rund um Kirchheim erheblich reduziert. Derzeit führen die Frauen eine Umfrage zum "Spazierverhalten" der Kirchheimer und Kirchheimerinnen durch. Sie wollen ermitteln, wie die Naherholungsmöglichkeiten allgemein empfunden werden.

Kontakt

Die Frauen der Kirchheimer Zukunftswerkstatt treffen sich jeden zweiten Dienstag im Monat um 20.15 Uhr in den Räumen des Stadtteilvereins, Schwetzinger Straße 27. Neue Frauen sind willkommen! (Doh)
   
 

Zukunftswerkstätten

  Stadtteilplanung ist auch Frauensache. Zündfunke für die Beteiligung von Frauen an den Stadtteilrahmenplänen für alle Heidelberger Stadtteile waren die vom Amt für Frauenfragen der Stadt Heidelberg initiierten Zukunftswerkstätten. Aus den Tagesseminaren "Frauen gestalten ihren Stadtteil" entwickelten sich in nahezu allen Stadtteilen feste Gruppen. Seitdem bringen Frauen ihre Vorstellungen von lebendigem städtischen Leben in die Stadtteilplanung mit ein. Das STADTBLATT stellt in einer neuen Serie die Stadtteilarbeit der Frauen vor.

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(Foto: Pfeifer)

Agenda-Büro eröffnet

Mit einem Agenda-Büro wird die Stadt künftig Initiativen fördern und vernetzen, die gleichermaßen umweltverträgliche, sozial gerechte und wirtschaftlich tragfähige Projekte realisieren wollen ganz im Sinne der Lokalen Agenda 21. Oberbürgermeisterin Beate Weber gab am 6. Mai den Startschuss für das Büro in der Hans-Böckler-Straße 3. Ansprechpartner sind dort der 36-jährige Sozialwissenschaftler Frank Zimmermann und seine Assistentin Susanne Kron (2.v.l.). Mit der Stadt freute sich auch Antje Rahmtorf (1.v.l.) von der Heidelberger Agenda Initiative über das neue Büro. Jetzt geht es darum, Partner für "nachhaltige" Projekte zu finden. Oberbürgermeisterin Beate Weber: "Alle Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, mitzumachen und neue Projektideen einzubringen. Denn jetzt gilt es, den sperrigen Begriff der Nachhaltigkeit in vielen praktischen Projekten mit Leben zu füllen, so dass er für die Menschen fassbar wird." Kontakt: Agenda-Büro, Hans-Böckler-Straße 3 (Hinterhaus), Telefon 58 21 21. (eu)

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Stand: 11. Mai 1999