Stadt und Leute

Ausgabe Nr. 10 · 6. März 2002

 

Ämterumzug wegen Rathausumbau

Telefon- und Faxnummern sowie E-Mail-Adressen bleiben unverändert - Oberbürgermeisterin zieht in den Prinz Carl


Die Bauarbeiten im Rathaus beginnen zwar erst richtig im Sommer, doch schon ab Mitte März ziehen einige städtische Ämter in ihre Ausweichquartiere um. An neue Anschriften braucht sich keine Heidelbergerin und kein Heidelberger gewöhnen: "Amtsbezeichnung, Postfach 105520, 69045 Heidelberg" reichen vollkommen.

Unverändert bleiben außerdem die Telefon- und Faxnummern sowie die E-Mail-Adressen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Ämtern.

Oberbürgermeisterin
Am Montag, 18. März, wird die Oberbürgermeisterin und ein Teil ihres Referats im Prinz Carl, Kornmarkt 1, im zweiten Obergeschoss übergangsweise neue Amtsräume beziehen. Ein anderer Teil, zuständig für die Bezirksbeiräte und die Protokolle, zieht in die Heiliggeiststraße 7/7a.

Gemeinderat
Die Sitzungen des Gemeinderats finden während der Bauzeit weiterhin im Großen Rathaussaal statt. Die Ausschusssitzungen werden ab September 2002 im Spiegelsaal im Prinz Carl stattfinden, manchmal auch im ersten Obergeschoss der Heidelberger Akademie für Wissenschaften, Karlstraße 4.

Wohngeldstelle
Wegen des Umzugs ist die Wohngeldstelle vom 11. bis 15. März geschlossen. Die Abteilung zieht in das erste Obergeschoss des Gebäudes Fischmarkt 3.

Landschaftsamt
Ab 13. März bezieht das Landschaftsamt befristet in Räume im ersten Obergeschoss in der Heiliggeiststraße 7/7a.

Standesamt
Trauungen finden vom 15. März bis 30. April und vom 27. Juli 2002 bis 30. Januar 2003 in der für diese Zwecke stilvoll hergerichteten Hauskapelle im Palais Graimberg, Kornmarkt 5, statt. Ab Juli 2002 ziehen die Beschäftigten des Standesamtes in die Kurfürsten-Anlage 59 um.

Amt für Frauenfragen
Ab 14. März ist das Amt im Dachgeschoss der Friedrich-Ebert-Anlage 50 untergebracht.

Weitere Umzüge finden erst im Juli statt. Dann wird Bürgermeister Dr. Jürgen Beß Ausweichräume im Erdgeschoss des Palais Graimberg beziehen und die Direktion für Allgemeine Verwaltung, Wirtschaft und Beschäftigung in das erste Obergeschoss im Rathausanbau (Zimmer 133 und 134) wechseln. Der Bürgerbeauftragte Jan-Pieter Baumann empfängt seine Gesprächspartner in einem Ausweichquartier im Dachgeschoss des Prinz-Carl. Poststelle und Pforte ziehen in Zimmer 28 und 29 im Erdgeschoss des Rathausanbaus.

Für das Bürgeramt Altstadt sucht die Stadt noch angemessene Räume für ein Ausweichquartier. Nur wenn diese nicht gefunden werden, wird das Amt zeitweilig geschlossen. Das Amt für Öffentlichkeitsarbeit wird ebenfalls umziehen, doch noch steht nicht fest, wohin.

Das Amt für Liegenschaften, das Rechtsamt, das Kämmereiamt, das Personal- und Organisationsamt, die Heidelberger Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft und das Büro des Gesamtpersonalrats bleiben im Rathaus. Besucherinnen und Besucher müssen während der Umbauzeit allerdings mit Lärm und Staub und mit Umleitungen innerhalb des Gebäudes rechnen.

Rathausumbau
Die Rathausmodernisierung beinhaltet unter anderem den Neubau eines 200 Quadratmeter großen Sitzungssaales. Ein neuer Aufzug soll das Rathaus vom Keller bis zur zweiten oder dritten Etage erschließen. Das Foyer wird freundlicher gestaltet und erhält eine erste Anlaufstelle für Auskünfte und die Bearbeitung einfacher Behördenangelegenheiten. Das Bürgeramt Altstadt wird nach dem Umbau in großzügigere Räume an der Nordwestecke des Rathauses umziehen. Die gesamte Bauzeit wird auf rund fünfzehn Monate veranschlagt.

