Verkehr

Ausgabe Nr. 50 · 11. Dezember 2002



Oberbürgermeisterin Beate Weber und Dr. Peter Schnell, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG für Baden-Württemberg, taufen einen ICE auf den Namen "Heidelberg". (Foto: Rothe)

ICE als Botschafter

Neigetechnik-Zug auf den Namen "Heidelberg" getauft


Oberbürgermeisterin Beate Weber und Dr. Peter Schnell, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG für Baden-Württemberg, tauften am vergangenen Donnerstag im Hauptbahnhof einen ICE auf den Namen "Heidelberg".

Die Oberbürgermeisterin nahm den feierlichen Taufakt mit einer kräftigen Sektdusche am stromlinienförmigen Bug des Hochgeschwindigkeitszuges vor. Den modernen ICE T mit Neigetechnik nannte sie "einen sympathischen technischen Botschafter, der unseren Namen durch Deutschland trägt".

Beate Weber nahm die Veranstaltung zum Anlass, der Bahn auch dafür zu danken, dass sie zurzeit den Heidelberger Hauptbahnhof modernisiert und mit Fahrstühlen ausstattet. Gleichzeitig mahnte sie, dass Heidelberg auch in Zukunft an den Hochgeschwindigkeitsverkehr angebunden bleiben müsse. Die Zugtaufe möge Anlass für die Bahn sein, sich zur Region zu bekennen. "Wir brauchen eine hohe Qualität der Anbindung. Ich lade diesen und alle anderen ICE-Züge herzlich ein, stündlich in Heidelberg zu halten", so die Oberbürgermeisterin. Dem ICE "Heidelberg" wünschte sie "allzeit gute und unfallfreie Fahrt".

Dr. Peter Schnell informierte, dass die Benennung der Fernzüge nach Persönlichkeiten der Zeitgeschichte sowie Landschaften und Sehenswürdigkeiten eingestellt wird. "Die gesamte ICE-Flotte wird nach und nach auf die Namen deutscher Städte getauft." Bei der Auswahl spielt nach Mitteilung der Bahn "die historische oder aktuelle Verbundenheit der Stadt und ihrer Einwohner zur Bahn eine wesentliche Rolle". Bisher wurde 55 Städten eine Patenschaft angeboten. Kosten entstehen den Kommunen dadurch nicht.

Der 230 Stundenkilometer schnelle ICE T ist auf kurvenreiche Strecken spezialisiert. Er kann sich wie ein Motorradfahrer in die Kurve legen und so kürzere Reisezeiten erreichen. Er fährt unter anderem auf der Strecke Stuttgart - Singen - Zürich. Ab dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember kann man mit solch einem Neigetechnik-ICE direkt und ohne umzusteigen von Heidelberg nach Zürich und zurück fahren. (rie)

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S-Bahn: Signale stehen auf Grün

Noch ein Jahr bleibt bis zum Start am 14. Dezember 2003 um 0.08 Uhr


Frank Klingenhöfer und Bernhard Weisser, die Leiter des Verkehrsunternehmens (VU) Rhein-Neckar, sind sich ihrer Sache sicher: Pünktlich um acht Minuten nach Mitternacht am 14. Dezember kommenden Jahres wird die S-Bahn an den Start gehen. Bis dahin bleiben noch "netto zehn Monate", so Klingenhöfer.

Aus Anlass seines einjährigen Bestehens hatte das VU Rhein-Neckar mit Sitz im Mannheimer Victoria-Turm zu einer Pressekonferenz eingeladen. Seit dem 1. Januar 2002 wird der Nahverkehr mitten im Herzen des Rhein-Neckar-Dreiecks geplant und gesteuert.

Das VU Rhein-Neckar ist mit seinen rund 2.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Bestandteil des Geschäftsfeldes Stadtverkehr der Bahn und direkt an die Zentrale der DB Regio angebunden. Diese Struktur erlaubt eine weit gehende Konzentration der Verantwortung vor Ort und lässt den Machern den notwendigen Spielraum, um die S-Bahn nach der gewonnenen Ausschreibung in kurzer Zeit auf die Schiene zu setzen.

