Stadt und Leute

Ausgabe Nr. 27 · 02. Juli 2003



Die Grenzen des Welterbegebietes und der Pufferzone, Plan: Vermessungsamt
Die Grenzen des Welterbegebietes und der Pufferzone, Plan: Vermessungsamt

Historische Altstadt als Welterbe

Gemeinderat legt Grenze für den Antrag als UNESCO-Welterbegebiet fest – Antragstellung soll noch in diesem Jahr erfolgen

Der Gemeinderat beschloss vergangenen Donnerstag mit großer Mehrheit, dem Antrag auf Anerkennung als Welterbe durch die UNESCO die Heidelberger Altstadt in ihren historischen Grenzen zu Grunde zu legen. Das nominierte Gebiet ist von einer so genannten Pufferzone, einem Gebiet eingeschränkter Nutzung, umschlossen.

Die Bearbeitung durch die Stadtverwaltung ist inzwi-
schen so weit fortgeschritten, dass der Antrag bei der UNESCO voraussichtlich noch in diesem Jahr gestellt werden kann. Mit der Entscheidung wird Mitte des Jahres 2005 gerechnet. „Ich wünsche mir, dass wir mit diesem Antrag erfolgreich sind – Heidelberg ist es wert“, sagte Oberbürgermeisterin Beate Weber in der Debatte.
Die Grundsatzentscheidung über eine Bewerbung Heidelbergs um Aufnahme in die Welterbeliste hatte der Gemeinderat 1996 getroffen. Heidelberg befindet sich bereits auf der so genannten „nationalen Tentativliste“.

Die jetzt beschlossene Grenzziehung erfolgte nach intensiven Beratungen mit derzeitigen und früheren UNESCO-Delegierten der Bundesrepublik Deutschland sowie Fachleuten aus Heidelberg. Die Grenzen des Welterbegebiets im Antrag orientieren sich an den historisch und archäologisch für die Zeit von 1392 bis ins 19. Jahrhundert belegbaren Stadtgrenzen.

Stadtmauern als Grenze
Das Antragsgebiet umfasst das Areal, das auch nach allgemeinem Verständnis als Heidelberger Altstadt betrachtet wird: zu beiden Seiten der Hauptstraße vom Karlstor im Osten bis zur Sofienstraße im Westen. Der Neckar bildet – mit Ausnahme der Alten Brücke, die mit beiden Brückenköpfen eingeschlossen ist – die Grenze im Norden. Die südliche Grenze folgt der Linie Friedrich-Ebert-Anlage – Klingentor – Südrand des Schlossgartens.

Mit der Beschränkung auf die Altstadt sind die Grenzen des Welterbe-Gebietes enger gezogen, als es in den zurückliegenden Jahren zeitweilig im Gespräch war. Der mit der Erarbeitung des Heidelberger Antrags betraute Kunsthistoriker Dr. Thomas Flum von der Stabsstelle des Baudezernenten begründet dies wie folgt: „Die Einschränkung bringt die vorrangige Bedeutung der historischen Stadt zum Ausdruck. Die umliegende Landschaft ist jedoch als Pufferzone Teil des Antrages.“ Bei einer Bewerbung als „Kulturlandschaft Heidelberg“ würde der Akzent stärker auf der Natur liegen. Kulturlandschaften im Sinne der UNESCO sind beispielsweise das Loire-Tal, das Gartenreich Dessau-Wörlitz und die Insel Reichenau.

Gleichzeitig wurde die Fortgeltung der „Satzung zum Schutz des Bereiches „Alt Heidelberg“ als Gesamtanlage gemäß § 19 Denkmalschutzgesetz“ (Gesamtanlagenschutzsatzung) beschlossen. Diese war 1997 – unter anderem im Hinblick auf die geplante Bewerbung als UNESCO-Welterbe – vom Gemeinderat verabschiedet worden und 1998 mit einer Geltungsdauer von zunächst sechs Jahren in Kraft getreten. Ihr Ziel ist es, „das geschlossene Ortsbild der Heidelberger Altstadt als architektonisches Ensemble von internationalem Rang zu erhalten“. Insofern ist die Gesamtanlagenschutzsatzung „Grundvoraussetzung für die Glaubwürdigkeit und den Erfolg“ des Welterbe-Antrages, heißt es in der Vorlage an den Gemeinderat. rie


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Bürgeramt Handschuhsheim: Susanne Schindler-Gayer (l.) nimmt den ersten in den neuen Räumen durch Ersten Bürgermeister Prof. Dr. Raban von der Malsburg (r.) ausgestellten Reisepass entgegen. Foto: Rothe

Bürgeramt im Schlösschen

In Handschuhsheim bilden Stadt und AOK ein neues Dienstleistungszentrum

Das Bürgeramt Handschuhsheim ist umgezogen. Zehn Jahre nach seiner Eröffnung verlegte es in der vergangenen Woche seinen Standort um knapp 200 Meter und ist jetzt im Schlösschen, Dossenheimer Landstraße 13, zu finden.