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Wirte meist kooperativ

In der Altstadt wurde mehr Lärm durch verkürzte Sperrzeit weitgehend vermieden


Die kürzeren Sperrzeiten beziehungsweise längeren Öffnungszeiten der Gaststätten hat im zurück liegenden Jahr nicht zu einer stärkeren Lärmentwicklung in der Altstadt geführt. Das berichtete jetzt der Leiter der Gewerbeabteilung beim Amt für öffentliche Ordnung, Klaus Kamradek, dem Haupt- und Finanzausschusses.

Die Befürchtung war groß, dass der nächtliche Lärm in der Altstadt zunehmen würde, nach dem die Landesregierung im November 2000 die Lockerung der Sperrzeiten für Gaststätten beschlossen hatte. Deshalb erließ der Heidelberger Gemeinderat im Dezember 2000 eine Rechtsverordnung, die bis zum 15. März 2001 für das Gebiet der Altstadt den Sperrzeitbeginn entsprechend der früheren landesweiten Regelung auf 1 Uhr festsetzte.

Über den 15. März hinaus wollte die Mehrheit des Gemeinderats diese Rechtsverordnung nicht verlängern. Stattdessen wurde die Stadtverwaltung beauftragt, die Auswirkungen der Sperrzeitverkürzungen in der Altstadt zu beobachten und sowohl darüber wie auch über die zur Lärmminderung getroffenen Maßnahmen zu berichten.

Im Laufe des Jahres 2001 gingen insgesamt 120 Beschwerden über Lärmbelästigungen ein, von denen knapp zwei Drittel den Bereich der Altstadt betrafen, erklärte Klaus Kamradek. Auch wenn es keine Vergleichsdaten aus den Vorjahren gebe, könne man auf Grund des regelmäßigen Erfahrungsaustausches mit der Polizei davon ausgehen, dass sich die veränderten Sperrzeiten nicht negativ auf die Lärmentwicklung auswirkten.

Allerdings hätten sich Lärmbelästigungen bis in die früheren Morgenstunden ausgedehnt, deren Ursache aber zunehmend nicht mehr bei den Gaststätten lagen, sondern bei den Gästen nach Verlassen der Lokale. Denn: "Gegen die schwarzen Schafe unter den Gaststätten sind wir sehr erfolgreich vorgegangen", erklärte Klaus Kamradek weiter: durch erhöhten Kontrolldruck und Bußgelder bei Sperrzeitüberschreitungen.

Mit Hilfe dieses Konzepts konnte eine Beruhigung bestehender Problembereiche erreicht und eine Häufung oder Verlagerung der Belästigungen verhindert werden. Um den Straßenlärm von Gästen zu verringern, wurde auf die Wirte eingewirkt, frühzeitig die Polizei zu informieren, wenn sich Konfrontationen oder Eskalationen abzeichnen. Gaststättenbetreibern wurde gegebenenfalls zur Auflage gemacht, Ordnungspersonal einzustellen, falls wiederholt Lärm von Gästen innerhalb ihres Verantwortungsbereichs (rund 50 Meter im Umkreis der Gaststätte) ausging.

Hilfreich war, sagte Kamradek, dass die öffentliche Diskussion über die Rechtsverordnung für längere Sperrzeiten in der Altstadt zu einer Sensibilisierung der Wirte geführt und deren Bereitschaft zu kooperativen Problemlösungen erhöht hat. "Aber wir müssen weitermachen, weil wir sonst Verhältnisse kriegen, wie sie zuvor bestanden beziehungsweise wie sie befürchtet worden waren."

"Weiterhin präsent sein", empfahl auch Stadtrat Hermann Gundel. Gegen seine Anregung, auf das abendliche Abräumen der Außenbestuhlung zu verzichten, weil dadurch häufig mehr Lärm entstehe als durch den Wirtschaftsbetrieb hatte Klaus Kamradek Bedenken: "Das würde bestimmte Leute nur einladen nachts weiter zu feiern. Außerdem könnte es - zum Beispiel beim morgendlichen Anlieferungsverkehr in der Hauptstraße - zu Verkehrsbehinderungen führen." (br.)

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Spaß in den Osterferien

Buntes Programm für Kinder und Jugendliche


In den bevorstehenden Osterferien können Kinder und Jugendliche wieder an zahlreichen von der Stadt und freien Trägern der Jugendhilfe angebotenen Aktivitäten teilnehmen. Die städtische Kinder- und Jugendförderung hat hierzu ein Programm herausgegeben, das sowohl die Angebote, zu denen man sich anmelden muss, als auch alle offenen Spielaktionen auflistet.

