Kultur

Ausgabe Nr. 4 · 23. Januar 2002



"Luftzeichen 1" von Hans-Hagen Hartters

Luftzeichen und Transparenzen

"Mobile Objekte" von Hans-Hagen Hartter im Kurpfälzischen Museum


Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Retrospektiven - Ausstellungen der Stadt Heidelberg im Kurpfälzischen Museum" zeigt das Kulturamt vom 30. Januar bis zum 17. Februar unter dem Titel "Mobile Objekte" das Spätwerk von Professor Hans-Hagen Hartter, der im Mai vergangenen Jahres überraschend starb. Nach Joachim Geissler-Kasmekat und Walter Gillich gilt Hartter die dritte Ausstellung in der Reihe "Retrospektiven".

Hans-Hagen Hartters Werk ist bestimmt von der leidenschaftlichen Erforschung geometrischer und farbspektraler Wirkungen.

Seine Bilder und Objekte bewegen sich spielerisch an der Grenze zwischen der zweiten und dritten Dimension und halten einige Überraschungen für die Betrachter/innen bereit. Alle Werkstücke sind von der quadratischen Grundform abgeleitet, die durch Aufschneiden, Aufbiegen und Verschlingen vielfach variiert wird.

Die besondere Leichtigkeit der von ihm verwendeten Materialien für seine mobilen Objekte ermöglicht das scheinbare Schweben der häufig sehr komplexen Arrangements. Die "Luftzeichen" reagieren auf jede thermische Veränderung im Raum, so dass sich die jeweilige Form dem Auge des Betrachters entzieht.

Die Bodenplastiken folgen dem gleichen Gestaltungsprinzip des Ausschneidens und Verformens, sind jedoch aus robusterem Material wie Edelstahl oder Blech gefertigt. Mit seinen "Transparenzen" kehrt er scheinbar zur Zweidimensionalität zurück. Bei genauerem Hinsehen erweisen sich die raffiniert zerlegten quadratischen Flächen abermals als dreidimensionale Körper.

Hartter verfolgte mit seiner Kunst auch didaktische Ziele. Bei den Plastiken und Bildern schreitet die Entwicklung innerhalb der Serie vom einfachen zum komplizierten Werk voran, so dass der aufmerksame Betrachter sich anhand dieses einmal erkannten, durchgängigen Gestaltungsprinzips zurechtfinden kann.

Hans-Hagen Hartter wurde 1943 in Berlin geboren. Er studierte von 1968 bis 1972 an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin und war Meisterschüler bei Herbert Kaufmann. Von 1973 bis 1981 war er Dozent für Bildende Kunst an der Pädagogischen Hochschule in Heidelberg, wo er ab 1982 bis zu seinem Tod eine Professur innehatte.

Der Katalog zur Ausstellung ist unter dem Titel "Hans-Hagen Hartter - Mobile Objekte" im Wunderhorn Verlag erschienen und für 19,50 Euro in der Ausstellung und im Buchhandel erhältlich.

Die Ausstellung ...
... "Mobile Objekte" von Hans-Hagen Hartter wird am Mittwoch, 30. Januar, um 18 Uhr im Wechselausstellungsraum des Kurpfälzischen Museums, Hauptstraße 97, eröffnet und ist bis zum 17. Februar zu sehen. Die Öffnungszeiten sind dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr und mittwochs von 10 bis 21 Uhr.

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Griechenland ganz anders ...

Griechische Autoren lesen im Deutsch-Amerikanischen Institut


Als Schwerpunktland der letzten Buchmesse hat Griechenland einige Aufmerksamkeit auf seine Gegenwartsautor/innen lenken können. Die Vielfalt der Themen überraschte und machte neugierig. Am kommenden Wochenende sind vier griechische Autor/innen zu Gast in Heidelberg: Soti Triantafillou, Antonis Sourounis, Dimosthenis Kourtovik und Kostas Romanos lesen im DAI.
   

Soti Triantafillou

Zur Eröffnung des "Griechischen Festivals" im DAI am Samstag, 26. Januar, um 20 Uhr liest Soti Triantafillou aus "Der unterirdische Himmel", einem Roman über griechischstämmige Amerikaner und ihr Streben nach einem besseren Leben. Im Mittelpunkt stehen Auswandererkinder, die Ende der achtziger Jahre auf der Suche nach dem amerikanischen Traum auf der legendären Route 66 mit frisierten Autos unterwegs sind. Soti Triantafillou, geboren 1957, studierte in Athen, Paris und New York und arbeitet als Journalistin, Übersetzerin und Lektorin.
   

Antonis Sourounis

Ebenfalls am Samstagabend liest Antonis Sourounis aus seinem Roman "Der Rosenball". 1942 in Thessaloniki geboren, studierte er einige Jahre in Deutschland und nahm verschiedene Arbeiten vom Hotelpagen bis zum Berufsroulettespieler und vom Bankangestellten bis zum Seemann an. Die Erfahrungen des Spielers fließen ein in seinen Roman "Der Rosenball", mit dem der "griechische Bukowski", wie er gern genannt wird, ein außergewöhnliches Psychogramm von Roulettespielern zeichnet.
   

Dimosthenis Kourtovik

Die Lesung von Dimosthenis Kourtovik am Sonntag, 27. Januar, beginnt bereits um 17 Uhr. Sein Roman "Die Nostalgie der Drachen" liegt zwischen Krimi, Abenteuerroman und philosophischem Thriller. Geboren 1948, studierte er in seiner Heimatstadt Athen Biologie, lebte einige Jahre in Deutschland als Schauspieler und Regisseur, promovierte an der Universität Breslau über die Entstehung der menschlichen Sexualität und zählt heute zu den führenden Literaturkritikern Griechenlands. Nach dieser Lesung wird Professor Kostas Romanos über seine jüngsten Veröffentlichungen sprechen, die sich mit der These auseinandersetzen, dass die griechische Philosophie vor allem über den Islam tradiert wurde. Kartenreservierungen im DAI, Sofienstraße 12, oder unter Telefon 6073-0. (doh)

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Stand: 22. Januar 2002