Thema der Woche

Ausgabe Nr. 37 · 15. September 1999

Bergheim holt mächtig auf

Links und rechts der Bergheimer Straße verändert sich städtebaulich einiges


Bergheim entwickelt sich. Der Stadtteil tritt aus dem Schatten der Altstadt heraus, was deutlich an den vielen Baustellen abzulesen ist, seien sie zur Modernisierung eines Gründerzeithauses oder zum Neubau einer Weltzentrale wie im Falle der Heidelberger Druck eingerichtet.

Wer in diesen Tagen das Glück hatte, den Baustellenaufzug zu benutzen, fährt zwar nicht mit dem Fahrstuhl in die Römerzeit, dafür in eine beachtliche Höhe von 50 Metern, wo sie oder er einen grandiosen Ausblick auf die umliegende Stadt genießen kann. Von hier blickt man...

Print Media Academy
...direkt nach unten auf das Flachdach des Weltersatzteillagers der Heidelberger Druckmaschinen (HDM), das noch in diesem Jahr abgebrochen werden soll; stattdessen entsteht in einem 2. Bauabschnitt der HDM eine große Ausstellungshalle zur Darstellung der Produkte des Hauses und Büroflächen für das aufstrebende Unternehmen. Eine Passage wird in Verlängerung der BG-Chemiepassage in das Gelände hineinführen und vor der Hauptverwaltung einen neuen Verbindungsweg kreuzen, der auf Wunsch der Stadt Bergheim mit der Weststadt verknüpfen soll.

Bahnhofsvorplatz
...oder auf den Bahnhofsvorplatz, der, wenn einmal das Konferenzzentrum entstanden sein wird, als neu gestalteter Platz den Heidelberger Besucher freundlicher empfangen wird, weil die Fahrräder in einer Tiefgarage stehen, die Anfahrt geordneter und zügiger geschieht und die Fußgänger nicht mehr so lange vor den Ampeln warten müssen. An der Nordseite fährt der Nahverkehr direkt an den Bahnhof heran. Die Bahnhofsvorplätze sind dann zur Visitenkarte der Stadt umgestaltet und Auftakt zum Eintritt in die Stadt über eine Kurfürstenanlage, die mehr einem Boulevard ähnelt, auf dem man sich einfach trifft, Boule spielt oder über die neuesten Verkehrsprobleme diskutiert.

Schloßquellbrauerei
...nach Nordosten auf das Gelände der Schloßquellbrauerei, wo Wohnungen, ein Hotel, Büroflächen und eine Hausbrauerei entstehen, wobei die historische Substanz erhalten und zum Ausgangspunkt der Bebauung gemacht wird. So verändert sich Bergheim, aber liebgewordene Blicke und Erinnerungen bleiben erhalten. Der Baukörper des Sudhauses ist jetzt gut zu sehen und man spürt die Sorgfalt, mit der die Handwerker Fehlendes ergänzen und Neues behutsam hinzufügen. Es lohnt, einen Blick in die tiefe Baugruppe an der "Eppelheimer" zu werfen. Aus dem Boden heraus wachsen die Fundamente der Tiefgarage, die einmal von Wohnungen überbaut sein wird, Wohnungen, die in Bergheim dringend gebraucht werden. Auch die sorgfältig im Bebauungsplan geschützten Kastanien auf dem Vorplatz an der Bergheimer Straße lassen erahnen, wie der dort geplante Biergarten sich füllen wird und zu einem attraktiven Anziehungspunkt werden wird. Hier wird auch der über Planungsrecht gesicherte Durchgang vom Neckar zur Weststadt entstehen, gleichermaßen bequem für Fußgänger und Radfahrer.

Glockengießerei
...nach Osten zum Gelände der ehemaligen Glockengießerei, wo weitere Stadtwohnungen entstehen, dazu Laden- und Büroflächen. Der inzwischen leergefegte Heidelberger Büromarkt erhält Nachschub in zentraler Lage und soll jungen Gründern eine Chance zur Entwicklung bieten. Interessenten gibt es reichlich, Bergheim könnte zur Adresse kleinerer und mittlerer Unternehmen der Dienstleistungsbranche werden. Die Anbindung an den Nahverkehr ist hervorragend, ein Fuß- und Fahrradweg werden in die Bebauung hineinführen. Fahrradstellplätze und Parkplätze werden ausreichend vorhanden sein.