In den im Folgenden aufgeführten Angeboten mit Anmeldung kann jeweils nur eine begrenzte Anzahl von Kindern gegen einen Kostenbeitrag teilnehmen. Teilweise ist Mittagessen inklusive.

Für weitere Informationen, Anmeldungen und Bezahlung sind die jeweiligen Veranstalter zuständig. An den Feiertagen 29. März und 1. April finden keine Aktionen statt.

Abenteuer Wald.
Den Geheimnissen des Waldes auf der Spur vom 25. bis 28. März für Kinder von 6 bis 12 Jahren, täglich 9 bis 15.30 Uhr. Ökologische Forschungsstation, Haus der Jugend, Römerstraße 87, Kosten: 30 Euro.

Vorhang auf - Bühne frei! für das bunte Theaterspektakel in der Plöck! Kinder als Schauspieler, Pantomimen oder Maskenkünstler. 2. bis 5. April für Kinder von 6 bis 10 Jahren, täglich 9 bis 15 Uhr, Plöck 2a, Kosten: 40 Euro (inkl. Mittagessen).

Ronja Räubertochter auf der Spur. Waldtage nur für Mädchen! Abenteuer bestehen, Kräuter kennen lernen, Geschichten ausdenken und Theater spielen. 2. bis 5. April für Mädchen im Grundschulalter, täglich 9 bis 15 Uhr, Ökologische Forschungsstation, Haus der Jugend, Römerstr. 87, Kosten: 30 Euro.

Anmeldungen für die drei vorstehenden Angebote nimmt die Kinder- und Jugendförderung der Stadt Heidelberg unter Telefon 58-3799 oder direkt in der Plöck 2a (Astrid Stephany und Albrecht Mentz) entgegen.

Manege frei! Clowns, Jongleure, Dompteure und Akrobaten, Spiel und Spaß im Holzwurm! 25. bis 28. März für Kinder im Grundschulalter, täglich 9 bis 14 Uhr, Kinder- und Jugendzentrum "Holzwurm", Boxbergring 101. Kosten: 41 Euro (inkl. Mittagessen). Anmeldung unter Telefon 384427, Ingo Smolka. Anmeldeschluss: 18. März.

Wenn ich weiß, was ich kann, macht mich keiner mehr dumm an! Selbstbehauptungskurs für Mädchen von 7 bis 11 Jahren, 25. bis 27. März, täglich 9 bis 13 Uhr, Jugendhaus "Röhre", Schwalbenweg 1/2, Pfaffengrund. Kosten: 25 Euro. Anmeldung unter Telefon 776024. Anmeldeschluss: 12. März.
   
  Information
  Das vollständige Programm ist bei der Kinder- und Jugendförderung in der Plöck 2a sowie in allen Bürgerämtern erhältlich. Nähere Informationen gibt es unter Telefon 58-3799.

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Zum Internationalen Frauentag ...

... gibt es Vorträge, Musik, Ausstellungen, Filme, Diskussionen und Theater


Am 8. März ist Internationaler Frauentag. Heidelberger Frauenverbände und Kultureinrichtungen bieten ein umfangreiches Programm mit Theater, Lesungen, Vorträgen, Ausstellungen und Filmen, das nicht nur Frauen anspricht.

Um islamische Tradition und westlichen Lebensstil geht es bereits am Dienstag, 5. März, um 20 Uhr in der VHS, Bergheimer Straße 76, bei einem Gespräch zwischen Frauen aus verschiedenen Kulturkreisen. Neue Malerinnen der GEDOK (Gemeinschaft der Künstlerinnen und Kunstförderer) stellen ab Donnerstag, 7. März im Rathausfoyer ihre künstlerischen Arbeiten vor.

Das Leben von "Frauen im Islam - Frauen in Afghanistan" steht im Mittelpunkt einer Veranstaltung von Terres de Femmes in der Providenzkirche am Freitag, 8. März. Ab 19 Uhr gibt es Vorträge, eine Modenschau, Musik, landestypische Köstlichkeiten sowie Informationen über Bildungsprojekte. Bereits von 10 bis 18 Uhr wird Terres de Femmes an diesem Tag mit einem Info-Stand am Bismarckplatz über die Arbeit des Vereins informieren.

Am 8. März um 19.30 Uhr hat auch Arthur Millers Stück "Hexenjagd" Premiere in einer Bearbeitung der Theatergruppe "Stephge" im Stephanus-Haus, Pfaffengrund. Auf dem Programm des Karlstorkinos steht Ken Loachs preisgekrönter Film "Bread and Roses", der die Zeit der Arbeitskämpfe in Kalifornien 1990 aufgreift und Moufida Tlatlis Film "Zeit der Männer, Zeit der Frauen". Aus Sicht einer Frau entwirft die Regisseurin ein Soziogramm der tunesischen Gesellschaft zwischen Tradition und Moderne.