Dort bildet es zusammen mit einem Kundencenter der
AOK das neue Dienstleistungszentrum Handschuhsheim, das am vergangenen Freitag von Erstem Bürgermeister Prof. Dr. Raban von der Malsburg gemeinsam mit dem Leiter des Bürgeramtes, Rudi Lerche, und dem Geschäftsführer der AOK Rhein-Neckar, Bruno Krüger eröffnet wurde. Ein Bläser-Trio des Orchestervereins Handschuhsheim intonierte dazu die „Bürgeramtsfanfare“.

Der Umzug des Bürgeramtes wurde möglich, nachdem die städtische Musik- und Singschule ihre Verwaltungsräume vom Schlössel in ihr neues Haus Kirchstraße 2 verlegt hat. Und er wurde notwendig, weil allein im vergangenen Jahr mehr als 31.500 Kunden das Bürgeramt Handschuhsheim aufsuchten, wodurch die Räume in der Mühltalstraße 2 mehr als ausgelastet waren. Das Bürgeramt Handschuhsheim sei nach Kirchheim die zweitgrößte dieser Verwaltungsstellen in den Stadtteilen, sagte Malsburg.

Auf rund 111.000 Euro bezifferte der Erste Bürgermeister die Kosten für den Umbau. Damit entstanden „an einem Platz im Mittelpunkt von Handschuhsheim, der an Schönheit kaum zu überbieten ist“ (Malsburg), im ehemaligen Konzertsaal vier Arbeitsplätze für die Mitarbeiter/innen. In dem zum Grahampark gelegenen Erdgeschossraum wurde das AOK-Kundencenter untergebracht. Das Foyer des Schlösschens bildet den Wartebereich für beide Einrichtungen.
Nach dem Verkauf ihres ehemaligen Gebäudes am Friedrich-Ebert-Platz an die Stadt, bleibe die AOK dort mit einem kleinen Kundencenter vertreten, erklärte deren Geschäftsführer Krüger. Der Eröffnung der Kundencenters Emmertsgrund und Handschuhsheim folgten demnächst Rohrbach Süd und Kirchheim.

Das Bürgeramt Handschuhsheim, Dossenheimer Landstraße 13, ist dienstags bis freitags von 8.30 bis 16 Uhr, donnerstags bis 18 Uhr, geöffnet. br.

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Wechsel an der Spitze des Rechnungsprüfungsamtes: Oberbürgermeisterin Beate Weber verabschiedete den bisherigen Amtsleiter Manfred Oechsner (m.) und führte Waldemar Schmidt als dessen Nachfolger ein. Foto: Pfeifer

Abschied nach fast 41 Dienstjahren

Rechnungsprüfungsamtsleiter Manfred Oechsner im Ruhestand – Nachfolger ist Waldemar Schmidt

Nach fast 41-jähriger Tätigkeit bei der Stadt Heidelberg trat der bisherige Leiter des Rechnungsprüfungsamtes, Manfred Oechsner, mit Ablauf des Monats Juni in den Ruhestand. Oberbürgermeisterin Beate Weber verabschiedete ihn bei einem Empfang im Spiegelsaal des Prinz Carl und führte Waldemar Schmidt als neuen Chef der städtischen Rechnungsprüfer ins Amt ein.

Nach Abitur und Bundeswehr hatte Manfred Oechs-
ner im Juli 1962 seine Ausbildung für den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst bei der Stadt Heidelberg begonnen. Ab Juli 1965 war er fast 24 Jahre lang (bis April 1989) beim Personal- und Organisationsamt eingesetzt und hat – so die Oberbürgermeisterin – in dieser Zeit dieses Amt wesentlich mitgeprägt.

Manfred Oechsner zeichnete sich nicht nur durch profunde Kenntnisse im Dienst- und Arbeitsrecht und in allen anderen für die Personalarbeit wichtigen Gebieten aus. Als kompetente und verständnisvolle Führungskraft habe er schon frühzeitig vorgelebt, was das Führungsleitbild der Stadt inzwischen von allen leitenden Mitarbeiter/innen erwarte. Beate Weber bescheinigte Manfred Oechsner ein „großes soziales Verständnis“.

