Stadt & Leute

Mit Rekord ins neue Ausbildungsjahr

Azubi-Fonds der Heidelberger Dienste: Im September konnten 49 Jugendliche in Ausbildung gebracht werden

Es gibt viele Gründe, warum manche junge Menschen nur schwer einen Ausbildungsplatz finden. Der eine hat in der Schule zu wenig getan, die andere eine Ausbildung abgebrochen, wieder andere Probleme im Elternhaus. Auch eine frühe Schwangerschaft erschwert die Suche nach einer Lehrstelle. Diesen Menschen hilft das Förderprogramm „Azubi-Fonds“.

Hülya Genc (links), mit Kundin und ihrer Chefin Monika Bender, lernt Friseurin.
Hülya Genc (links), mit Kundin und ihrer Chefin Monika Bender, erhielt über den Azubi-Fonds einen Ausbildungsplatz und lernt jetzt Friseurin bei „benders“ in der Altstadt. (Foto: Rothe)

2002 ins Leben gerufen, zielt der Azubi-Fonds darauf, junge Arbeitslose in Ausbildung zu bringen. Trägerin ist die Heidelberger Dienste gGmbh, ein Unternehmen der Stadt Heidelberg. Gefördert werden vorrangig junge Mütter und Väter, Alleinerziehende, Jugendliche mit schwachen Schulnoten oder abgebrochener Erstausbildung, junge Erwachsene, deren Schulabschluss schon länger zurückliegt, und Jugendliche im Berufsvorbereitungsjahr. 2007 konnten 49 Ausbildungsplätze angeboten werden – der höchste Vermittlungserfolg seit Bestehen des Projekts. Damit wird deutlich, dass das Förderprogramm Azubi-Fonds auch bei einem entspannteren Ausbildungsmarkt notwendig bleibt. Neu in diesem Jahr sind sechs für junge Mütter geschaffene Teilzeitausbildungsplätze.

„Der Azubi-Fonds ist für Jugendliche, die ansonsten keine Perspektive hätten“, betonte Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner bei der Vorstellung der neuen Auszubildenden die Wichtigkeit des Förderprojekts. Noemi Tirado Rau, Mutter von zwei Kindern und jetzt Auszubildende in Teilzeit bei der Stadt, bedankte sich für die große Chance: „Ich will Vorbild dafür sein, dass es sich lohnt, junge Mütter einzustellen.“ Und Wolfgang Schütte, Geschäftsführer der Heidelberger Dienste, würdigte die lokalen Betriebe und Einrichtungen, die jungen Menschen beim Einstieg ins Berufsleben helfen.

Kooperation schafft Chancen

Drei Vertragspartner kommen beim Azubi-Fonds zusammen: der/die Auszubildende, die Heidelberger Dienste und der Ausbildungsbetrieb. Zwischen Heidelberger Diensten und Auszubildenden wird ein Ausbildungsvertrag geschlossen, die praktische Lehre erfolgt im jeweiligen Betrieb. Die Heidelberger Dienste übernehmen die Ausbildungsvergütung, Kosten für Nachhilfe und Prüfungsvorbereitungen und die Betreuung der Azubis. Der Betrieb übernimmt den fachlichen Teil der Ausbildung. Die Heidelberger Dienste kooperieren seit Jahren im Rahmen von geförderten Ausbildungsmaßnahmen mit lokalen Handwerkern, Wirtschaftsunternehmen, öffentlicher Verwaltung, Kammern und Gewerkschaften, um jungen Menschen mit Vermittlungshemmnissen einen Ausbildungsplatz anzubieten.

Elf Ausbildungsplätze finanziert die Stadt Heidelberg, das Jobcenter Heidelberg übernimmt die übrigen 38. Die Azubis lernen folgende Berufe: Verwaltungsfachangestellte(r), Fachangestellte(r) für Bürokommunikation, Bürokauffrau/-mann, Immobilienkauffrau/-mann, Einzelhandelskauffrau/-mann, Sport- und Fitnesskauffrau/-mann, Veranstaltungskauffrau/-mann, Medizinische Fachangestellte(r), Zahnmedizinische Fachangestellte(r), Tiermedizinische Fachangestellte(r), Tierpfleger/in, Anlagenmechaniker/in, KFZ-Mechatroniker/in, Fahrzeuglackierer/in, Friseur/in, Landschaftsgärtner/in, Metallbauer/in, Raumausstatter/in, Koch/Köchin. www.hddienste.de (hö)