Das Programm des Montpellier-Hauses, Kettengasse19, hat sich geändert. Die Südfranzösin Marie Rouanet wird nicht wie angekündigt am 7. März, sondern erst am Dienstag, 19 März, um 20 Uhr aus ihrem Roman "Du côté des hommes" lesen. Augenzwinkernd gibt sie ihre kritisch-amüsanten Betrachtungen über die Gattung "Mann" zum Besten.

Anlässlich des Frauentages beteiligt sich amnesty international Heidelberg an einer bundesweiten Aktion gegen Gewalt an Frauen. Im Mittelpunkt stehen Menschenrechtsverletzungen in Kenia. Dort sind körperliche und sexuelle Misshandlung bis hin zu Vergewaltigungen alltäglich. Amnesty international fordert von der kenianischen Regierung einen besseren Schutz für die Frauen und bittet die Bürgerinnen und Bürger um Mithilfe. Auf der Homepage des ai-Bezirks Rhein-Neckar unter www.ai-rhein-neckar.de ist ein vorformulierter Appellbrief an den kenianischen Polizeichef abgedruckt. Je mehr Menschen den Brief abschicken, um so größer wird der Druck auf die kenianischen Behörden sein. Man kann sich den Brief auch schicken lassen: Telefon 20497. (doh)

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Winter vertreiben

Am kommenden Sonntag ist Sommertagszug


Selbst wenn sich der Winter noch so hartnäckig zeigen sollte - am kommenden Sonntag, 10. März, geht es ihm an den Kragen. Die Heidelberger (allen voran die Kinder) vertreiben den Winter traditionsgemäß mit dem Sommertagszug.

Der Sommertagszug ist uralter Brauch, berichtet der Ausschuss für den Heidelberger Sommertags- und Martinszug, der dieses Frühlingsereignis organisiert: Seine weit zurück reichende Geschichte wird unter anderem durch die Symbole an den Sommertagsstecken - Brezel, Apfel und Ei - belegt. Sie stammen aus vorchristlicher Zeit, wie auch der Tannenschmuck an den großen Butzen. Der steht für den Sommer und macht deutlich, dass früher vom Tannenbaum als Wintersymbol keine Rede war.

Volkskundlich gehört der Sommertagszug zu den "Heischebräuchen". Wenn am Ende des Winters bei vielen Familien die im Herbst eingelagerten Vorräte zu Ende gingen, machten sich die Kinder auf, um singend Gaben zu sammeln. Erwies sich dabei einer der Angesprochenen als zu geizig, wurde er mit diesem Vers gerügt: "O du alter Stockfisch, wenn mer kommt, do hoscht nix!"

Traditionsgemäß findet der Sommertagszug an "Mittfasten" - dem Sonntag Lätare - statt. Der ist in diesem Jahr am 10. März. Um 15 Uhr setzt sich der Zug in der Kleinen Plöck (zwischen Sofienstraße und Rohrbacher Straße) in Bewegung und zieht durch die Hauptstraße zum Rathaus. Beim "Güldenen Schaf" reiht sich Lieselotte von der Pfalz (sie soll sich als junges Mädchen sehr für den Sommertagszug begeistert haben) ein und auch die Figur des "König Winter" marschiert das letzte Stück bis zum Marktplatz mit.

Dort auf dem Podium stellt sich der Winter dem Kampf mit dem Frühling; er wird besiegt und schließlich verbrannt. Bei der tänzerischen Gestaltung dieses Kampfes wirken Ulrike Blumbach und Daniel Lewis (beide vom Ballett-Studio Horst Remus) unter Leitung von Karin Zimmer mit. Die Sprecherin ist Eva Lämmerzahl, der Trommler Carsten Pföhler. Vor diesem Finale führen Kinder vom Studio Remus alte Bräuche und moderne Tänze vor.

Sommertagsstecken verkaufen nach Angaben des Ausschusses für den Sommertagszug die Bäckerei Göbes (im Geschäft und am Freitag auf dem Markt Friedrich-Ebert-Platz) und die Bäckerei Gundel (im Geschäft). Die Heidelberger Bäckerinnung stellt anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens 1.500 Brezeln zur Verfügung, die nach dem Sommertagszug an die Kinder verteilt werden. (br.)

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  Zur Inhaltsangabe STADTBLATT



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Stand: 5. März 2002