Das bewahrte er sich auch, als ihm am 1. Mai 1989 die Leitung des Rechnungsprüfungsamtes übertragen wurde. Unter der Führung von Manfred Oechsner habe das Rechnungsprüfungsamt seinen Ruf als unabhängige Prüfungsinstitution festigen und ausbauen können, betonte die Oberbürgermeisterin. Dessen Prüfungen seien als Anstoß und nicht als „negative Kritik“ zu verstehen. In dieser Hinsicht habe die Tätigkeit Oechsners, der 1989 zum Stadtverwaltungsdirektor und zehn Jahre später zum Leitenden Stadtverwaltungsdirektor befördert wurde, zur Stabilität des Rechtsstaates beigetragen.

Waldemar Schmidt, hinter dem schon mehr als 31 städtische Dienstjahre liegen, übernehme kein leichtes Amt. Beate Weber lobte bei ihm „allgemeinen technischen Sachverstand und vielseitige Fähigkeiten“. Nach der Verwaltungslehre bei der Gemeinde Altneudorf (1964 bis 67) und der Vorbereitung für den mittleren nichttechnischen Dienst bei der Stadt Heidelberg, war Schmidt in verschiedenen Ämtern tätig: ab 1972 beim Personal- und Organisationsamt, wo er unter anderem die Datenbearbeitungsstelle leitete, und ab 1978 beim Rechnungsprüfungsamt.

Von 1985 bis 1994 war Schmidt Geschäftsleitender Beamter beim Landschaftsamt und ging dann zum Kämmereiamt, wo er 1997 stellvertretender Amtsleiter wurde. Seit 1999 ist er auch kaufmännischer Geschäftsführer der Tiergarten gGmbH. Am 1. Mai dieses Jahres wechselte Waldemar Schmidt zum Rechnungsprüfungsamt, dessen Leitung er jetzt übernahm.

Lob von höherer Stelle wurde Manfred Oechsner durch den Leiter der Arbeitsgemeinschaft der Rechungsprüfungsamtsleiter in den Regierungsbezirken Karlsruhe und Freiburg, Jürgen Fetzner, zuteil, der ihn „einen Motor“ innerhalb des Arbeitskreises, vor allem unter den Vertretern der größeren Städte, nannte. Fetzner gratulierte Waldemar Schmidt zu dessen Berufung, hieß ihn in der Arbeitsgemeinschaft willkommen und wünschte ihm Glück und Erfolg.

In einem Schlusswort bedankte sich Manfred Oechsner bei Oberbürgermeisterin und Gemeinderat für die stete Unterstützung. Er dankte seinen Mitarbeiter/innen und vor allem auch seiner Ehefrau. Waldemar Schmidt bezeichnete er als „Wunsch-Nachfolger“ und verriet seinen Zuhörern einen wichtigen Grundsatz: „Der Rechnungsprüfungsamtsleiter weiß alles, sieht viel und denkt sich manches.“ Sein Amt werde die städtischen Mitarbeiter weiterhin bei der korrekten Verwendung städtischer Ressourcen unterstützen – „als Partner, nicht als Gegner“, versicherte Waldemar Schmidt abschließend. br.

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Explo Heidelberg öffnet

Das Explo Heidelberg im Neuenheimer Feld 582 ist am Samstag, 5. Juli, 15 Uhr, erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich. Dort können Wissenschaft und Technik Kindern und Jugendlichen anschaulich erklärt und dargestellt werden. Am Beispiel von interaktiven Exponaten und Modellen können sie hier naturwissenschaftliche Phänomene kreativ erfahren. Die Einrichtung der Stadt wurde in enger Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule entwickelt. Die örtliche und regionale Wirtschaft und lokale Wissenschaftseinrichtungen unterstützen sie.

Zu sehen ist im Explo die Ausstellung „Wahrnehmen mit Augen und Ohren“, die in die Welt von Farben, Licht und Geräuschen eintauchen lässt. Im angeschlossenen MedienLab, gefördert und eingerichtet durch die Heidelberger Druckmaschinen AG, können Jugendliche an 12 PCs und 24 Schülerarbeitsplätzen selbständig oder unter Anleitung experimentieren. Im Untergeschoss ist ein Lernlabor mit 16 Laborarbeitsplätzen eingerichtet. Schülerinnen und Schüler haben hier die Möglichkeit auch außerhalb des Schulunterrichtes in den Fächern Biologie, Chemie und Physik zu experimentieren.

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Stand: 01. Juli 2003