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12. Januar 2005

  Landtag gedenkt in Heidelberg der Holocaust-Opfer
  Am 27. Januar: Zentrale Gedenkfeier des Landtages zum 60. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz in Heidelberg - Umfangreiches Rahmenprogramm ab 18. Januar
  Den Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus begeht der Landtag von Baden-Württemberg in diesem Jahr mit einer zentralen Feier am 27. Januar in Heidelberg. Der Gedenktag ist zugleich der 60. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Im Mittelpunkt des Gedenkens steht in diesem Jahr die Opfergruppe der Sinti und Roma. Etwa 200 geladene Vertreter/innen aus Politik und Gesellschaft werden bei der zentralen Gedenkfeier erwartet. Rund um den Gedenktag haben verschiedene Heidelberger Institutionen, Bildungseinrichtungen, städtische Ämter und Vereine ein Rahmenprogramm zusammengestellt, das sich mit Ausstellungen, Bühnenwerken, Vortragsreihen, Führungen und Filmen in besonderer Weise der Thematik widmet.

Seitdem im Jahr 1996 der Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus erklärt wurde, erinnert der Landtag alljährlich in einer Gedenkfeier an die Opfer des nationalsozialistischen Rassenwahns und Völkermordes. Auch in Heidelberg wurde dieses Datum in den vergangenen Jahren stets als Chance zur Auseinandersetzung mit dem Holocaust begriffen. Die Sinti und Roma sind es, derer in diesem Jahr in besonderer Weise gedacht wird. Durch den "Auschwitz-Erlass" des SS-Reichführers Heinrich Himmler war am 16. Dezember 1942 die Deportation aller Sinti und Roma in Deutschland und Österreich in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau verfügt worden. Von den 23.000 nach Auschwitz deportierten Sinti und Roma wurden 20.000 ermordet. In Europa fielen dem Holocaust rund eine halbe Million Angehörige der Minderheit zum Opfer.

Zentrale Gedenkfeier

Das Heidelberger Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma ist neben dem Spiegelsaal im Verwaltungsgebäude Prinz Carl Ort der zentralen Gedenkfeier des Landtages. Oberbürgermeisterin Beate Weber begrüßt am 27. Januar den Präsidenten des Landtages von Baden-Württemberg, Peter Straub, und den Landes-vorsitzenden des Verbandes Deutscher Sinti und Roma, Daniel Strauß, als Gastredner.

Rahmenprogramm

Unter dem Titel "Der Opfer gedenken aus Verantwortung für die Lebenden" haben verschiedene Heidelberger Institutionen ein Rahmenprogramm anlässlich des Gedenktages entworfen. Bereits ab 18. Januar zeigt die Stadtbücherei in einer Ausstellung im Ausleihbereich des Erdgeschosses aktuelle Sachliteratur, CD-ROMs, Zeitzeugenberichte und Autobiografien anlässlich des 60. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Ab 25. Januar ist dort ebenfalls die Foto-Ausstellung "Polskaphoto - auf den Spuren der polnischen Geschichte" zu sehen. Außerdem werden Einführungen für Schulklassen in das Medienangebot zum Thema "Opfer des Nationalsozialismus" angeboten. Das Theater der Stadt Heidelberg gibt am 23. Januar im Werkraumtheater eine Sondervorstellung "Furtwängler". Im Deutsch-Amerikanischen Institut (DAI) berichtet Dr. Stephan Marks am 26. Januar über das Freiburger Forschungsprojekt "Geschichte und Erinnerung", bei dem Nazi-Täter und -Mitläufer in Interviews nach ihren Motiven befragt wurden. Die Evangelische Johannes Gemeinde Neuenheim und die Pädagogische Hochschule Heidelberg führen - jeweils gesondert - zwischen dem 27. und 30. Januar die Kinderoper "Brundibár" auf. Das Karlstorkino zeigt am 27. Januar den Kurzfilm "Saisonbeginn" zu Elisabeth Langgässers gleichnamiger Erzählung. Am 30. Januar führen der Leiter des Kulturamtes, Hans-Martin Mumm, und Dr. Norbert Giovannini vom Heidelberger Geschichtsverein durch die Stadt und das "Jüdische Leben in Heidelberg". Die Hochschule für Jüdische Studien lädt am 30. Januar zu einem Vortrag mit Prof. Karin Buselmeier über "Friedrich Gundolf und die jüdische Literaturwissenschaft" im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma. Es spielt das Ossian-Quartett. Die Akademie für Ältere beginnt ab 24. Januar eine Vortragsreihe zum Nationalsozialismus. Die Heidelberger Außenstelle der Landeszentrale für politische Bildung hat einen Medientisch mit Material zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus zusammengestellt. Und das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in der Bremeneckgasse zeigt in seiner Dauerausstellung auf fast 700 Quadratmetern die Geschichte der Verfolgung der Sinti und Roma durch die Nationalsozialisten.

Oberbürgermeisterin Beate Weber: " Ich würde mich freuen, wenn die Heidelbergerinnen und Heidelberger von diesem Programmangebot umfassend Gebrauch machen würden. Besonders wichtig erscheint mir, dass Eltern und Lehrer/innen durch mehrere Programmbeiträge die Möglichkeit erhalten, Kinder und Jugendliche an dieses Thema heranzuführen. Denn Gedenken ist kein Selbstzweck, sondern sollte immer in die Zukunft gerichtet sein, um nicht in Ritualen zu erstarren."

Termin-Infos

Alle Termine und Veranstaltungsorte kann man in einem Flyer (PDF-Datei 133 KB) nachlesen, der im Rathaus, in den Bürgerämtern, in Schulen und vielen anderen Orten der Stadt kostenlos ausliegt.  


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Stand: 12. Januar 2005