Das VU Rhein-Neckar betreibt weitaus mehr Verkehr mehr als nur die S-Bahn. Neben dem übrigen Schienennahverkehr gehören auch der BRN und der Karlsruher Regionalbusverkehr Südwest zum neuen Unternehmen. Das derzeitige Leistungsspektrum umfasst 20 Millionen Zugkilometer und 49 Millionen Buskilometer, davon 22 Millionen beim BRN. Die S-Bahn wird mit rund sechs Millionen Zugkilometern knapp ein Drittel des Schienenverkehrs ausmachen, steht aber als das kommende Vorzeigeprodukt der Firma gegenwärtig im Mittelpunkt.

Die vorbereitenden Arbeiten an Gleisen und Bahnhöfen laufen auf Hochtouren, wie sich vielerorts beobachten lässt. Fristgerecht begonnen hat auch die Produktion der 40 neuen Fahrzeuge vom Typ ET 425.2. Seit Anfang September laufen die Bänder, so dass die Auslieferung der ersten Fahrzeuge Anfang April 2003 erwartet wird. Damit alles klappt, soll der Betrieb ab 15. September 60 Nächte lang simuliert werden.

Die begleitende Kommunikationskampagne steht ebenfalls im Grundgerüst fest, wie Pressesprecherin Ute Quickenstedt mitteilte. Die im Rhein-Neckar-Dreieck ansässige Agentur Signum communication wird die groß angelegte Werbekampagne zum Start der S-Bahn gestalten. (rie)
   
 

Nachts auf Tour

Die Luna-Tours sind tot, es lebe der "Moonliner". Das neue Angebot der HSB für Nachtschwärmer startet in der Nacht vom 20. auf den 21. Dezember. Jeweils in den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag sowie vor Feiertagen geht es zwischen ein und vier Uhr stündlich auf fünf Linien in alle Himmelsrichtungen. Routen und Fahrpläne enthält eine Broschüre, die in den HSB-Verkaufsstellen erhältlich ist.


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Reges Interesse in Kirchheim: Bürgerinnen und Bürger lassen sich von HSB-Planer Andreas Kern (l.) die Straßenbahnplanung erläutern. (Foto: Kresin)

Gute Resonanz

Vier Veranstaltungen zur Straßenbahn Weststadt-Kirchheim


Als zusätzliche Serviceleistung zur Planoffenlage im Technischen Bürgeramt boten Stadt und HSB allen Interessierten bei vier Veranstaltungen Gelegenheit, sich umfassend über den Stand der Planung zu unterrichten.

Unter der Leitung des Ersten Bürgermeisters Prof. Dr. Raban von der Malsburg fanden zwei gut besuchte öffentliche Veranstaltungen in Kirchheim und in der Weststadt statt. HSB-Vorstand Dr. Manfred Vogt sowie die Diplomingenieure Norbert Schick und Rainer Flotho erläuterten die Pläne. In Kirchheim nahmen rund 150, in der Weststadt etwa 40 Bürger/innen die Gelegenheit wahr, sich zu informieren.

An zwei Informationstagen im Bürgeramt Kirchheim ließen sich rund 100 Interessierte von Verkehrsplanern die Pläne erläutern. HSB-Verkehrsplaner Andreas Kern, der an allen vier Veranstaltungen teilgenommen hat, zeigte sich gegenüber dem STADTBLATT erfreut über die Resonanz: "Neben kritischen Stimmen und einigen Befürchtungen, insbesondere was die Bauzeit betrifft, gab es in Kirchheim viele Menschen, die sich für die Straßenbahn ausgesprochen haben. In der Weststadt, wo vor allem Geschäftsleute aus der Carl-Benz-Straße und der Hebelstraße beteiligt waren, war die Diskussion sehr sachlich, die Stimmung ganz überwiegend positiv."

Das Thema "Planfeststellungsverfahren Straßenbahn nach Kirchheim" stand auch auf der Tagesordnung des Gemeinderates am 5. Dezember. Die Behandlung dieses Punktes wird jedoch erst im neuen Jahr erfolgen. (rie)

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Stand: 10. Dezember 2002