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Ausgabe Nr. 27 · 02. Juli 2003



Wärme aus Holzhackschnitzeln wird in dem länglichen Trakt links der Halle gewonnen, auf deren Dach Solarmodule Strom erzeugen. Für beide Anlagen wurden insgesamt rund 380.000 Euro investiert. Ein Großteil der Bau-Leistungen haben örtliche Firmen erbracht. Foto: Rothe

Umweltschutz im Doppelpack Welttheater

Das Sportzentrum Nord wird mit Wärme aus Holz versorgt und auf dem Dach wird Strom aus der Sonne gewonnen

Das Sportzentrum Nord an der Tiergartenstraße ist ein ideales Gebäude für den Einsatz umweltfreundlicher Energien. Der Heizungs- und Warmwasserbedarf im Winter ist so groß, dass sich der Einsatz einer Holzhackschnitzelanlage rechnet. Und auf das Flachdach lassen sich prima Solarmodule zur Stromerzeugung installieren.

Vergangene Woche wurden tatsächlich beide Anlagen
eingeweiht. Erbaut hat sie die Stadtwerke Heidelberg AG (SWH). Zusammen entlasten sie die Luft jährlich von 200 Tonnen CO2.

Die Holzhackschnitzelanlage ist bisher einmalig in der Stadt. Ihr Ofen verbrennt im Jahr rund 600 Kubikmeter unbelastete Holzhackschnitzel aus Wäldern der Region. Die Anlage läuft ausschließlich im Winter, versorgt das Sportzentrum mit Wärme und Warmwasser, ersetzt einen konventionellen Heizkessel und spart so 64.000 Liter Heizöl jährlich ein. Das alles geschieht CO2-neutral, weil das verbrannte Holz zuvor als Baum der Umwelt kräftig CO2 entzogen und in Sauerstoff umgewandelt hat. Die Anlage entstand auf Contracting-Basis: Die SWH baute und finanzierte den High-Tech-Ofen und stellt der Stadt über einen vereinbarten Zeitraum die Lieferung der Wärme in Rechnung.

Die Photovoltaikanlage erzeugt im Jahr rund 27.000 Kilowattstunden Strom, das entspricht dem Verbrauch von etwa zehn Haushalten im gleichen Zeitraum. Es ist die 73. Anlage dieser Art in Heidelberg. Sie wurde von den Fox-energreen-Kunden finanziert. Zu denen zählt auch die Stadt Heidelberg, die ein Viertel ihres Bedarfs mit dem Ökostrom der Stadtwerke deckt. Der wird garantiert umweltschonend aus Solarenergie-, Windkraft-, Biomasse-, Geothermie- und Wasserkraftanlagen erzeugt. Die Kunden zahlen dafür anteilig – ob 25, 50, 75 oder 100 Prozent ihres Jahresverbrauchs – einen Aufpreis von vier Cent auf den regulären Kilowattstunden-Preis. „Wir verpflichten uns, den Aufpreis zweckgebunden in die Förderung oder Errichtung neuer Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen zu investieren und dieses Versprechen ... haben wir heute wieder eingelöst“, sagte der Technische Vorstand der Stadtwerke, Heinz Knoll.

Als „wichtigen Vertragspartner der Stadt, um innovative Techniken umzusetzen“ bezeichnete Bürgermeister Dr. Eckart Würzner die Stadtwerke. Die Stadt habe zwar schon sehr viel für den Ausbau umweltfreundlicher Energie getan, doch „sind wir von unseren Klimaschutzzielen noch weit entfernt“. In der Nutzung von Biomasse – dazu gehören auch Holzhackschnitzel – sieht er noch erhebliche Potenziale. neu


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Stand: 01. Juli 2003