Altes Hallenbad
Dahinter leuchtet das rote, frisch gedeckte Biberschwanzdach des von vielen aus der Erinnerung heraus geschätzten Hallenbades hervor, das gerade im Dachbereich zum Schutze vor Wind und Wetter instandgesetzt und in wichtigen Punkten repariert wird. Ein Signal der Stadt und ein deutlicher Hinweis für den Willen zur Erhaltung dieses Juwels der Jahrhundertwende. Nach einer erneuten Ausschreibung deutet sich eine Lösung an. Wie an der Baustelle "Schloßquell" wird ein Bau der Jahrhundertwende zum Ausgangspunkt einer neuen Entwicklung und der Verschmelzung von alter und neuer Architektur, wenn Neubauten auf dem Parkplatz an der Poststraße folgen werden. Mit der Verlagerung der Stellplätze unter die Erde und der Neubebauung des Grundstückes wird Freiraum geschaffen und eine Brücke zur Weststadt und zum Bahnhof geschlagen.
   
 

Bergheim in Zahlen

  Mit 126,2 Hektar Fläche ist Bergheim der kleinste Stadtteil Heidelbergs. Betrachtet man aber nur die bebaute Fläche, ist er der drittgrößte. Knapp 6.000 Einwohner leben hier.

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Zwei Stimmen zu Bergheim

Was der Erste Bürgermeister und der Leiter des Stadtplanungsamtes zu Bergheim sagen


Das STADTBLATT wollte wissen, was den Befragten zum Stadtteil Bergheim einfällt. Hier ihre Antworten.

Erster Bürgermeister
Prof. Dr. Joachim B. Schultis

"Neben den privaten Investitionen in Höhe von über 300 Millionen Mark, der unbürokratischen Abwicklung der großen Vorhaben mit Hilfe von Workshops und schnellen Bebauungsplanverfahren, sowie der punktuellen erhaltenden Sanierung in Bergheim wird es notwendig sein, in den nächsten Jahren in den Öffentlichen Raum zu investieren, basierend auf der Überlegung, Bergheim zum Fluß und zum Bahnhof zu orientieren und diese Strukturveränderungen mit einem Angebot an Freiflächen zu verbinden. Mit Hilfe städtebaulicher Verträge leisten Private bereits erstaunlich viel; für die verbleibenden Flächen stehen in beschränktem Umfang Städtebauförderungsmittel bereit, die beim Ausbau der Römerstraße beispielhaft eingesetzt werden können."
 

Diethelm Fichtner,
Leiter des Stadtplanungsamtes

"Was Sorgen machte, waren die kleinen Veränderung der Geschäftswelt in der Bergheimer Straße; seit kurzem ist ein gegenläufiger Trend zu beobachten. Wichtige kleine Betriebe rücken in die eine zeitlang leerstehenden Geschäfte nach, nachdem die Ladenflächen saniert und die Gebäude renoviert waren. Hier greift einmal das Sanierungsprogramm der Stadt, zum anderen die planerischen vorausschauenden Einschränkungen für Investitionen auf der "grünen Wiese". Langsam, so hofft die Verwaltung, dreht sich der Trend um zugunsten von Investitionen in der Innenstadt und den Statteilen. Das ist wichtig für die Versorgung der Bevölkerung und eine der vielen Maßnahmen zur Stadt der kurzen Wege, zu der sich eine überwältigende Mehrheit des Gemeinderates bekannt hat. Bergheim ist auch ein ermutigendes Beispiel für eine fußgänger- und fahrradfreundliche Stadt. Die großen privaten Baumaßnahmen der nächsten Zeit werden Schritt für Schritt ihren Teil dazu beitragen."

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Stand: 14. September 1999